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Hooligans sind im griechischen Fußball nur ein Teil des Problems.
Hooligans sind im griechischen Fußball nur ein Teil des Problems.(Foto: imago/ANE Edition)
Mittwoch, 14. März 2018

Strafe für Skandalbilanz : Fifa droht griechischen Klubs mit "Grexit"

Dem Weltverband reicht's. Nach dem jüngsten Eklat um einen Klubbesitzer, der mit einer Pistole auf den Platz stürmt, droht dem griechischen Fußball eine von der Fifa verordnete Kollektivstrafe: Der "Grexit", also Ausschluss aus sämtlichen Uefa-Klubwettbewerben.

Den griechischen Fußballklubs droht nach zahlreichen Vorfällen in der nationalen Liga ein Ausschluss von den europäischen Vereinswettbewerben. Das bestätigte der Sondergesandte der Uefa und der Fifa, Herbert Hübel, nach dem jüngsten Skandal um den Revolverauftritt des Klubchefs von Paok Saloniki. "Der Grexit, der lange fern schien, ist nicht mehr unmöglich", sagte der Österreicher: "Der griechische Fußball steht am Rand einer Klippe."

Er werde dem Weltverband nun berichten. "Was die Fifa machen wird, kann ich nicht sagen", betonte Hübel. Er hatte sich in Athen mit dem stellvertretenden Sportminister Giorgos Vasiliadis und dem Vorstand des nationalen Fußball-Verbandes getroffen. "Wir sind nicht hier, um Strafen zu verhängen, sondern um Ratschläge zu geben", hatte Hübel angekündigt. Nach dem Treffen teilte er mit, die Griechen hätten versichert, der Gewalt im Fußball ein Ende setzen zu wollen.

Die Regierung hatte am Montag nach dem jüngsten Vorfall in einer langen Serie von Eklats die Unterbrechung der Meisterschaftsrunde auf unbestimmte Zeit angeordnet. Das Topspiel der Super League zwischen Pokalsieger Paok Saloniki und Spitzenreiter Aek Athen war am Tag zuvor in der 90. Minute abgebrochen worden, nachdem Paok-Eigentümer Ivan Savvidis mit einer Waffe am Gürtel auf den Platz gelaufen war. Er wollte dort gegen eine Annullierung eines Tores seiner Mannschaft wegen Abseitsstellung protestieren.

Nationalelf spielt nun woanders

Der Staatsanwalt der griechischen Sportjustiz hat Anklage gegen Paok und seinen Besitzer erhoben. Wie der staatliche Rundfunk ERA-Sport unter Berufung auf die Behörde berichtete, legte der Ankläger Konstantinos Simitzoglou dem Klubchef ein unerlaubtes Betreten des Spielfeldes zur Last. Außerdem soll der russisch-griechische Geschäftsmann Unparteiische, Spieler, Trainer und Offizielle bedroht haben. Nach dem griechischen Sportgesetz droht dem Traditionsverein im Falle einer Verurteilung ein Punkteabzug, eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro, eine Sperrung der Zuschauerränge im Stadion oder ein Zwangsabstieg. Dem Besitzer könnte für drei bis fünf Jahre das Betreten von Fußballstadien verboten werden.

Aufgrund der jüngsten Zwischenfälle wird das Länderspiel zwischen Griechenland und der Schweiz am 23. März nicht wie geplant im Paok-Stadion in Thessaloniki stattfinden, sondern im Olympiastadion von Athen. Wie das Staatsradio berichtete, beschloss dies der griechische Fußballverband im Einvernehmen mit der Regierung. Die Nationalelf wird vom früheren Bundesligacoach Michael Skibbe trainiert, der mit Griechenland in den Playoffs der WM-Qualifikation an Kroatien gescheitert war.

Ebenfalls im Paok-Stadion war Ende Februar Gästetrainer Oscar Garcia von Olympiakos Piräus von einem aus dem Publikum geworfenen Gegenstand am Kopf getroffen worden. Das Spiel wurde 3:0 für Olympiakos gewertet, ein Abzug von drei Punkten später aber rückgängig gemacht. Als Reaktion auf die zunächst verhängte Strafe hatten Paok-Fans ein TV-Studio gestürmt und den Moderator zum Verlesen eines Protestschreibens gezwungen. Einen Monat zuvor hatte die Regierung wegen wiederholter Gewaltexzesse ein Auswärtsverbot für Fans der Spitzenklubs Olympiakos, Paok sowie Panathinaikos und Aek Athen verhängt. In einem davon unabhängigen Skandal um Spielmanipulationen im griechischen Fußball im Jahr 2011 wurden wenige Tage später 58 Personen zu Haftstrafen von bis zu zehn Jahren verurteilt.

Quelle: n-tv.de