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Infantino will die Posten angeblich mit eigenen Kandidaten besetzen.
Infantino will die Posten angeblich mit eigenen Kandidaten besetzen.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 23. Februar 2017

Offener Machtkampf von Infantino: Fifa will offenbar Ethikkommissare loswerden

Unter Präsident Infantino pflegt die Fifa zuletzt das Image einer Organisation, die die Schatten der skandalerprobten Vergangenheit abwerfen will. Nun soll jedoch ein Machtkampf ausgebrochen sein, der beängstigend deutlich an die Fifa unter Blatter erinnert.

Nach dem Korruptionsskandal rund um die WM-Vergabe nach Russland und Katar schien es zuletzt ruhig geworden um die Fifa. Das könnte sich ändern. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, plant Präsident Gianni Infantino, die beiden Chefs der Fifa-Ethikkommission loszuwerden.

Demnach soll es spätestens beim Kongress am 11. Mai in Bahrain zum Machtkampf zwischen Infantino und der Ethikkommission kommen. Unter Beschuss stehen laut "Bild"-Zeitung Cornel Borbély, Schweizer Chef der Untersuchungskammer, und der Deutsche Hans-Joachim Eckert, Vorsitzender der Rechtssprechungskammer. Insider sollen das dem Blatt bestätigt haben.

Seit Infantino im Amt ist, scheint er die Fifa den Angaben zufolge systematisch von unliebsamen Personen zu säubern. 90 Mitarbeiter haben die Organisation in den letzten zwölf Monaten verlassen. "Die beiden sind die Letzten, die ihm im Weg stehen zur uneingeschränkten Macht", zitiert "Bild" einen Fifa-Mitarbeiter.

Eigene Kandidaten in die Ämter?

Die Ethik-Kommission hat sich mit spektakulären Ermittlungsverfahren ihre Unabhängigkeit erarbeitet. Neben Sepp Blatter, Michel Platini, Franz Beckenbauer waren mehr als 50 Fifa-Größen angeklagt und verurteilt worden. Erst durch die Festnahme mehrerer Funktionäre, die im Rahmen von US-Strafverfahren umfassend ausgesagt hatten, war das volle Ausmaß der Korruption innerhalb der Fifa zutage gekommen.

Sind die Ethik-Wächter Infantino nun also zu mächtig geworden? Laut Bericht rechnen Beobachter damit, dass Infantino beim Fifa-Kongress in Bahrain Gegenkandidaten präsentieren wird, für die er sich vorher einer entsprechenden Mehrheit versichert hat. "Dann würde die Fifa in die Steinzeit zurückfallen", gibt ein Informant laut "Bild" zu bedenken. Auf Anfrage teilte die Fifa der Zeitung zufolge mit, dass man nicht im Vorfeld über Themen spekulieren könne, die beim Kongress von Delegierten entschieden würden.

Die unabhängige Ethikkommission ist ein Fifa-Rechtsorgan und insbesondere für die Untersuchung möglicher Verstöße gegen das Fifa-Ethikreglement zuständig. Seit 2012 ist sie in zwei Kammern unterteilt: eine Untersuchungskammer und eine rechtssprechende Kammer.

Quelle: n-tv.de