Fußball

DFB setzt auf KontinuitätFrauen-Bundestrainer Wück bekommt vorzeitig einen neuen langfristigen Vertrag

30.01.2026, 19:30 Uhr
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Christian Wück nach der herben Pleite im Nations-League-Finale im Dezember in Spanien. (Foto: IMAGO/Ulrich Hufnagel)

Der Deutsche Fußball-Bund glaubt daran, dass die Nationalmannschaft der Frauen mit Christian Wück endlich wieder einen Titel gewinnen kann. Deshalb stattet sie den durchaus umstrittenen Bundestrainer mit einem neuen Arbeitspapier bis zur Heim-EM 2029 aus.

Christian Wück soll die Entwicklung der deutschen Fußballerinnen weiter vorantreiben und nicht nur für eine erfolgreiche WM 2027 in Brasilien sorgen. Der DFB hat den ursprünglich zum Jahresende 2026 auslaufenden Vertrag mit dem 52 Jahre alten Bundestrainer gleich bis August 2029 verlängert. Damit soll Wück die nächsten drei Turniere mit der Auswahl bestreiten - und bestenfalls den ersten Titel seit Olympia-Gold 2016 holen.

"Christian Wück hat gemeinsam mit seinem Trainerteam nicht nur einen wichtigen Umbruch eingeleitet, sondern auch mutig auf junge Talente gesetzt", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf nach einem Beschluss des Aufsichtsrats und der Gesellschafterversammlung. "Unter seiner Leitung ist ein Team gewachsen, das durch sein selbstbewusstes, dynamisches und begeisterndes Spiel überzeugt." Wück würde die deutschen Frauen demnach nicht nur wie erwartet bei der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr betreuen, sondern bei einer Qualifikation auch bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles und bei der Heim-EM 2029.

"Es ist ein großes Privileg, dieses besondere Amt weiter ausüben und die Chance haben zu dürfen, das Team bei bis zu drei großen Turnieren zu begleiten", sagte Wück, hielt sich aber mit Erfolgsversprechen zurück: Im Mittelpunkt stehe "die bestmögliche Entwicklung jeder einzelnen Spielerin und der gemeinsame Anspruch, mutigen und erfolgreichen Fußball zu zeigen, um als Team gemeinsam weiterzuwachsen".

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schaffte damit vor der im März beginnenden WM-Qualifikation Klarheit rund um das Nationalteam mit Kapitänin Giulia Gwinn. Gegner auf dem Weg zum nächsten großen Turnier sind Slowenien, Österreich und Norwegen. Los geht es für die Weltmeisterinnen von 2003 und 2007 am 3. März in Dresden gegen Slowenien.

Zwei bittere Niederlagen gegen Spanien beenden Titelträume

Der DFB und die Verantwortlichen rund um Wück rechnen fest mit dem WM-Ticket und wollen als Gruppenerste den Umweg über die Playoffs unbedingt vermeiden. Auch seine Assistentinnen, die Ex-Nationalspielerinnen Saskia Bartusiak und Maren Meinert, haben sich bis 2029 an den Verband gebunden. Für die Vertragsverhandlungen habe man laut Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig "buchstäblich nicht länger als die Dauer eines Länderspiels gebraucht".

Wück hatte 2023 mit der männlichen U17-Auswahl des DFB EM- und WM-Titel gewonnen. 2024 nach den Sommerspielen von Paris übernahm er das Amt bei den Frauen als Nachfolger von Horst Hrubesch, der mit den DFB-Frauen nach einer großen Willensleistung Bronze gewann. Der Chefcoach schaffte den Umbruch nach Rücktritten wie von Starstürmerin Alexandra Popp, integrierte zudem Toptalente wie Carlotta Wamser oder Franziska Kett und überzeugte mit taktischen Umstellungen.

Öffentlich kritisierte Wück immer wieder die spielerischen Defizite und den Mangel an Topspielerinnen. Intern stieß sein Umgang zunächst nicht nur auf Gegenliebe: So kritisierte die langjährige Nationalspielerin Felicitas Rauch, als sie nicht nominiert wurde, die Kommunikation des Bundestrainers.

Bei der EM im vergangenen Jahr in der Schweiz schied das deutsche Team im Halbfinale gegen Spanien aus. Es trotzte aber vielen Widrigkeiten wie dem verletzungsbedingten Ausfall von Gwinn und begeisterte gegen Frankreich in einem epischen Viertelfinale. Ebenfalls gegen die Weltmeisterinnen aus Spanien unterlagen die DFB-Frauen danach im Nations-League-Finale. Auf die erreichten Erfolge sei man stolz, so DFB-Direktorin Nia Künzer, "gleichwohl bleibt unser Anspruch, auch wieder Titel zu holen".

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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