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Leverkusen lehnt 90 Millionen ab Für Havertz würde Hoeneß sich vergessen

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Kai Havertz macht Europas Fußball-Elite verrückt. Vor allem den FC Bayern.

(Foto: imago images / Nordphoto)

Der FC Bayern will nicht mehr als 80 Millionen Euro für einen neuen Fußballer ausgeben. Das sagt Präsident Uli Hoeneß. Für das heftig umworbene Leverkusener Top-Talent Kai Havertz müssten die Münchener allerdings eine Wahnsinns-Marke knacken - und sind offenbar nicht abgeneigt.

Wenn Uli Hoeneß nach nur wenigen Tagen seine Grundsätze über den Haufen wirft, muss es einen besonderen Anlass geben. In diesem Fall heißt der Grund Kai Havertz. 80 Millionen Euro hatte der Präsident des Doublesiegers Bayern München als Obergrenze für Transfers genannt, doch nach "tz"-Informationen wurde Bayer Leverkusen für das Fußball-Juwel ein Angebot über 90 Millionen unterbreitet. Und dennoch blitzten die Bayern damit ab.

Als "außergewöhnlich gut" bezeichnete Bundestrainer Joachim Löw einen der großen Hoffnungsträger beim Umbruch der Nationalmannschaft. Spielgestalter, Torjäger, Führungsspieler - Havertz ist trotz seiner erst 19 Jahre ein Ausnahmekönner. Kein Wunder, dass Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler diesen "wunderbaren Fußballer" nicht ziehen lassen möchte. Im "Kicker"-Interview betonte Völler, dass es eine "fundamental wichtige Entscheidung" gewesen sei, Havertz zu halten.

Mit 17 Treffern in 34 Spielen hatte Havertz großen Anteil am Champions-League-Einzug von Bayer. Unter 100 Millionen ist der Klub bei dem offensiven Mittelfeldspieler nicht gesprächsbereit. Neben den Bayern sind auch andere Topvereine auf ihn aufmerksam geworden. Völler bezeichnete Havertz als "am meisten umworbenen Spieler in ganz Europa". Der Youngster spielte in der Jugend bei Alemannia Aachen, bevor er mit zehn Jahren angesichts der besseren Perspektive nach Leverkusen wechselte.

"Würde ihn auch erst mal nicht verkaufen"

Vollkommen unproblematisch verliefen die Anfänge bei Bayer nicht, ein Wachstumsschub führte zu Problemen in Rücken und Knien. Diese kosteten ihn vorübergehend seinen Stammplatz. Doch diese Sorgen hat Havertz längst hinter sich gelassen. Gesetzt in der ersten Elf der Nationalmannschaft ist er zwar vor dem EM-Qualifikationsspiel am Samstag in Weißrussland noch nicht, doch dürfte dies nur eine Frage der Zeit sein. Der vergangenen Saison drückte Havertz seinen Stempel auf und bewies eine für seine Jugend bemerkenswerte Konstanz. Daher können auch die Münchner nachvollziehen, dass sie mit ihrem Angebot gescheitert sind. Er verstehe Völler total, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei Sky: "Den würde ich jetzt auch erst mal nicht verkaufen an seiner Stelle."

Leverkusen befindet sich in einer komfortablen Situation. Havertz besitzt noch einen Vertrag bis Juni 2022 - ohne Ausstiegsklausel. Dass er bis dahin noch in Leverkusen spielt, scheint trotzdem unwahrscheinlich. Mit seinen Auftritten in der Nationalmannschaft und in der nächsten Saison in der Königsklasse wird sich Havertz noch mehr ins Rampenlicht spielen. Wollen die Bayern ihn irgendwann an die Isar locken, wird Hoeneß seine Grundsätze wohl komplett vergessen müssen.

Quelle: n-tv.de, Oliver Mucha & Marco Mader, sid

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