Fußball

Atléticos Bollwerk zerlegt Furioser BVB siegt im CL-Spitzenspiel

a6251e2968e4f4a3665de1ff179b52df.jpg

REUTERS

Mit einem Kantersieg gegen den spanischen Topklub Atlético Madrid behauptet Borussia Dortmund die Tabellenführung in der Fußball-Champions-League. Dank der makellosen Bilanz von drei Siegen aus drei Spielen kann der BVB schon fast mit dem Achtelfinale planen.

Tabellenführer in der Fußball-Bundesliga, Spitzenreiter in der Champions League: Borussia Dortmund hat auch die erste echte Reifeprüfung der Saison mit Bravour gemeistert. Beim souveränen 4:0 (1:0) über das europäische Schwergewicht Atlético Madrid bewies das junge und seit nunmehr zwölf Pflichtspielen ungeschlagene Team von Trainer Lucien Favre erstaunliche Reife.

Dank der Treffer von Axel Witsel (38. Minute), Raphael Guerreiro (73./89.) und Jadon Sancho (83.) vor 66.099 Zuschauern im Signal Iduna Park gelang der dritte Sieg im dritten Spiel der Gruppe A. Damit ist der Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse mit der imposanten Bilanz von neun Punkten und 8:0 Toren zum Greifen nahe. "Ein 4:0 haben wir sicher nicht erwartet. Wie wir unsere Tore gemacht haben, spricht für die Mannschaft und unseren Lauf. Es zeigt, dass wir auf einem richtig guten Weg sind", sagte Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung der Dortmunder. Angreifer Mario Götze meinte: "Wir können alle sehr, sehr zufrieden sein. Wir haben jetzt neun Punkte und besser könnten wir nicht dastehen."

Götze ersetzt Alcácer

Nach Erfolgen beim FC Brügge (1:0) und gegen die AS Monaco (3:0) kam der BVB anfangs schwer in das Match, das Kapitän Marco Reus im Vorfeld "eine Reifeprüfung" genannt hatte. Favre musste auf den zuletzt so treffsicheren Torjäger Paco Alcácer verzichten, der mit muskulärer Probleme im Oberschenkel fehlte. Für den Spanier rückte Mario Götze, Edelreservist der vergangenen Wochen, ins Sturmzentrum. Dieser Kniff blieb erst noch ohne Wirkung.

Die Routiniers von Atlético kontrollierten die Anfangsphase und machten der jungen, aber sicher stehenden BVB-Abwehr viel Arbeit. Der Europa-League-Sieger aus Madrid mit den Weltstars Antoine Griezmann und Diego Costa reiste mit der besten Verteidigung der spanischen Primera División an. Wie zu erwarten war, entwickelte sich so ein Geduldsspiel. Selbst der hochgelobte Angriff der Borussia hatte länger Probleme, den Champions-League-Finalisten von 2014 und 2016 in Bedrängnis zu bringen. In der Bundesliga sind die Dortmunder mit 27 Toren nach acht Spielen die gefährlichste Mannschaft, bei der verdienten Führung gegen Spaniens Vizemeister von Coach Diego Simeone hatten sie jedoch auch etwas Glück.

Mit seinem ersten Schuss scheiterte der Belgier Witsel in der 21. Minute noch, der zweite gefährliche wurde von Saúl Niguez in das Tor des machtlosen Jan Oblak abgefälscht. Die Führung war auch ein Verdienst der starken BVB-Defensive, die in der ersten Halbzeit nur wenig zuließ. Die gefürchteten Atlético-Konter blieben weitgehend aus. Nur bei einen Schuss von Weltmeister Griezmann ans Außennetz (31.) kam Madrid dem Tor nahe. Mit zunehmender Spielzeit gelang es der Borussia, mehr und mehr die Regie zu übernehmen.

Madrid kommt stark aus der Pause

Zu Beginn der zweiten Halbzeit erhöhte Madrid merklich Druck und Tempo, hatte Vorteile beim Ballbesitz und drängte die Gastgeber in die eigene Hälfte zurück. Dabei hatte Pechvogel Saúl Niguez zwei gute Möglichkeiten und scheiterte mit der besten am Pfosten (53.). Anders als vor dem Seitenwechsel gelang es dem BVB lange Zeit nicht mehr, den Gegner mit seinem klugen Kombinationsspiel zu beschäftigen. Wie aus dem Nichts bot sich den Westfalen die Chance zum 2:0, doch Reus in seinem 50. Europacup-Einsatz und Achraf Hakimi standen sich gegenseitig im Weg (66.).

Besser machte es Hakimi als er den Ball scharf in den Strafraum spielte und der gerade erst eingewechselte Guerreiro vollendete. Die Gäste hatten weniger Glück, als auch Angel Correa nur an den Pfosten traf (78.) - und der eingewechselte Sancho und erneut Guerreiro kurz vor Schluss noch zum Endstand trafen.

Quelle: n-tv.de, Heinz Büse und Thomas Wolfer, dpa

Mehr zum Thema