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Trotzdem wird Eta groß gelobt"Geht nicht um mich" - Historische Bundesliga-Premiere endet ganz bitter

19.04.2026, 07:19 Uhr
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Marie-Louise Eta verlor ihr Bundesliga-Debüt mit Union Berlin. (Foto: REUTERS)

Die Fußball-Bundesliga erlebt einen großen Moment. Erstmals steht eine Trainerin als Chefin an der Seite. Doch ein Happy-End gibt's nicht, Marie-Louise Eta verliert mit Union Berlin gegen den VfL Wolfsburg. Sie redet die Dinge danach klein.

Nach dem ganzen Hype richtete Marie-Louise Eta den Blick auf das Wesentliche. Ob sie ihr historisches Bundesliga-Debüt genossen habe? "Darum geht es nicht. Es geht nicht darum zu genießen. Wir wollen ein Fußballspiel gewinnen. Es ist als Trainerin immer etwas Besonderes, an der Seitenlinie zu stehen. Aber für mich ging es darum, die Jungs bestmöglich zu unterstützen", sagte die Pionierin bei Sky.

Was war in den vergangenen Tagen über Union Berlins Interimstrainerin, den ersten weiblichen Chefcoach in der Ligageschichte, geschrieben und gesprochen worden. Und am Samstag begrüßten sie rund 20.000 Union-Fans im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei vor dem 1:2 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg als "Fußballgöttin", sogar Plakate gab es vereinzelt angesichts dieses besonderen Moments. Doch Eta blendete all das bewusst aus.

"Das Thema wurde von außen zu groß gemacht"

"Ich war total im Fokus, weil es geht um Fußball. Es geht nicht um mich", sagte die 34-Jährige. Auch die Mannschaft fand ihren Umgang mit dem Trubel. "Das Thema wurde von außen zu groß gemacht. Natürlich ist das etwas Historisches. Loui ist unfassbar inhaltlich, empathisch", sagte Rani Khedira. Eta habe den Fokus auf den Fußball gelegt. "Sie hat sich nicht hier ins Schaufenster stellen wollen. Sie hat gesagt: Es geht um uns, um diesen Verein, um Punkte."

Kapitän Christopher Trimmel zeigte sich beeindruckt davon, wie Eta den Rummel wegsteckt. "Wir wussten, dass einiges auf sie zukommt. Sie hatte da natürlich das Meiste zu buckeln", sagte der Österreicher. Eta habe dies "sehr, sehr gut gemacht. Inhaltlich und menschlich top. Das hat man heute schon gesehen." Außenverteidiger Derrick Köhn erklärte derweil, das Team fühle sich "sehr wohl mit ihr. Wir haben versucht, ihr heute vor allem einen Sieg zu schenken, aber das ist leider nicht gelungen."

Auch im Spiel eins nach der Trennung von Steffen Baumgart blieb Union ohne Sieg, nur zwei der vergangenen 15 Spiele gewannen die Berliner. Vier Spieltage vor Schluss ist Relegationsrang 16 nur noch sechs Punkte entfernt. Die Leistung aus dem Wolfsburg-Spiel, das Union trotz großer Chancen verlor, stimmte Eta im Kampf um den Klassenerhalt aber optimistisch: "Ich bin absolut überzeugt, dass wir mit der Art und Weise, mit der wir aufgetreten sind, die entscheidenden Punkte holen werden."

Das sah auch Kapitän Trimmel so. Trotz der Pleite sei "vieles" aufgegangen: "Das war eine gute, positive Woche, auch auf dem Platz war es wirklich in Ordnung." Nur das Ergebnis passte halt nicht.

"Der war heute brutal wichtig"

Die Wolfsburger Patrick Wimmer (11.) und Dzenan Pejcinovic (46.) bescherten ihrem Trainer Dieter Hecking derweil mit zwei tollen Distanzschüssen den ersten Dreier im fünften Anlauf, um den sie lange zittern mussten. Die Berliner bauten nach dem zweiten Tor immer mehr Druck auf. Wolfsburgs Torhüter Kamil Grabara parierte aber ein ums andere Mal stark. Erst Oliver Burke schaffte es nach einem Konter, den VfL-Torhüter spät zu überwinden. Grabara rettete in der Nachspielzeit überragend gegen Doekhi.

Die Berliner stehen nun sechs Punkte vor Relegationsrang 16, den der FC St. Pauli belegt. Die Wolfsburger auf Platz 17 rückten nach zwölf Spielen ohne Sieg bis auf zwei Punkte an die Kiezkicker heran. Beide Teams treffen beim Saisonfinale am 16. Mai in Hamburg aufeinander. "Für heute Abend ist alles gut - und trotzdem weiß ich: Wir sind immer noch Vorletzter. Ja, wir haben gegenüber Pauli ein Tor gutgemacht, wir haben zwei Punkte gutgemacht", ordnete Hecking ein. In der Mannschaft machte sich derweil eine erste große Erlösung breit. "Der Sieg war heute brutal wichtig", sagte Maximilian Arnold voller Erleichterung: "Die letzten Wochen haben wir nur auf die Fresse bekommen."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid

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