Fußball

Bayern-Deal statt "böses Blut" Gladbach trauert Cuisance nicht nach

b7f26ca822560c4a55d143ab2f8acfdb.jpg

Michaël Cuisance spielt künftig gemeinsam mit Bayern-Star Niklas Süle.

(Foto: imago images / DeFodi)

In Mönchengladbach stand Michaël Cuisance der Weg zu einer großen Fußballzukunft offen, doch der junge Franzose wollte nicht warten. Nun sucht er Glück und mehr Spielzeit ausgerechnet beim FC Bayern - und hinterlässt in Mönchengladbach verbrannte Erde und Kopfschütteln.

Der FC Bayern München hat den Wechsel von Mittelfeldspieler Michaël Cuisance von Borussia Mönchengladbach perfekt gemacht. Wie der deutsche Fußball-Rekordmeister mitteilte, unterschrieb der 20-jährige Franzose einen Vertrag über fünf Jahre bis zum Sommer 2024. Zur Ablösesumme wurden keine Angaben gemacht, sie soll bei rund zehn Millionen Euro liegen.

*Datenschutz

"Ich weiß, dass dies ein sehr großer Schritt für mich ist. Aber ich fühle mich bereit und bin sehr stolz, künftig das Trikot des FC Bayern tragen zu dürfen", wird der U20-Nationalspieler in einer Vereinsmitteilung zitiert. Am Dienstag soll er auf einer Pressekonferenz mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic vorgestellt werden.

Von seinem neuen Klub gab es bereits lobende Worte für den Franzosen. "In seiner ersten Profisaison in Gladbach war Michaël Cuisance bereits Gladbachs 'Spieler der Saison'. Er bringt technisch sehr viel mit, verfügt über großes Potenzial", kommentierte Salihamidzic die Verpflichtung: "Michaël soll sich bei uns entwickeln. Wir sind davon überzeugt, dass wir viel Freude an ihm haben werden."

"Gladbach ist ihm zu klein geworden"

Die hatten die Gladbacher an Cuisance zuletzt verloren, der überraschende Wechsel nach München rief in Mönchengladbach vor allem Unverständnis und Kritik hervor. "Er ist ein talentierter Spieler, der aber noch viel lernen muss. Ich hatte zuletzt den Eindruck, Gladbach ist ihm zu klein geworden", sagte Mönchengladbachs neuer Trainer Marco Rose. Der Juniorennationalspieler aus Frankreich war im Sommer 2017 von AS Nancy gekommen und bestritt seitdem 35 Bundesligaspiele. Cuisance hatte in Mönchengladbach noch einen Vertrag bis Ende Juni 2023, war zuletzt aber unzufrieden mit seiner Rolle bei der Borussia - und forderte eine Stammplatzgarantie.

"Ich denke, dass er einige Verhaltensweisen, die er bei uns an den Tag gelegt hat, sicher nicht bei seinem neuen Arbeitgeber an den Tag legen wird", sagte Rose zu dieser Vorgehensweise: "So ein Verhalten geht bei uns hier einfach auch nicht."

"Hat mich überrascht"

*Datenschutz

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl, der den talentierten Mittelfeldspieler 2017 für einen kleinen sechsstelligen Betrag verpflichten konnte, zeigte sich derweil verwundert über Cuisances neuen Klub: "Das hat mich überrascht, aber das ist ja nicht meine Entscheidungsfindung. Ein junger Spieler muss spielen und ich glaube, dass die Bayern einen hervorragenden Kader haben. Da wird es für einen jungen Spieler nicht einfacher zu spielen als bei uns."

Eberl betonte, dass Cuisance ein guter Spieler, für die Borussen aber auch ein schwieriger Spieler gewesen sei. "Kein anderer Spieler hat von uns in den vergangenen 13 Monaten so viel Aufmerksamkeit bekommen. Wir haben alles versucht", meinte Eberl: "Aber wenn einer seine Chance nicht nutzen will, dann geht es eben auch nicht. Bevor es böses Blut gibt, muss man halt eine Entscheidung fällen."

Mit den geschätzten zehn Millionen Euro Ablöse haben die Gladbacher immerhin einen finanziellen Gewinn mit der Personalie gemacht. Trotzdem sagte Eberl: "Diese Geschichte ist für mich in den elf Jahren als Sportdirektor einmalig."

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

Mehr zum Thema