Fußball

Veruntreuung von DFB-Vermögen? Grindel droht Ärger mit der Justiz

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Grindel geht wegen einer Uhr. Nun prüft die Staatsanwaltschaft weitere mögliche Unregelmäßigkeiten.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Diesmal geht es nicht um die anstößige Luxusuhr: Dem Ex-DFB-Chef droht inzwischen handfester Ärger mit der Justiz. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft prüft, ob Grindel Verbandsvermögen veruntreut hat.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat gegen den zurückgetretenen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel eine Verdachtsprüfung eingeleitet - allerdings nicht wegen der Einfuhr einer Luxusuhr. "Diese ist nicht Gegenstand des hiesigen Prüfvorgangs", teilte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen mit. Zu Stand und Inhalt des Prüfvorgangs wollte sie zunächst keine weiteren Angaben machen. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete mit Verweis auf die Frankfurter Staatsanwaltschaft, gegen Grindel laufe eine Prüfung wegen einer möglichen "Veruntreuung von Verbandsvermögen".

Grindel war am Dienstag von seinem Amt beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) zurückgetreten. Der 57-Jährige hatte sich bei seiner Erklärung vor allem auf die 6000 Euro teure Uhr bezogen, die ihm 2017 der ukrainische Funktionär Grigori Surkis geschenkt hatte. Auf Flugreisen mitgebrachte Waren müssen ab einem Wert von 430 Euro versteuert werden. Sofern das nicht geschieht, drohen Bußgeld- oder Strafverfahren - es sei denn, die betroffene Person hat rechtzeitig eine Selbstanzeige gestellt.

Die DFB-Ethikkommission hatte bereits angekündigt, den "Fall Grindel" zu untersuchen. Da Grindel auch im Council des Weltverbands Fifa sowie in dem Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (Uefa) sitzt, drohen ihm auch hier Ermittlungen.

Verdienstausfall: Gegen Präsidiumsauflage verstoßen?

Bereits in den vergangenen Monaten hatten Medien über einen möglicherweise anstößigen Umgang Grindels mit Verbandsgeldern berichtet. Laut "Süddeutsche" ging es dabei um eine Summe von 78.000 Euro, die Grindel von Juli 2016 bis Juli 2017 als Aufsichtsratschef einer DFB-Tochtergesellschaft namens DFB-Medien erhalten habe, aber dem DFB-Präsidium nicht gemeldet haben soll. In diesem Zusammenhang habe Grindel gegen einen Präsidiumsbeschluss verstoßen, berichtete die Zeitung weiter.

Demnach zahlte das Präsidium Grindel zu Beginn seiner Präsidentschaft zusätzlich zu einer Aufwandsentschädigung von monatlich 7200 Euro auch noch einen Verdienstausfall von monatlich 7200 Euro. Eine Auflage sei damals gewesen, dass Grindel weitere Einnahmen angeben müsse. Der DFB habe eine externe Kanzlei mit der Klärung dieser Frage betraut.   

Quelle: n-tv.de, mau/sid

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