Fußball

FC Bayern? Rucksack-Affäre! HSV setzt auf Sportdirekor Knäbel und hofft

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"Das ist ein Schlag ins Kontor": Peter Knäbel.

(Foto: imago/MIS)

In der Rucksack-Affäre nimmt HSV-Chef Beiersdorfer seinen Sportdirektor Peter Knäbel in Schutz. Der Verein will aufklären und schaltet Wirtschaftsprüfer ein. Über Fußball, die Bundesliga und den Auftaktgegner FC Bayern reden sie in Hamburg hingegen kaum.

Der Hamburger SV will die Rucksack-Affäre aufklären und so verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer warnte davor, den in der Kritik stehenden Sportdirektor Peter Knäbel vorzuverurteilen. Wirtschaftsprüfer sollen nun mit dem Fall betraut werden. Nach dem desolaten Ausscheiden im DFB-Pokal gegen den Viertligisten Carl-Zeiss Jena (2:3) hoffen Beiersdorfer und Trainer Bruno Labbadia, dass die Mannschaft sich zum Bundesliga-Auftakt gegen den FC Bayern am Freitag (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de)) in München zusammenreißt und mit Leidenschaft kämpft.

"Wir haben Peter das Vertrauen ausgesprochen, und wir haben auch Vertrauen in ihn. Es ist noch nichts aufgeklärt", sagte der Klubchef des Fußball-Bundesligisten. "Peter arbeitet hier 24 Stunden rund um die Uhr für den Klub und tut dies mit aller Leidenschaft und Professionalität". Am Montag war publik geworden, dass interne Dokumente von Knäbel in einem Hamburger Park gefunden worden waren. "Das ist ein Schlag ins Kontor", meinte Beiersdorfer. Er beteuerte, nichts kleinreden und alles lückenlos aufklären zu wollen.

"Wollen den Schritt ins Mittelfeld tun"

Gehälter der Profis, Prämienzahlungen und Vertragsdetails sollen in den Papieren stehen. Eine Altenpflegerin hatte die Unterlagen in einem Rucksack entdeckt, der Knäbel nach dessen Angaben gestohlen worden war. Beiersdorfer erklärte, Knäbel habe Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt und der HSV ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen zur Aufklärung der Vorgänge beauftragt. Es sei ein "laufendes Verfahren", das man erst weiter kommentieren wolle, wenn Ergebnisse vorliegen. "Es ist selbstverständlich, dass wir hinter unserem Mitarbeiter stehen und es keine Vorverurteilung gibt." Bereits nach Bekanntwerden des Vorgangs hatten er und Aufsichtsratschef Karl Gernandt Knäbel das Vertrauen ausgesprochen.

Derzeit soll Knäbel normal weiterarbeiten. Nach Informationen von "Sky Sport News HD" wurde bereits der Spielerberater von Nicolai Müller bei Knäbel vorstellig und wollte Auskunft über die Affäre. Der Ex-Mainzer gehört zu den vier HSV-Profis, denen der Klub hohe Strafen wegen des falschen Schuhausrüsters aufgebrummt hat. Trotz der negativen Schlagzeilen hofft Beiersdorfer auf eine bessere Spielzeit als in den vergangenen beiden Jahren, als der Verein sich erst in der Relegation rettete. "Natürlich muss sich die Einstellung fundamental nach oben entwickeln, um in der Bundesliga leistungsfähig zu sein."

Dennoch gehe der Klub positiv in die Spielzeit: "Wir sind überzeugt, dass wir eine bessere Saison als letztes Jahr spielen und wollen den Schritt ins Mittelfeld tun." Der Grippe-geplagte Trainer Bruno Labbadia fordert gegen die Bayern ein ganz anderes Gesicht seiner Mannschaft: "Wir müssen über hohe Laufbereitschaft kommen und auch Gegendruck erzeugen." Wahrscheinlich wird Kapitän Johan Djourou nach auskurierter Leistenblessur für den Brasilianer Cléber (Nackenprobleme) im Abwehrzentrum verteidigen.

Quelle: ntv.de, Britta Körber, dpa