Fußball

Einer der Getöteten war Mitglied Hallescher FC betrauert Terroranschlag-Opfer

Durch den Terroranschlag eines Rechtsextremisten sterben in Halle zwei Menschen. Eines der Opfer war aktives Mitglied der Fanszene des Fußball-Drittligisten Hallescher FC. Der Verein steht unter Schock und ruft die Mannschaft zusammen - vermeidet aber den Begriff "rechtsextrem".

Der Hallesche FC ist nach dem Terroranschlag auf eine Synagoge in der Stadt in tiefer Trauer. "Der Verein ist auch direkt betroffen, weil ein Mitglied von uns unter den Toten ist", sagte HFC-Präsident Jens Rauschenbach vor einem nicht öffentlichen Testspiel des Fußball-Drittligisten beim sächsischen Zweitligisten FC Erzgebirge Aue. "Wir stehen alle noch unter Schock", sagte Rauschenbach.

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Bei dem Anschlag eines Rechtsextremisten in Halle waren am Mittwoch zwei Menschen getötet worden. Der Täter hatte zunächst vergeblich versucht, sich Zugang zur Synagoge der Stadt zu verschaffen. Dort hielten sich zu diesem Zeitpunkt rund 80 Personen auf, die Jom Kippur feierten, das höchste jüdische Fest. "Wir haben über die Kamera unserer Synagoge gesehen, dass ein schwer bewaffneter Täter mit Stahlhelm und Gewehr versucht hat, unsere Türen aufzuschießen", sagte der Vorsitzende der Gemeinde, Max Privorozki, wenige Stunden nach dem Angriff. Die Türen hielten jedoch stand, durch die Schüsse starb jedoch eine Frau. Wenig später tötete der Rechtsextreme in einem nahegelegenen Dönerimbiss einen Mann und flüchtete. Am Nachmittag meldete die Polizei eine Festnahme.

"Es wird uns zusammenschweißen"

Bei den Toten handelt es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen um eine 40 Jahre alte Frau aus Halle sowie einen 20 Jahre alten Mann aus Merseburg. "Unter den Todesopfern befand sich nach ersten Erkenntnissen ein aktives Mitglied der HFC-Fanszene aus Merseburg", hatte der HFC vor den Aussagen von Rauschenbach bereits auf seiner Homepage geschrieben. Dabei soll es sich laut "Mitteldeutscher Zeitung" um den 20-Jährigen handeln. In der Partie gegen Aue (3:2) traten die HFC-Spieler mit Trauerflor an, sie wollen ihn auch im Landespokalspiel am Samstag bei der SG Rot-Weiß Talheim tragen.

"Das ist auch ein Anschlag auf das gesamte Leben in der Stadt", sagte Rauschenbach. Er war nach eigenen Angaben zum Zeitpunkt der Taten im Stadion des HFC zu Vertragsverhandlungen gewesen. Unmittelbar nach Bekanntwerden der schrecklichen Geschehnisse hatten die HFC-Verantwortlichen die Mannschaft zusammengerufen. "Das muss man erstmal verarbeiten", sagte Rauschenbach. "Es ist bitter, es wird uns zusammenschweißen." Der Verein verurteilt in der Stellungnahme "jegliche Form von Terror, Extremismus und Gewalt" - das rechtsextreme Motiv des Täters benennt der Klub jedoch nicht.

Quelle: n-tv.de, tsi/dpa

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