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Mehrere Hundert Polizeibeamte und Bundespolizisten sind zur Absicherung eines Bundesligaspiels nötig.
Mehrere Hundert Polizeibeamte und Bundespolizisten sind zur Absicherung eines Bundesligaspiels nötig.(Foto: imago/photoarena/Eisenhuth)
Mittwoch, 12. September 2018

Termincrash mit Bayern-Partie: Herthaspiel droht Verlegung wegen Erdogan

Die Bundesligapartie zwischen Hertha BSC und dem FC Bayern fällt in den Besuch des türkischen Staatspräsidenten Erdogan, bei dem massive Proteste erwartet werden. Die Polizei will wegen der knappen Personaldecke den Notstand ausrufen und das Fußballspiel verlegen.

Wegen einer Kollision mit dem Besuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayip Erdogan könnte das für Freitag, 28. September, terminierte Spiel in der Fußball-Bundesliga zwischen Hertha BSC und dem FC Bayern München in Berlin verschoben werden. Das berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf den Gesamtpersonalrat der Polizei.

Die Vertretung für 25.000 Mitarbeiter habe SPD-Innensenator Andreas Geisel aufgefordert, für den 28.und 29. September die Ausrufung des polizeilichen Notstands in der Hauptstadt zu prüfen. Sollte dem stattgegeben werden, hätte das weitreichende Folgen für die Partie im Olympiastadion am Freitagabend und andere Veranstaltungen. Zwar ist das Spiel gegen den deutschen Rekordmeister nicht als Risikospiel eingestuft worden, bei dem mit Ausschreitungen gewalttätiger Fans zu rechnen wäre. Allerdings ist die Partie schon jetzt fast ausverkauft.

Um das Spiel abzusichern sind nach Angaben der Polizei etwa 300 Beamte nötig, dazu kommt ein Kontingent an Bundespolizisten, die die An- und Abreise der Fans begleiten. Die Einsatzkräfte würden jedoch dringender gebraucht, um den Besuch Erdogans und die Proteste gegen den türkischen Staatspräsidenten abzusichern, argumentieren die Personalvertreter. Schließlich sei absehbar, dass die Zahl der zur Verfügung stehenden Beamten nicht ausreiche, um "Sicherheit und Ordnung aufrechtzuerhalten", schreibt der "Tagesspiegel".

Großdemo der linken Szene

Neben diverser kleinerer Demonstrationen am 28. September ist für den Samstag danach eine Großdemonstration der linken Szene zum Brandenburger Tor geplant. Dabei soll gegen Erdogan protestiert werden, aber auch gegen die angeblichen "Feinde in der deutschen Bundesregierung".

Die kurdische Gemeinde ruft ebenfalls zu Protesten auf. Wegen der schlechten Personalsituation sei die Durchsetzung und Sicherung des Versammlungsrechts wichtiger als eine von der Fußball Liga vorgesehene Sportveranstaltung, heißt es laut Bericht. Herthas Heimspiel jetzt noch zu verschieben, sei zumutbar.

Quelle: n-tv.de