Fußball

"50, 60 oder 70 Millionen geben" Hoeneß liebäugelt mit Mega-Transfer

Uli Hoeneß, Präsident des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München, verurteilt den aktuellen Transfer-Wahnsinn und hofft auf einen Kurswechsel. Dennoch verspricht er den Fans die Verpflichtung eines Topstars - und will einige Millionen lockermachen.

Bundesligist FC Bayern kann laut seines Präsidenten Uli Hoeneß beim aktuellen Wechsel-Wahnsinn im Fußball nicht mithalten, schließt einen eigenen Mega-Transfer aber nicht aus. "Wir sehen uns außerstande, einen Neymar, den ich übrigens gar nicht für so gut finde, für 220 Millionen oder einen Mbappe, den ich richtig gut finde, für 180 zu kaufen", sagte Hoeneß beim Weihnachtstreffen mit dem Fanklub "Schießamer Red-White Dynamite".

Aber, ergänzte er: "Auf den Positionen, auf denen wir Bedarf sehen, werden wir sicher auch mal einen größeren Transfer machen. Ich denke, da wird es auch mal Transfers von 50, 60 oder 70 Millionen geben." Grundsätzlich strebe der Verein aber eine "Mischung" aus Topstars und Spielern aus der eigenen Jugend an.

Ein solcher Topstar für einen Mega-Transfer ist allerdings nicht Weltmeister Sami Khedira. Zwar habe es ein Treffen gegeben, aber keine Transfergespräche, so Hoeneß. Khediras Rechtsanwalt habe ihn gefragt, ob er eine Idee für dessen Karriere nach der Profikarriere habe und um eine halbstündige Unterhaltung gebeten, "diese halbe Stunde habe ich dem Sami Khedira gegeben", sagte Hoeneß. Der 30-jährige Mittelfeldspieler steht noch bis 2019 beim italienischen Rekordmeister Juventus Turin unter Vertrag. Die Bayern waren unter Trainer Pep Guardiola einst an seiner Verpflichtung interessiert.

Heynckes ist "ein Lotto-Sechser"

Hoeneß forderte zudem bei der Weihnachtsfeier, dass "Mega-Transfers irgendwann Einhalt geboten wird. Das kann auf die Dauer nicht gehen", Hoffnung habe er, sagte er: "Es gibt Überlegungen in Brüssel, dass der Fußball wieder mit der gleichen Waffe spielt. Dann werden diese Vereine wieder sehr schnell im Mittelfeld des Interesses sein, der FC Bayern muss das nur aussitzen." Wie im Fall Italien vor einigen Jahren werde es in fünf Jahren auch mit England so sein, dass die deutschen Klubs wieder auf Augenhöhe kommen.

Der Klubpräsident ließ bei der launigen Veranstaltung auch über eine Weiterbeschäftigung von Trainer Jupp Heynckes abstimmen. "Wer ist dafür, dass Jupp Heynckes noch ein Jahr beim FC Bayern bleibt?", rief er in den Saal - und erntete Jubel. "Also: Ich werde dem Jupp mitteilen: Der Schießamer Fanklub hat mit 300 zu 0 beschlossen, dass er noch ein Jahr bleiben muss. Dann schauen wir mal, was er nach Weihnachten dazu sagt." Heynckes sei "ein Lotto-Sechser mit Jackpot" für den FC Bayern.

Quelle: ntv.de, ara/sid