Fußball

"Ohne ein Mindestmaß an Anstand" Hummels und Co. keifen gegen 96-Boss Kind

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Das Spielerbündnis um Mats Hummels greift 96-Klubchef Martin Kind scharf wegen der Aussagen zu Torhüter Ron-Robert Zieler an.

(Foto: Jürgen Fromme /firo Sportphoto/POOL)

Die öffentliche Degradierung von Weltmeister-Torwart Ron-Robert Zieler bei Hannover 96 schlägt hohe Wellen. Das neue Spielerbündnis um Promiakteure wie Mats Hummels und Sven Bender kritisiert 96-Klubchef Martin Kind für dessen Aussagen nun heftig. Auch Zielers Vater trägt zum Schmierenstück bei.

Ein degradierter Weltmeister, ein polternder Klubchef, ein zürnender Vater - und nun gar ein öffentlicher Aufschrei der nationalen Fußball-Prominenz: Die Posse um die Ausbootung von Ron-Robert Zieler bei Hannover 96 zieht immer größere Kreise. Zielscheibe der Kritik ist Martin Kind. Mit ungewöhnlich scharfen Worten missbilligte das neue Spielerbündnis der Profifußballer das Gebaren des Vereinspatrons.

Kind, der Zieler bei einer Veranstaltung der "Neuen Presse" heftig angegangen hatte ("Wir hätten ihn gar nicht verpflichten dürfen damals"), habe Zieler "ohne ein Mindestmaß an Anstand, Respekt und Professionalität" öffentlich "diskreditiert". In der Stellungnahme des Bündnisses, das im Juni mit Spielern wie Mats Hummels, Neven Subotic und Sven Bender an den Start ging, heißt es: "Polemik und Respektlosigkeit gehören nicht zum Fußball." Der Umgang zwischen Verein und Spieler "sollte auch bei sportlichen Differenzen immer respektvoll und wertschätzend sein. Natürlich kann sich ein Funktionär zu sportlichen Einschätzungen äußern. Sachlich und intern. Aber nicht respektlos über die Medien."

"Mit fragwürdigen Methoden aus Verein ekeln"

Fest stand schon vor den harschen Worten von 96-Geschäftsführer Kind: Zieler hat in Hannover keine sportliche Zukunft mehr. Trainer Kenan Kocak setzt trotz eines bis 2023 laufenden Vertrags in der kommenden Saison nicht mehr auf den Torhüter, der 2014 in Brasilien zum deutschen Weltmeister-Kader gehört hatte, und holte stattdessen Michael Esser als neue Nummer eins zurück zu den Niedersachsen. Jenen Esser, der erst vor einem halben Jahr als Ersatzkeeper von 96 zur TSG Hoffenheim "geflüchtet" war.

Die Reaktion aus dem Hause Zieler ließ nicht lange auf sich warten. Aber nicht der 31-Jährige selbst, sondern sein Vater Raimunt meldete sich via "Kölner Stadt-Anzeiger" zu Wort. "Hier zeigt sich der Versuch, einen verdienten, stets loyalen Profi mit fragwürdigen Methoden aus dem Verein zu ekeln", polterte Zieler senior: "Das widert mich an. Das ist ein schäbiger Vorgang, den Ron-Robert absolut nicht verdient hat."

Vollends zum Schmierenstück wurde die Degradierung des sechsmaligen Nationalspielers, der schon von 2011 bis 2016 für Hannover auflief, dann durch die Kritik Kinds. Ein Schmierenstück, das mit den deutlichen Aussagen des Spielerbündnisses einen vorläufig neuen Höhepunkt erreicht hat.

Quelle: ntv.de, Christoph Stukenbrock, sid