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"Der Ausputzer" vernimmt Hilferufe Ich bin ein Bundesliga-Star - holt mich raus

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"Ich hatte Tränen in den Augen, als ich ins Stadion eingelaufen bin": Ivica Olic.

(Foto: imago/MIS)

Es scheint, als schließe die Fußball-Bundesliga mit Start der Rückrunde direkt ans scheidende Dschungelcamp an. Das Motto: Was zum Teufel mache ich hier eigentlich? Unter den Fragestellern: Ivica Olic, Josep Guardiola und André Schürrle.

Rückrundenstart gut, alles gut? Von wegen. Die Geschichten des 18. Spieltags in der Fußball-Bundesliga schrieben nicht nur die, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren - Freiburgs Nils Petersen könnte da einiges zu sagen - sondern auch die, die zumindest für den Moment im falschen Film gelandet waren.

"Der Ausputzer" auf n-tv.de

Das Fußballwochenende ist passé, alles ist geschrieben und gesagt. Wirklich alles? Natürlich nicht. Mit unserer Kolumne "Der Ausputzer" kehren wir auf n-tv.de dienstags, was aufzukehren ist. Unsere Autoren sind: Christian Bartlau, Kai Butterweck, Anja Kleinelanghorst und Ingo Scheel. Nach dem Spiel ist schließlich vor dem Spiel.

" Ich hatte Tränen in den Augen, als ich ins Stadion eingelaufen bin" - so lautete die emotionale Wasserstandsmeldung von Hamburg-Heimkehrer Ivica Olic, der den VfL Wolfsburg verlassen hat, vom Mittellandkanal heim an die Elbe gewechselt ist und am Samstag gegen den 1. FC Köln zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder für seinen HSV spielte. Taschentücher hätte der bedauernswerte Dauerläufer auch nach Schlusspfiff gut gebrauchen können, so trist und erschütternd war die Leistung seines neuen Arbeitgebers. Was mag im armen Olic nach dem sang- und klanglosen 0:2 gegen wackere Kölner vorgegangen sein? "Ich bin ein Star … holt mich hier raus"?

Frosthöhle der eiskalten Wölfe

Schon am Tag zuvor musste Josep Guardiola dieselbe Erfahrung machen. Lange Winterpause hin, Smalltalk mit den Scheichs in Katar und Saudi-Arabien her - was zählt, ist aufm Platz. Und da stolperten sein FC Bayern aus dem warmen Wüstensand in die Frosthöhle der eiskalten Wölfe. Vier Buden am Stück - wofür die gesamte Liga die gesamte Hinrunde benötige, das netzte der VfL Wolfsburg den Bajuwaren mal eben an einem Abend ins Gebälk. Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Co. dürften die Lederhosen immer noch nicht ganz wieder angezogen haben, so nachhaltig wurden ihnen selbige ausgezogen. Und hinter Peps wolkenverhangener Stirne? "Ich bin ein Star …"

Dass man weder auf dem Platz noch auf der Bank postiert sein muss, um diese Gefühle zu teilen, veranschaulichte am Wochenende der gute André Schürrle. Nachdem aus dem Umfeld des VfL Wolfsburg - nicht zuletzt auch durch den Olic-Transfer unterstrichen - Transfervollzug zumindest stark angedeutet worden war, fand sich der Umworbene auf der Tribüne wieder. Aber nicht etwa, um das Feuerwerk seines neuen, nein, das, zugegeben nicht minder unterhaltsame, 5:0 seines alten Klubs Chelsea gegen Aston Villa mitzuerleben. Die knirschenden Zähne des Ausgebooteten hörte man bis auf den Kontinent. "Ich bin ein Star …" Mittlerweile dürfte er aber wieder besänftigt sein. Er spielt ab sofort tatsächlich für Wolfsburg. Also, zumindest hat er beim VfL einen Vertrag unterschrieben.

Wer an diesem Spieltag noch alles "Holt mich hier raus" schrie? Vor allem Schalkes Jan-Klaas Huntelaar mit seinem selten bräsigen Foul an Manuel Schmiedebach von Hannover 96 in der 85. Minute. "Ich bin ein Star - schmeisst mich mal raus." Schiedsrichter Sascha Stegemann tat ihm den Gefallen. Zumindest musste niemand Kakerlaken oder Krokodil-Testikel verzehren. Das wäre dann endgültig der falsche Film gewesen.

Quelle: n-tv.de

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