Fußball

Gegen Vorbildfunktion verstoßen Impfpass-Fälschung: DFB sperrt Anfang für ein Jahr

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Markus Anfang wird zumindest in dieser Saison keinen Job als Coach mehr bekommen.

(Foto: imago images/Eibner)

Der ehemalige Werder-Trainer Markus Anfang darf wegen der Nutzung eines gefälschten Impfpasses ein Jahr lang nicht mehr als Trainer arbeiten. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes sperrt 47-Jährigen rückwirkend ab dem 20. November. Aber Anfang kommt noch glimpflich davon.

Im Zuge des Skandals um seinen vermeintlich gefälschten Impfausweis ist Markus Anfang vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für ein Jahr gesperrt worden. Zudem muss der ehemalige Trainer des Zweitligisten Werder Bremen 20.000 Euro Strafe zahlen. Das Berufsverbot des 47-jährigen Anfang gilt rückwirkend ab dem 20. November. Sein ehemaliger Co-Trainer Florian Junge wurde mit einer Sperre von zehn Monaten sowie einer Geldstrafe von 3000 Euro belegt. Das gab der DFB bekannt.

"Markus Anfang und Florian Junge haben durch ihr Handeln in erheblichem Maße gegen die Vorbildfunktion als Trainer verstoßen", sagte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts: "Im Hinblick auf ihre abgelegten Geständnisse ist es aber gerechtfertigt, einen Teil der Sperre zur Bewährung auszusetzen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, zur Saison 2022/2023 ein neues Engagement einzugehen." Bei Anfang wird die Sperre ab dem 10. Juni zur Bewährung bis zum 30. Juni 2023 ausgesetzt, bei Jung ab dem 1. Juni.

"Unzutreffend als 'zweifach geimpft' ausgewiesen"

Anfang hatte zuletzt zugegeben, mit einem gefälschten Impfzertifikat getäuscht zu haben. "Er hat eingeräumt, einen falschen Impfausweis vorgelegt zu haben", sagte der Bremer Oberstaatsanwalt Frank Passade dem SID Anfang Januar. Im Zuge der Affäre war Anfang im November in Bremen zurückgetreten. Sein Nachfolger wurde Ole Werner, mit dem Werder Bremen bisher jedes Spiel gewann.

Anfang und Junge haben sich laut DFB-Mitteilung im Spätsommer 2021 "jeweils einen gefälschten Impfausweis besorgt, der sie unzutreffend als 'zweifach gegen das Coronavirus geimpft' auswies". Diesen hätten sie dann bei Werder vorgelegt, "sodass sie ab dem frühen Herbst nicht mehr an den im DFB-/DFL-Hygienekonzept vorgeschriebenen Testungen von Werder Bremen teilnahmen. Zudem legten beide den gefälschten Impfausweis auch dem Bremer Gesundheitsamt vor, um sich infolge des Kontakts mit dem damals an Corona erkrankten Bremer Spieler Marco Friedl der gesetzlich vorgeschriebenen Quarantäne zu entziehen."

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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