In Hamburg wachsen die SorgenHSV-Heißsporn Luka Vuskovic explodiert vor Frust und Verzweiflung

Nach dem guten Start ins Jahr träumen einige Fans des Hamburger SV schon von mehr. Doch zwei Pleiten holen den Aufsteiger ruppig auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Hanseaten stehen vor einem enorm wichtigen Spiel.
Luka Vuskovic hätte seinem Hamburger SV vor dem wichtigen Abstiegskampf-Duell in Wolfsburg den ganz großen Druck ersparen können. Wenige Sekunden vor der besiegelten 0:1-Pleite gegen Leverkusen ließ der Abwehrchef erst zwei XXL-Chancen samt Lattentreffer liegen, trat aus Frust viermal gegen den Pfosten des Tores, kickte einen Werbe-Aufsteller vor der Bank weg und warf seine Schuhe in Richtung Ersatzbank. Daneben bejubelten die Leverkusener den knappen, aber vollkommen verdienten Erfolg über die Hanseaten.
"Luca lebt von seiner Emotionalität", sagte Trainer Merlin Polzin nach der Partie im Nachholspiel der Fußball-Bundesliga. Wenn man so kurz vor Schluss die Chance auf ein Unentschieden habe, dann sei es normal, dass Emotionen raus müssten. Die Wut und Enttäuschung des jungen Kroaten verdeutlichte den Frust der Hamburger, die nach einem starken Start ins Jahr nun zwei verdiente Niederlagen in Folge gegen die Top-Klubs Leipzig (1:2) und Leverkusen hinnehmen mussten. Am Wochenende kommt es zum wichtigen Abstiegskampf-Duell beim sechs Punkte entfernten Tabellen-17. Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky und im Liveticker bei ntv.de). Aufsteiger HSV steht als Elfter nur vier Punkte vom Abstiegsrelegationsrang entfernt.
"Nicht die Realität aus den Augen verlieren"
"Wir werden uns gut darauf vorbereiten, treffen auf eine Mannschaft, die individuell extrem gut besetzt ist und sicherlich nicht in diese Tabellenregion gehört", sagte Trainer Polzin bei Sky über den kommenden Gegner. In der Hinrunde unterlag der HSV mit 0:1. Daher hätten die Hamburger laut Polzin einiges gutzumachen und wollen auch ein besseres Ergebnis erzielen. Der HSV wurde zuletzt trotz sechs ungeschlagenen Spielen zuvor auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Fans hatten schon von mehr geträumt, aber die Verantwortlichen hatten immer wieder betont, dass es für den HSV nur um den Kampf gegen den Abstieg geht.
"Wir freuen uns auch, dass wir uns mit diesen Mannschaften messen dürfen, dürfen aber trotzdem nicht die Realität aus den Augen verlieren. Wir haben einen hohen Anspruch an uns, die Jungs haben es auch. Und nichtsdestotrotz wissen wir, was wir am Ende der Saison erreichen wollen", sagte Polzin.
Ersatzkapitän Remberg: "Spricht für unseren Anspruch"
Vor allem die Offensivreihe in der Startelf enttäuschte gegen Bayer. Sowohl Rayan Philippe, als auch Neuzugang Damion Downs und der langjährige HSV-Profi Ransford Königsdörffer konnten kaum Akzente setzen. In beiden Partien ließ der HSV insgesamt die Intensität vermissen, die ihn zuvor bei starken Auftritten wie dem 2:2 gegen Tabellenführer FC Bayern München ausgezeichnet hat.
Der Sieg der Leverkusener durch den Treffer von Christian Kofane nach 73 Minuten war hochverdient - trotz der Vuskovic-Doppelchance zum Ende des Spiels. "Es ist dann schon sehr bitter, weil dann kannst du irgendwo einen Punkt mitnehmen, der vielleicht unverdient gewesen wäre", sagte Nicolai Remberg bei Sky.
"Wir haben zuletzt gegen zwei Top-Teams gespielt und knapp verloren. Ich finde es gut, dass es uns nervt, dass wir nicht gut in den Positionen stehen und nicht gut gekickt haben. Das spricht für unseren Anspruch", sagte Remberg, der die Mannschaft erstmalig im HSV-Dress als Ersatzkapitän angeführt hatte. Beim enorm wichtigen Spiel in Wolfsburg hoffen die Hanseaten auf mehr Glück. Und vor allem ein besseres eigenes Spiel.