Fußball

"Wenn ich kein Geld habe ..." Jürgen Klopp hat kein Verständnis für Barcelona

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Robert Lewandowski ist ein Barcelona-Neuzugang.

(Foto: IMAGO/NurPhoto)

Auf dem Transfermarkt 2022 gehört der FC Barcelona zu den großen Playern. Die Katalanen investieren bislang über 150 Millionen Euro, dabei drückt eine Schuldenlast von über 1,3 Milliarden Euro auf ihnen. Jürgen Klopp wundert das alles sehr. 

Jürgen Klopp hat sich verwundert über die Transferpolitik von FC Barcelona geäußert. Der katalanische Gigant hat in den vergangenen Wochen die eigene Zukunft verkauft, um in der Gegenwart ein neues Barcelona zu bauen. Klopp reiht sich ein in eine Reihe zahlreicher Kritiker der Transferpolitik des spanischen Klubs. Vor einigen Wochen hatte bereits Bayern-Trainer Julian Nagelsmann klare Worte für die Politik des strauchelnden Riesen gefunden.

"Nein. Aus verschiedenen Gründen nicht", erklärte der Trainer des FC Liverpool im "Kicker" auf die Frage, ob er das Handeln der Barça -Bosse nachvollziehen könne. "Wenn man mir sagt, ich habe kein Geld, dann gebe ich nichts mehr aus." Er beobachte das Geschehen in Barcelona wie ein Fan und verstehe es einfach nicht.

Robert Lewandowski, Raphina, Jules Koundé, Franck Kessie und Andreas Christensen: Die Liste der Barcelona-Transfers in diesem Sommer lässt kaum vermuten, in welch großen finanziellen Schwierigkeiten der Klub weiter steckt. Über 150 Millionen Euro steckte der mit 1,3 Milliarden Euro verschuldete Verein in neue Transfers und veräußerte dafür seine Zukunft.

Wo ist Barcelonas Aki Watzke?

Die Bosse verkauften 25 Prozent der Liga-TV-Rechte des Vereins für die nächsten 25 Jahre. Sie gaben Rechte an den "Barca-Studios", der hauseigenen Content-Schmiede für audiovisuelle Projekte, an ein Krypto-Unternehmen ab. Und veräußerten 49,9 Prozent der Barça Licensing and Merchandising (BLM). Längst ist Barcelona kein Klub mehr, der ausschließlich den Mitgliedern gehört, sondern wird nun auch von den Unternehmen beeinflusst, die sich in den Klub eingekauft haben.

"Der einzige Verein, den ich kenne, der mal das Stadion und andere Rechte im Voraus verkauft hat, war Borussia Dortmund", kommentierte Klopp: "Da musste Aki Watzke in letzter Sekunde kommen und das Ganze retten. Ich weiß nicht, ob es in Barcelona einen Aki Watzke gibt."

Barcelonas Strategie beruht ähnlich wie die der Dortmunder Anfang des Jahrtausends in der Tat darauf, auf die Zukunft zu wetten, um die Gegenwart in irgendeiner Form erträglich zu gestalten. Nach der titellosen letzten Saison will der sportlich runderneuerte Klub wieder in allen Wettbewerben eine Rolle spielen. Dass dies jedoch inmitten der Unruhe kein leichtes Unterfangen werden wird, bewies das ernüchternde 0:0 zum Ligaauftakt gegen Rayo Vallecano.

Weitere Transfers geplant

Bis zum Ende des Transferfensters sind weitere Bewegungen in alle Richtungen möglich. So sollen Samuel Umtiti, Martin Braithwaite und Sergino Dest gehen und auch Stars wie Frenkie de Jong, Memphis Depay und Pierre-Emerick Aubameyang könnten den Klub noch verlassen. Dafür sollen drei weitere neue Spieler kommen. Chelsea-Außenverteidiger Marcos Alonso, Citys Bernado Silva und ein Rechtsverteidiger sollen demnach ganz oben auf der Liste stehen.

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Potenzielle Neuverpflichtungen, aber auch der ehemalige Sevilla-Spieler Koundé müssten dann noch bei der spanischen Liga registriert werden. Diese erteilte Lewandowski & Co. erst in letzter Minute die Genehmigung für das erste Saisonspiel gegen Rayo.

"Es ist der einzige Klub in der Welt, der kein Geld hat, aber jeden Spieler kauft, den er will. Es ist irgendwie komisch, irgendwie verrückt", hatte Bayern-Trainer Nagelsmann die allgemeine Verwunderung über Barcelona bereits im Juli zusammengefasst.

Quelle: ntv.de, sue

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