Fußball

Amnesty prangert Ausbeutung an Katar schränkt Meinungsfreiheit vor WM weiter ein

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Tausende tote Arbeiter, aber keine Untersuchung.

(Foto: imago images/MIS)

Die Fußball-Weltmeisterschaft bringt Katar viel Aufmerksamkeit - und damit einhergehend viel Kritik. Das Emirat behauptet, an einer Verbesserung der Menschenrechte zu arbeiten. Doch Amnesty International stellt das Gegenteil fest: Ausbeutung, Diskriminierung, fehlende Meinungsfreiheit.

Amnesty International hat im WM-Gastgeberland Katar erneut erhebliche Probleme mit Blick auf die Menschenrechtslage festgestellt. In ihrem heute veröffentlichten Jahresbericht beklagt die Organisation weiterhin Mängel bei den Arbeitsbedingungen für Migranten, aber auch Einschränkungen der Meinungsfreiheit sowie die Diskriminierung von Frauen oder Homosexuellen.

Trotz staatlicher Reformen seien Arbeitsmigranten 2021 weiter "von Ausbeutung betroffen" gewesen und "hatten Schwierigkeiten, ihren Arbeitsplatz frei zu wechseln", hieß es. Die Regierung habe es trotz anderslautender Zusicherungen versäumt, "Reformen einzuführen und durchzusetzen". "Ausbeuterische Praktiken" und die "schlimmsten Elemente" des Kafala-Systems bestünden dadurch fort.

Im Vorfeld der Fußball-WM (21. November bis 18. Dezember) seien das Recht auf freie Meinungsäußerung weiter eingeschränkt worden und vage formulierte Gesetze genutzt worden, "um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen", schrieb Amnesty. Frauen sowie lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LGBTI+) wurden demnach "sowohl durch Gesetze als auch im täglichen Leben weiterhin diskriminiert".

Tod Tausender weiterhin nicht untersucht

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Das Emirat steht seit der WM-Vergabe aufgrund von Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Die Regierung verweist immer wieder auf eine Vielzahl von Reformen, auch der Fußball-Weltverband FIFA spricht von Verbesserungen im Land. Laut Medienberichten sollen Tausende Arbeiter auf WM-Baustellen gestorben sein.

Die Behörden "unterließen es weiterhin, den Tod Tausender Arbeitsmigranten gründlich zu untersuchen, die in den vergangenen Jahren plötzlich und unerwartet gestorben waren", schrieb Amnesty allerdings. Durch diese "Unterlassung" habe Katar ein "zentrales Element des Rechts auf Leben" nicht geschützt, "denn es ließ sich nicht feststellen, ob der Tod der Männer im Zusammenhang mit ihren Arbeitsbedingungen stand".

Quelle: ntv.de, ara/sid

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