Fußball

Die Null steht in Berlin Klinsmanns Hertha stoppt auch Gladbach

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Von seinen fünf Ligaspielen als Hertha-Coach hat Jürgen Klinsmann nur das Debüt verloren. Die ordentliche Bilanz lautet 8 von 15 möglichen Punkten.

(Foto: REUTERS)

Mit dem dritten Ligasieg in Folge klappt es für Jürgen Klinsmann und Hertha BSC zum Hinrunden-Abschluss der Fußball-Bundesliga zwar nicht. Gegen den Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach reicht es aber zu einem respektablen Punktgewinn. Offensiv bleiben beide Teams viel schuldig.

Borussia Mönchengladbach hat die Mini-Siegesserie von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC beendet, einen krönenden Abschluss seiner stärksten Bundesliga-Hinrunde seit 1976 aber verpasst. Das Team von Trainer Marco Rose überwintert nach dem spielerisch mauen 0:0 mit einem Rückstand von zwei Punkten Rückstand auf Premieren-Herbstmeister RB Leipzig. Auf die Frage, wie er das Spiel in Berlin fand, antwortete Gladbachs Nationalspieler Matthias Ginter: "Zum Einschlafen - also für Zuschauer."

Klinsmanns Herthaner durften sich indes trotz des überschaubar unterhaltsamen Remis auch ohne Sieg-Hattrick als Gewinner fühlen. Die Berliner kamen zwar nicht zum dritten Erfolg nacheinander, hoffen aufgrund der jüngsten Steigerung unter Klinsmann und mit acht Punkten und vier ungeschlagenen Spielen aber auf einen weiteren Aufschwung in der zweiten Halbserie. "Für uns zählt jeder Punkt um von unten nach oben zu kommen. Vorne hat das letzte Quäntchen Entschlossenheit und Kaltblütigkeit gefehlt", lautete Klinsmanns nicht unzufriedenes Fazit. Allerdings steht durch die Nullnummer fest, dass Stadtrivale 1. FC Union als Berlins Nummer eins Weihnachten feiern wird.

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Das letzte Offensivrisiko ging Gladbach in Berlin nicht ein.

(Foto: dpa)

Vor 50.208 Zuschauer im Olympiastadion gingen beide Mannschaften nicht ins letzte offensive Risiko. "Glückwunsch nach Leipzig", gratulierte Gladbachs Coach Marco Rose schon vor dem Anpfiff bei Sky der Konkurrenz aus Sachsen. Aufgrund der um 13 Treffer schlechteren Tordifferenz war die erste Herbstmeisterschaft seit 43 Jahren bereits außer Reichweite. Die Ausbeute von 35 Zählern vor der Rückrunde hat die Elf vom Niederrhein aber unter der Drei-Punkte-Regel noch nie erreicht, auch umgerechnet hatte die Borussia nur in den Meistersaisons 1969/70 und 1976/77 mehr Punkte geholt.

Die Hertha-Null steht

Die Berliner gehen trotz ihrer schlechtesten Hinrunde seit fünf Jahren unter Klinsmann wieder zuversichtlicher in die zweite Saisonhälfte. Gegen keinen anderen Bundesligaclub hatte der frühere Bundestrainer in seiner aktiven Karriere so oft getroffen wie gegen Gladbach - als Trainer setzt der frühere Stürmer derzeit dagegen erst einmal auf defensive Absicherung.

Kein Platz blieb dabei erneut für Nationalverteidiger Niklas Stark, der bereits das dritte Mal in Serie nur auf der Bank saß. Insgesamt präsentierten sich die Berliner durch die jüngsten Erfolgserlebnisse deutlich gefestigter als in den akuten Krisenzeiten vor wenigen Wochen und hielten nach der ersten Gladbacher Drangphase gut mit. Die Borussia dominierte die Partie auf mäßigen Niveau zunächst, die Chancen hatte jedoch Hertha. Bei den Vorstößen sorgten vor allem die beiden schnellen Außenstürmer des Hauptstadtclubs für Gefahr. Die Flanke von Javairo Dilrosun konnte Dodi Lukebakio per Kopfball nicht aufs Tor drücken (19.).

Löwen scheitert an der Latte

Bei seinem zweiten Startelfeinsatz setzte Eduard Löwen, der für den gelbgesperrten Marko Grujic ins Team rückte, einen Freistoß aus 25 Metern auf die Latte. Lukebakios Schuss aus halblinker Position strich nur knapp am Pfosten vorbei (29.). Gladbachs Coach Rose verzichtete in seiner Dreier-Angriffsreihe auf den nicht hundert Prozent fitten Patrick Herrmann und Lars Stindl. Doch Marcus Thuram und Breel Embolo konnten an der Seite von Alassane Plea lange Zeit nicht für Glanzlichter sorgen.

Auf dem holprigen Rasen im Olympiastadion fehlte häufig die Präzision. Thuram scheiterte an Herthas Keeper Rune Jarstein (39.). Die größte Gelegenheit der ersten Stunde vergab Plea (59.) erneut gegen den Norweger. In der Schlussphase schienen sich beide Teams mit dem Remis zufrieden zu geben.

 

Der SC Paderborn wird die Bundesliga-Hinrunde definitiv als Schlusslicht beenden. Wer als Tabellenführer in die Winterpause geht, war zunächst in der Theorie noch offen. Nach der Berlin-Gladbacher Nullnummer steht fest: Es ist erstmals in der Bundesliga-Geschichte RB Leipzig.

Quelle: ntv.de, cwo/dpa