Fußball

Zufrieden trotz Halbzeit-Pleite Klopp ärgert sich nur über Marciniak

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Klopp kritisiert die Schiedsrichterentscheidungen.

(Foto: imago images/Agencia EFE)

Atlético Madrid zeigt dem FC Liverpool die Grenzen auf - den Reds droht ein frühes Aus in der Champions League. Trainer Jürgen Klopp ist mit der Leistung seines Teams zufrieden, nicht aber mit dem Schiedsrichter. Für das Rückspiel macht er eine klare Ansage.

Das hatte sich Liverpools Trainer Jürgen Klopp sicher anders vorgestellt: Im Hinspiel des Achtelfinals in der Champions League unterliegt der Titelverteidiger bei Atlético Madrid mit 0:1 (0:1) - den Reds droht ein frühes Aus. Der spanische Nationalspieler Saúl hatte bereits nach vier Minuten für die Rojiblancos getroffen. Und während die Madrilenen die Partie souverän zu Ende spielten, waren die in der heimischen Liga so dominanten und bisher unbesiegten Liverpooler an diesem Dienstagabend nicht zwingend genug.

Atlético - LFC 1:0 (1:0)

Tor: 1:0 Saul (4.)
Atlético Madrid: Oblak - Vrsaljko, Savic, Felipe, Lodi - Saul, Thomas - Koke, Lemar (46. Llorente) - Correa (77. Diego Costa), Morata (70. Vitolo). - Trainer: Simeone
FC Liverpool: Alisson Becker - Alexander-Arnold, Gomez, van Dijk, Robertson - Fabinho - Henderson (80. Milner), Wijnaldum - Salah (72. Oxlade-Chamberlain), Roberto Firmino, Mane (46. Origi). - Trainer: Klopp
Schiedsrichter: Szymon Marciniak (Polen)
Zuschauer: 67.443

Dennoch war Klopp nach dem Spiel nicht unzufrieden. "Unser Aufbau war überragend, unser Gegenpressing höchstes Level", sagte er bei Sky. Es fehlte einfach nur ein Treffer. "Wir hatten Chancen, aber nicht genug", analysierte er. Den Gegner lobte Klopp für eine "überragende Verteidigung in der Box." Weniger Komplimente hat er für Schiedsrichter Szymon Marciniak übrig. Der habe sich "von der Atmosphäre anstecken" lassen. Die war, wie so oft in Madrid, emotional, hitzig. "Ich glaube, dass wir angefangen haben das Spiel zu gewinnen, als der Bus am Kreisverkehr vor dem Stadion wendete und wir die Reaktion der Fans sahen", lobte Atlético-Coach Diego Simeone. "Das hat uns alle begeistert. Das hat uns wach gemacht. So habe ich unsere Fans selten gesehen."

Die Gelbe Karte für Mané nach einem harten Foul kurz vor der Pause "hat das Spiel ein bisschen entschieden", fand Klopp. Er wechselte seinen Starstürmer zur Halbzeit aus, um einen Platzverweis zu vermeiden. Auch die Einwurf-Entscheidung unmittelbar vor dem Siegtreffer von Atlético sei falsch gewesen. "Jeder hat gesehen, dass Morata zuletzt am Ball war", ärgerte sich Klopp.

In diesem Spiel ist erst "Halbzeit"

Im heimischen Stadion zeigte sich Atlético völlig unbeeindruckt von der Qualität des Gegners. Die Simeone-Elf diktierte das Geschehen und konzentrierte sich nach der Führung auf effektive Abwehrarbeit. Nachdem Liverpool in der zweiten Hälfte der Partie noch einmal mehr nach vorne spielte, verteidigte Atlético gewohnt clever und ließ insgesamt wenig zu. Das Liverpooler Offensiv-Trio aus Mohamed Salah, Roberto Firmino und Mané blieb bis auf wenige Ausnahmen wirkungslos. Trotz optischer Überlegenheit und mehr Ballbesitz gelang den Reds nicht das wichtige Auswärtstor.

Liverpool gibt das Viertelfinale aber natürlich längst noch nicht auf. "Wir haben nicht das Spiel verloren, sondern bloß eine Halbzeit", betonte Klopp. "Wir haben jetzt eine sehr lange Halbzeitpause, um uns vorzubereiten. In Anfield wird es anders aussehen." Auch Abwehrchef Virgil van Dijk ist optimistisch: "Wir haben noch 90 Minuten, um die Sache zu regeln und wir alle sollten zuversichtlich sein." Was für die Reds spricht: In vier von fünf Fällen kam Liverpool nach einem 0:1 im Hinspiel entweder im Landesmeister-Cup oder in der Champions League noch weiter. Das Rückspiel ist am 11. März.

Quelle: ntv.de, lgr/dpa/sid