Fußball

VAR-Chaos und Sorgen um van Dijk Klopp ist nach brutalem Derby stinksauer

33d7a131ecd1b5fc254d6efa2ac7bf88.jpg

(Foto: imago images/PA Images)

Was für ein schmerzhaftes Derby: Jürgen Klopp ist nach dem Remis im Duell gegen den FC Everton stinksauer. Eine vom VAR erkannte, vermeintliche Abseitsstellung verhindert das späte Siegtor der Reds. Warum der VAR aber beim Brutalo-Foul gegen Virgil van Dijk nicht eingriff? Ein Rätsel.

Nach einem beinharten Merseyside-Derby schnaufte Jürgen Klopp durch, als ihm ein Reporter erzählte, dass sein FC Liverpool eigentlich hätte gewinnen müssen. Der Teammanager sammelte sich und brachte nur ein kurzes "Okay" heraus, denn der Journalist hatte ihm gerade erklärt: Vor dem vermeintlichen 3:2-Siegtor von Jordan Henderson in der Nachspielzeit lag kein Abseits vor. Der ultimative Stimmungskiller in einer Partie voller Nackenschläge für Klopp, der den schwer verletzten Abwehrchef Virgil van Dijk verlor.

Auf der Pressekonferenz nach dem 2:2 (1:1) beim FC Everton raunte Klopp dann: "Seitdem hatte ich zehn Interviews und jeder sagte mir, dass es kein Abseits war. Das hebt meine Laune nicht." Tatsächlich war mit bloßem Auge nicht erkennbar, dass Sadio Mané beim Zuspiel von Thiago im Abseits stand, bevor er auf Kapitän Henderson ablegte. Auch nach Ansicht der Videobilder sah alles nach einem regulären Tor aus. Wie "Sky Sports" noch am Samstagabend berichtete, fordern die Reds von der Premier League eine Erklärung.

Folglich konnte beim FC Liverpool niemand die Entscheidung der Videoschiedsrichter nachvollziehen. "Die biegen die Linie manchmal, damit es Abseits wird. Keine Ahnung wie die das machen", sagte Henderson bei BT Sport. Weniger zu Späßen aufgelegt war sein Vorgesetzter. "Ich bin ein echter Befürworter des VAR, aber dann würde man erwarten, dass man besonders bei Abseits die richtige Entscheidung trifft". Dass er so gereizt war, war verständlich, die Szene war nur der Höhepunkt einer für ihn dramatischen Partie.

Verdacht auf Kreuzbandriss bei van Dijk

Klopp hatte van Dijk früh verloren, in der 5. Minute war der Niederländer böse von Evertons Torwart Jordan Pickford abgegrätscht worden. "Ich will nicht sagen, dass Pickford es tun wollte, aber das ist kein Zweikampf, den ein Torwart im Strafraum so führen kann", sagte Klopp. Die Entscheidung im Spiel: Kein Foul, weil Abseits - und der VAR griff nicht ein.

Van Dijk musste mit Verdacht auf Kreuzbandriss ins Krankenhaus. Auch Mittelfeld-Zauberer Thiago, den Evertons Richarlison kurz vor Schluss übel von den Beinen geholt und dafür Rot gesehen hatte, deutete eine Verletzung an. Für Klopp ein Tag zum Vergessen, obwohl er mit der Vorstellung seiner Mannschaft eigentlich zufrieden war nach der 2:7-Schmach gegen Aston Villa vor der Länderspielpause.

Gemischt waren auch die Gefühle bei Deutschlands Fußballern beim FC Chelsea. Obwohl Timo Werner die Blues per Doppelpack (15./28.), seinen ersten Ligatreffern, in Führung gebracht hatte, reichte es gegen den FC Southampton nur zu einem 3:3 (2:1). Da tröstete es wenig, dass auch Kai Havertz (59.) endlich in der Liga traf. Sein erneutes Führungstor zum 3:2 glich der frühere Bundesliga-Profi Jannik Vestergaard (90.+2) spät aus. "Es wäre schön, wenn es das Siegtor gewesen wäre", sagte Havertz: "Natürlich bin ich glücklich, aber frustriert über das Ergebnis."

Quelle: ntv.de, Florian Krebl, sid