Fußball

Im Gedenken an Hillsborough Klopp warnt seine dominanten Liverpooler

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Jürgen Klopp jubelt, wie andere Menschen sich ärgern: Der deutsche Trainer des FC Liverpool kann in dieser Saison noch zwei Titel holen.

(Foto: imago images / Action Plus)

Das Titelrennen in der Premier League im Hinterkopf, die Champions League vor der Brust: Beim FC Porto wartet auf Jürgen Klopp und seinen FC Liverpool die nächste Hürde in einem intensiven Saisonendspurt. Die Ausgangslage vor dem Viertelfinal-Rückspiel ist indes optimal.

Im stillen Gedenken an die Schrecken der Vergangenheit gerieten die Herausforderungen der Gegenwart beim FC Liverpool zur Nebensache. Stürmerstar Mohamed Salah vergrub die Hände in seiner grauen Daunenjacke, Abwehrboss Virgil van Dijk schloss andächtig die Augen, Teammanager Jürgen Klopp legte einen Kranz nieder und hielt inne. "Never forgotten", zu deutsch: "Niemals vergessen", stand auf einer Karte am Gedenkstein der Stadionkatastrophe von Hillsborough. Geschlossen gedachte das Team des englischen Spitzenklubs am Montag der Fans, die am 15. April 1989 in der größten Stadionkatastrophe der englischen Fußball-Geschichte ihr Leben verloren hatten.

"Unsere Gedanken sind bei all jenen, die von der Tragödie in Hillsborough betroffen sind. Die 96 Fans werden niemals vergessen sein", teilte der Klub mit. Die Betroffenheit war Klopp und Co. anzusehen, zur mentalen Belastung sollte sie nicht werden. Die Vorbereitungen auf das Rückspiel im Champions-League-Viertelfinale beim FC Porto am Mittwoch (21 Uhr im Liveticker auf n-tv.de) gerieten für einen Moment in den Hintergrund.

FC Porto - FC Liverpool, 21 Uhr

Porto: Casillas - Eder Militao, Pepe, Felipe, Alex Telles -  Danilo, Herrera, Otavio - Brahimi, Soares, Marega; Trainer: Conceicao.
Liverpool: Alisson -  Alexander-Arnold, Lovren,  van Dijk,  Robertson - Henderson, Fabinho, Keita -  Salah, Firmino, Mane; Trainer: Klopp
Schiedsrichter: Makkelie (Niederlande)

Die Ausgangslage ist nach dem souveränen 2:0-Erfolg im Hinspiel indes optimal, das Auftreten im ersten Aufeinandertreffen lässt wenig Zweifel am Weiterkommen. Liverpool spielte mit dem Selbstverständnis einer absoluten Spitzenmannschaft. Der FC Porto, als portugiesischer Meister alles andere als Laufkundschaft, wurde von Klopps Angriffsfußball förmlich überrannt.

"Es ist noch nichts entschieden"

"Im Hinspiel waren wir dominant", sagte Klopp nun am Tag vor dem Rückspiel. Entschieden ist deswegen aber noch lange nichts. Als mahnendes Beispiel führte der Coach daher Portos Heimspiel im Achtelfinale gegen die AS Rom an. "Wir haben die beiden Spiele gegen Rom gesehen, und der Start in das Rückspiel war sehr stark. Da wusste man, dass es anders wird", sagte Klopp und warnte vor einer ähnlich starken Leistung der Portugiesen im heimischen Drachenstadion.

Ob Porto dies gelingen kann? Die Reds haben ihre Schwächephase zu Jahresbeginn hinter sich gelassen, wettbewerbsübergreifend ist Liverpool seit 16 Spielen ungeschlagen, die vergangenen sieben Spiele wurden gewonnen. Auch Bayern München fiel Klopps Team im Achtelfinale zum Opfer. Die jüngste Erfolgsserie hat Liverpool auch im Titelrennen der Premier League gehalten. Vier Spieltage vor Saisonende sind die Reds mit zwei Punkten Vorsprung auf Manchester City Spitzenreiter.

Die Mannschaft von Ex-Bayern-Trainer Josep Guardiola hat zwar ein Spiel weniger absolviert, mit Tottenham Hotspur und Manchester United aber im Gegensatz zu Liverpool noch zwei Top-Teams vor der Brust. Die Psychospielchen haben längst begonnen. "Wir gehen davon aus, dass sie all ihre Spiele gewinnen werden", sagte Klopp. All das interessierte am Montag wenig. Die Geschichte der Hillsborough-Opfer "wird immer zu uns gehören", hat Klopp einmal gesagt.

Quelle: n-tv.de, Emanuel Reinke, sid

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