Fußball

Hoeneß fordert Geilheit auf Tore Kovac hält Müller weiter hin

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Thomas Müller hat bei Bayern-Trainer Kovac derzeit keinen leichten Stand.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Nach der Bundesliga-Enttäuschung in Augsburg will der FC Bayern neues Selbstvertrauen in der Champions League tanken. Trainer Kovac möchte allerdings weiter nicht verraten, ob er diese Mission mit Angreifer Müller beginnen will. Einen Aufstellungstipp von Klub-Präsident Hoeneß lächelt er müde weg.

Vor dem Champions-League-Gruppenspiel des FC Bayern München bei Olympiakos Piräus am Dienstag (ab 21 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) will sich Trainer Niko Kovac in der Diskussion um Thomas Müller auch weiterhin nicht unter Druck setzen lassen. "Ich verstehe die Fragen", sagte er und fügte hinzu, dass er aber hoffe, "dass man mich auch mal versteht. Der Thomas ist ein wichtiger Bestandteil wie jeder andere auch. Ob er morgen spielt, wird man sehen."

Angesichts der Verletzungen von Niklas Süle, Fiete Arp und Michael Cuisance sei der Rekordmeister mit 16 Spielern nach Griechenland gereist. "Mehr gibt der Kader nicht her. Jeder wird noch genügend Spiele bekommen", betonte Kovac. Auch Müller, der zuletzt sechsmal in Folge auf der Bank saß, werde noch "seine Wertigkeit unter Beweis stellen".

Klub-Präsident Uli Hoeneß versuchte das Reizthema Müller herunterzuspielen. Dass es für Müller nach der Verpflichtung von Philippe Coutinho schwieriger werden würde, sei absehbar gewesen, betonte Hoeneß. Er unterstrich aber seine Wertschätzung für Müller: "Keiner im Verein hat Interesse, Thomas zu beschädigen, keiner will ihn loswerden." Der 2014er Weltmeister und Ur-Bayer Müller genieße höchstes Ansehen im Klub.

Kovac belächelt Hoeneß-Tipp

Ebenso wie in der Causa Müller ließ Kovac offen, wie er den Ausfall von Abwehrchef Niklas Süle kompensieren will. "Wir haben vier Spieler, die das ausfüllen können. Schauen wir, wie wir das probieren", sagte der Trainer. Benjamin Pavard, Lucas Hernández, Jérôme Boateng oder Javi Martínez zählte er als Alternativen auf. Das seien amtierende oder ehemalige Weltmeister, die Qualität sei also groß, erläuterte Kovac.

Süle fällt nach einem Kreuzbandriss lange aus. Laut Hoeneß werde sich "die Abwehrproblematik sowieso demnächst erledigen, wenn der Martínez auf der Sechs spielt. Dann kriegen wir sowieso in Zukunft weniger Gegentore", sagte der Präsident. Diesen Tipp quittierte Kovac nach außen locker, kommentierte ihn aber mit klaren Worten: "Er hat niemanden gefordert. Ich tausche mich mit Uli oft aus. Man muss nicht versuchen, das anders zu interpretieren", sagte er.

"Im Verein ist totale Ruhe"

Auch Hoeneß verwahrte sich gegen Gerüchte, beim FC Bayern rumore es nach dem ernüchternden 2:2 in Augsburg und aufgrund der immer wiederkehrenden Frage nach Müller. "Im Verein ist totale Ruhe. Ich sehe überhaupt kein Problem. Von außen wird Unruhe reingetragen", sagte Hoeneß. Das Krisengerede nannte der 67-Jährige "Käse".

Kritik übte Hoeneß allerdings an der jüngsten Torausbeute der Münchner Stars, die gegen den FCA mal wieder Chancenwucher betrieben hatten. "Das ist die Einstellung. Man muss geil sein auf die Tore", appellierte Hoeneß.

Nach Siegen gegen Roter Stern Belgrad (3:0) und bei Tottenham Hotspur (7:2) will der FC Bayern gegen Olympiakos einen weiteren Schritt Richtung Achtelfinale machen. Seit zehn Auswärtsspielen in Europa sind die Münchner ungeschlagen, eine weitere Partie würde den Vereinsrekord bedeuten.

Quelle: ntv.de, cri/dpa/sid