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Frankfurt bangt um Europa Kovac kassiert Pfiffe und Heimpleite

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Niko Kovac hat trotz des Einzugs ins Pokalfinale durch seinen Bayern-Wechsel Kredit bei den Frankfurt-Fans verspielt.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Im Pokal top, in der Fußball-Bundesliga außer Tritt: Eintracht Frankfurt droht im Saisonendspurt seine Chancen auf den Europapokal noch zu verspielen. Gegen Hertha BSC setzt es erst Pfiffe für Trainer Niko Kovac und dann eine Pleite. Für extra Frust sorgt der Videobeweis.

Niko Kovac war restlos bedient. Das gellende Pfeifkonzert zur Begrüßung und die schmerzende Niederlage, die durch eine vermeintlich falsche Videobeweis-Entscheidung eingeleitet worden war, verhagelten dem Trainer von Eintracht Frankfurt gewaltig die Laune. Nach dem 0:3 (0:0) gegen Hertha BSC flüchtete er sich deshalb in Durchhalteparolen. "Wir wollen natürlich positiv bleiben", sagte Kovac, dem das am vielleicht bittersten Tag seiner so erfolgreichen Frankfurter Zeit aber ganz und gar nicht gelang.

Dass das Team des 46-Jährigen, der wegen seines bevorstehenden Wechsels zum Rekordmeister Bayern München ausgepfiffen wurde, wertvolle Zähler im Kampf um den Europapokal verschenkte, ärgerte Kovac. Viel mehr regte er sich aber über die Art und Weise der unnötigen Niederlage auf.

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Referee Sascha Stegemann gab trotz Videobeweis einen umstrittenen Elfmeter für Hertha.

(Foto: imago/Jan Huebner)

"Der Videobeweis ist wichtig. Aber heute hat der Schiedsrichter trotz der Beobachtung der Bilder meiner Meinung nach daneben gelegen", sagte Kovac über die Szene, die auch für Sportvorstand Fredi Bobic "der Knackpunkt" der Partie war. Als der Berliner Davie Selke nach einer knappen Stunde im Strafraum zu Fall kam, entschied Sascha Stegemann umgehend auf Strafstoß. Nach einer gefühlten Ewigkeit schritt er dann auf Rat seines Kölner Videokollegen zum Monitor, schaute sich die Szene erneut an - und blieb zum Unverständnis der Frankfurter bei seiner umstrittenen Entscheidung, da Hasebe seinen Berliner Gegenspieler bestenfalls leicht touchiert hatte.

"Da mussten selbst ein paar Herthaner um mich herum schmunzeln, dass der Elfmeter gegeben wurde", sagte Bobic zum Elfmeter, den Selke (57.) ohne Probleme verwandelte. Damit legte er den Grundstein für den Sieg, den Mathew Leckie (77.) und Alexander Esswein (90.+1) mit ihren Toren besiegelten.

Das Restprogramm wird knackig

Die diskussionswürdige Szene durfte vor 51.000 Zuschauern allerdings nicht als Entschuldigung für eine insgesamt schwache Vorstellung der Gastgeber dienen. Das vierte Liga-Spiel in Serie ohne Sieg bringt die SGE im Kampf um Europa bei noch drei ausstehenden Saisonspielen unter Druck, denn beim FC Bayern, gegen den Hamburger SV und bei Schalke 04 sind Siege keinesfalls garantiert. "Heute wäre die große Möglichkeit da gewesen, um einen wichtigen Schritt zu gehen", sagte Frankfurts Mittelfeldspieler Jonathan de Guzman, der die Chancen der siebtplatzierten SGE ebenso wie Marco Russ und Danny da Costa als "intakt" bezeichnete.

Sollten die achtplatzierten Gladbacher in der Tabelle aber noch an Frankfurt vorbeiziehen, hilft nur ein Sieg im Pokalfinale für den Einzug in die Europa League. "Die Niederlage war nicht eingeplant und tut sehr weh", sagte daher auch Bobic.

Dem würden die Millionen durch einen möglichen Europapokal-Einzug bei der Planung der nächsten Saison durchaus helfen. Ein bisschen Zuversicht erhielt Bobic dann ausgerechnet von Kovac, der vor dem Spiel bei seinem künftigen Arbeitgeber aus München ein Versprechen abgab: "Wir werden die Spiele noch gut über die Bühne bringen. Ich habe da keine Befürchtung."

Quelle: n-tv.de, cwo/sid

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