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"Es wird mal wieder Zeit" Kovacs Krisen-Bayern vermissen Sieggefühl

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Bayern-Coach Niko Kovac im Training mit Sturmstar Robert Lewandowski. Vor allem im Angriff der Münchner haperte es zuletzt.

(Foto: imago/Philippe Ruiz)

Bei sechs steht der Zähler für die deutschen Nationalspieler des kriselnden FC Bayern inzwischen. So viele Spiele in Folge haben sie in Verein und DFB-Team nicht gewonnen. Enden soll die schwarze Serie in Wolfsburg. Nur: Das Selbstvertrauen ist angeknackst.

Nur höchst ungern hatte Niko Kovac seine Nationalspieler auf Länderspielreise geschickt. Beim FC Bayern gab und gibt es schließlich eine Menge aufzuarbeiten. Dem Trainer blieb zumindest die Hoffnung, dass seine Profis "ein Erfolgserlebnis haben, um das mit nach München zu bringen." Weit gefehlt. Die Spieler kehrten sogar mit noch weniger Selbstvertrauen an die Säbener Straße zurück, dafür aber mit der wachsenden Erkenntnis: Mia san sieglos.

"Wir haben null Punkte geholt, das reicht leider nicht für ein gutes Gefühl", sagte Mats Hummels der "Bild"-Zeitung. Der Innenverteidiger hat genau wie seine Münchner Nationalmannschafts-Kollegen damit sechs Spiele in Folge nicht gewonnen und fordert deshalb für die Auswärtspartie am Samstag (15.30 Uhr im n-tv.de Liveticker) beim VfL Wolfsburg: "Es wird mal wieder Zeit, dass wir uns das Gefühl eines Sieges wieder holen."

Super Konstellation - aus Fansicht

Der größte Verlierer nach den zwei Niederlagen in der Nations League heißt Thomas Müller. Gegen die Niederlande (0:3) vergab der Stürmer eine Großchance, gegen Weltmeister Frankreich (1:2) schmorte er 88 Minuten auf der Bank, ehe er für seinen Vereinskollegen Serge Gnabry eingewechselt wurde. Es ist eine spannende Frage, ob Kovac den seit längerem seiner Top-Form hinterlaufenden Stürmer genau wie Bundestrainer Joachim Löw ins zweite Glied rückt. Denn ähnlich wie Löw kann sich Kovac nach vier Spielen ohne Sieg derzeit keine Rücksicht auf vergangene Verdienste leisten. Bei einer weiteren Niederlage in Wolfsburg dürfte die von Präsident Uli Hoeneß ausgesprochene Rückendeckung ("Werde Kovac verteidigen bis aufs Blut") schon einem gehörigen Stresstest unterzogen werden.

Schon jetzt sind die fünf Plätze und vier Punkte, die den Dauermeister von Platz eins trennen, nach eigenem Selbstverständnis zu viel. Aus Fanperspektive sei "die Konstellation super", sagte Arjen Robben im "Kicker": "Das wollen doch alle." Er müsse über die "Schwarz-Weiß-Malerei immer schmunzeln", ergänzte der Niederländer: "Wenn man die letzten Spiele größer macht, als sie sind, redet man sich selbst in eine Krise. Ich bin der festen Überzeugung, dass es nur um Kleinigkeiten geht."

Kleinigkeiten als Großbaustellen

An diesen "Kleinigkeiten", die sich vor der Länderspielpause als ziemlich große Baustellen offenbart hatten, konnte Kovac mit seinem Team wegen der vielen Abstellungen kaum arbeiten. Zumindest trainierte der von der Nationalmannschaft abgereiste Jerome Boateng nach seinen Muskelproblemen wieder mit. Dass es aber plötzlich wieder mehr Lösungen bei Ballbesitz und ein flotteres Flügelspiel gibt, ist fraglich. Und das weiß auch der Gegner.

"Ich glaube, dass es ein guter Zeitpunkt ist, Bayern München nach einer Länderspielpause zu Gast zu haben", sagte Marcel Schäfer, Sportdirektor des VfL Wolfsburg. Außerdem habe Borussia Mönchengladbach beim 3:0 vor zwei Wochen "eindrucksvoll bewiesen, dass es möglich ist", die Bayern zu schlagen. Schon Gladbachs Mittelfeldspieler Christoph Kramer hatte danach behauptet, dass Bayern bei den Gegnern keine große Angst mehr auslöse. Auch deshalb wollen die Bayern unbedingt wieder gewinnen.

Quelle: n-tv.de, Jörg Soldwisch, sid

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