Fußball

Pogba vergibt kurz vor Schluss Liverpool rettet Remis mit viel Mühe

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Jürgen Klopp konnte den Tabellenführer aus Manchester nicht knacken.

(Foto: imago images/PA Images)

Im Duell um die Tabellenspitze in der Premier League trennen sich die großen Rivalen FC Liverpool und Manchester United torlos. Jürgen Klopps Team dominiert vor allem die erste Hälfte, schießt aber wieder kein Tor. Am Schluss müssen die Reds noch ein paar Mal gehörig bangen.

Meister FC Liverpool hat im Topspiel gegen Manchester United die Rückkehr an die Tabellenspitze verpasst. Die Mannschaft von Teammanager Jürgen Klopp kam an der heimischen Anfield Road nicht über ein 0:0 hinaus und hat dadurch weiterhin drei Punkte Rückstand auf Erzrivale und Spitzenreiter Manchester (37). Für Liverpool war es bereits die vierte Liga-Partie ohne Sieg in Folge.

Die Vorzeichen dieses Duells um Platz eins waren durchaus unterschiedlich. Liverpool ging mit einem kleinen Tief in die Partie, drei Ligaspielen ohne Sieg folgte immerhin ein Sieg im FA Cup bei Aston Villa. Manchester United hatte dagegen seit elf Partien nicht mehr verloren (neun Siege) in der Liga und traf zum ersten Mal seit Alex-Ferguson-Zeiten als Tabellenführer auf die Reds. Das Team von Ole Gunnar Solskjaer, der nach seinem Stolper-Start in diesem Jahr schon mehrmals angezählt worden war, hatte sogar die Aussicht, auf sechs Punkte davonziehen zu können.

Größte Rivalität in England

Pikantes Detail vor der Partie: United ist seit einem Jahr besonders auswärts eine Macht. Die letzte Niederlage fernab des Old Trafford gab es aber ausgerechnet im Januar 2020 an der Anfield Road in Liverpool. Dort sind die Klopps Männer seit nun unglaublichen 68 Partien ungeschlagen.

Im englischen Fußball ist keine Rivalität größer als die zwischen Liverpool und Manchester. Jahrzehnte der Kämpfe um die Vorherrschaft in der Premier League haben eine tief sitzende Konkurrenz und Abneigung in beiden Lagern etabliert. Nachdem die Red Devils unter Alex Ferguson Trophäen am Fließband gewannen und zum Rekordmeister (20 Titel) aufstiegen, hoffen die Fans des Klopp-Teams, dass der deutsche Trainer nach der 19. Meisterschaft im vergangenen Jahr noch zwei weitere gewinnt, um Manchester wieder zu überholen.

Aber auf Psychospielchen, die sonst bei diesem Duell zum guten Ton gehören, wollten sich beide Trainer vor dem Spiel nicht einlassen. Giftpfeile wie vor ein paar Wochen, als Klopp Manchesters Elfmeter-Flut Beachtung geschenkt hatte, blieben diesmal im Köcher. "Sie haben ihre Punkte, weil sie gut gespielt haben, und sie haben sie sich verdient", lobte Klopp vor der Partie.

Liverpool dominiert, Ferandes zielt knapp daneben

Der Teammanager des amtierenden Meisters bot im Mittelfeld überraschend Xherdan Shaqiri auf, dazu einen weiteren Ex-Bayern-Spieler: Thiago Alcantara. Die Reds pressten gewohnt von Beginn an sehr hoch - und erarbeiteten sich nach zwei Minuten direkt eine erste gute Möglichkeit. Georginio Wijnaldum legte links im Strafraum auf Andrew Robertson. Der Schotte trat allerdings leicht in den Rasen und bekam somit weder einen vernünftigen Pass noch einen ordentlichen Schuss hin. Nach einer guten Viertelstunde verpasste es Firmino, noch einmal abzulegen und schloss dagegen selbst und zu ungefährlich ab.

Liverpool drückte, Manchester schaffte es zunächst nicht wirklich, für Entlastung zu sorgen. Den ersten richtigen Abschluss hatte dann Shaqiri, aber sein harter Linksschuss aus 18 Metern wurde von der Manchester-Verteidigung gerade noch zur Ecke geblockt (21.). Eine Minute später zwirbelte Firmino nach Sadio-Mané-Pass den Ball Richtung Winkel, aber auch hier war wieder ein Bein der Red Devils dazwischen. Liverpool brachte ordentlich Tempo auf den Rasen, der letzte Ball fehlte aber stets - auch weil United sehr diszipliniert gegen den Ball arbeitete.

Manchester beschränkte sich zwar sehr auf die Defensivarbeit, blieb aber immer gefährlich mit Kontern. In der 34. Minute sorgten die Red Devils für das erste dicke Ausrufezeichen: Der Freistoß des bis dahin blassen Topspielers der Saison, Bruno Fernandes, rauschte aus halblinker Position nur haarscharf am Lattenkreuz vorbei. Den direkten Gegenzug vertändelte Mohamed Salah im Eiltempo und Firmino zog zu zentral ab. Das Spiel schwappte hin und her zu diesem Zeitpunkt, aber ohne hundertprozentige Torchancen. Mit dem Halbzeitpfiff ging die sechste torlose Halbzeit in Folge für das Team von Jürgen Klopp zu Ende.

Pogba mit der Mega-Chance

Aus der Kabine kamen erneut die Liverpooler mehr Dampf. Die Konterversuche Uniteds konnten meist erstickt werden, in den eigenen Bemühungen fehlten Salah, Mané und Firmino vorne aber wieder der finale Pass. In der 62. Minute steckte dann der Brasilianer im Strafraum stark auf den Ägypter durch, aber Salah tanzte ein wenig zu lange mit Ball und Verteidigern und schoss aus gut fünf Metern neben das Tor.

Die erste Torchance Manchesters in der zweiten Hälfte ergab sich aus einem Ballverlust der Liverpooler, aber Fernandes zog aus der Ferne zu zentral in die Arme von Keeper Alisson ab (65.). Paul Pogba bekam hinter seinen Kopfball nach einer Ecke keinen Druck (72.). Drei Minuten später hatten die Red Devils dann auf einmal die beste Möglichkeit bis dahin: Marcus Rashford nahm links Luke Shaw mit, dessen scharfen Pass Bruno Fernandes aus vier Metern aufs Tor spitzelte. Alisson parierte ebenso stark wie sein Gegenüber David de Gea bei einem Fernschuss von Thiago (78.).

In der Schlussphase wackelte der englische Meister dann gewaltig: In der 83. Minute stand auf einmal Pogba nach einem Pass Aaron Wan-Bissakas sechs Meter vor dem Tor völlig frei und knallte den Ball ein wenig zu unplatziert auf den Kasten. Der Liverpool-Keeper hielt das Unentschieden gerade noch fest und war bei der darauffolgenden Ecke erneut auf dem Posten. Die Punkteteilung nutzt am Ende Verfolger Manchester City am meisten.

Quelle: ntv.de