Fußball

Süles verheerende Verletzung Löw sollte Hummels in die DFB-Elf holen

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"Hör' zu, Mats, die Dinge haben sich geändert."

(Foto: imago/ActionPictures)

Die Debatte läuft, der Bundestrainer muss sich ihr stellen. Nach der Verletzung von Niklas Süle liegt der Gedanke nahe, Mats Hummels zurück in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu holen. Wie aber wird Joachim Löw reagieren? Im Grunde ist es ganz einfach.

Der Plan war ein anderer. Aber es ist im Fußball wie im richtigen Leben: Wenn die Dinge sich ändern, müssen auch Pläne bisweilen geändert werden. Vielleicht gerade in Zeiten des Umbruchs. Bundestrainer Joachim Löw muss sich mit dem Gedanken anfreunden, den Dortmunder Mats Hummels zurück in die Fußball-Nationalmannschaft zu holen. Im Grunde muss er sich nur überlegen, wie er das moderiert. An dieser Debatte kommt er nicht vorbei.

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Das Kreuzband: Niklas Süle am Samstag beim Bundesligaspiel des FC Bayern in Augsburg.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Der Plan war, auch wenn Löw lange zögerte, nach der für die DFB-Elf so desaströsen Weltmeisterschaft in Russland im Sommer vergangenen Jahres eine neue Mannschaft mit jungen Spielern aufzubauen, die im kommenden Jahr bei der Europameisterschaft möglichst erfolgreich spielt. Als Abwehrchef war Niklas Süle gesetzt, er machte seine Sache gut.  Nun riss dem Innenverteidiger des FC Bayern das Kreuzband im linken Knie. Er fällt ein halbes Jahr aus, er kann erst gegen Ende der Saison wieder spielen, frühestens im April. Süle könnte es also zur EM schaffen, hätte dann aber kaum Wettkampfpraxis.

Viel schlechter hätten sich die Dinge nicht entwickeln können. "Niklas ist ein Gesicht der jungen Generation, er war ein Fixpunkt in unseren Planungen", sagte Löw am Sonntag. Und nun? Der Bundestrainer hat sich etwas dabei gedacht, als er seinen Weltmeistern Jérôme Boateng, Thomas Müller und Hummels im März mitgeteilt hatte, dass er sie nicht mehr braucht. Und bis zur Verletzung Süles wäre es fatal gewesen, alles über den Haufen zu werfen und den Neuaufbau durch eine Rückholaktion zu hemmen. Auch wenn zum Beispiel nach der Niederlage gegen die Niederlande in der EM-Qualifikation der Gedanke durchaus reizvoll war. Warum nicht den 30 Jahre alten Hummels wieder ins Boot holen, um ihn dem sechs Jahre jüngeren Niklas Süle an die Seite zu stellen, der noch in seine Rolle als Chef der Abwehr hineinwachsen muss?

Titelreif klingt das nicht

Das aber wäre das falsche Signal gewesen, es hätte dem Ziel widersprochen, den jungen Spielern kompromisslos Verantwortung zu geben. Nun aber gehen dem Trainer die Innenverteidiger aus. Im Moment liefe alles auf den Mönchengladbacher Matthias Ginter und Antonio Rüdiger vom FC Chelsea als zentrales Verteidigungsduo bei der EM hinaus. Beide haben nach ihren Verletzungen an diesem Wochenende noch nicht wieder gespielt.

Weitere Kandidaten sind der Leverkusener Jonathan Tah, Thilo Kehrer von Paris Saint-Germain, der Berliner Niklas Stark, der Freiburger Robin Koch und zur Not Emre Can von Juventus Turin. Bei allem Respekt: Titelreif klingt das nicht. Das ist eine Situation, die Löw nicht gefallen dürfte. Mehrmals hatte er jüngst betont, dass eine Rückkehr kein Thema sei. Dabei ist die Lage gar nicht so verzwickt, wie sie scheinen mag.

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Hummels hat es ihm in den vergangenen Monaten leicht gemacht, sich nicht beschwert und betont, er stehe für den Fall der Fälle bereit. Dieser Fall ist nun eingetreten. Der Bundestrainer muss nur noch reagieren. Er kann das tun, ohne sein Gesicht zu verlieren. Das wäre besser als falscher Stolz und würde von Größe zeugen. Er muss einfach nur sagen, wie es ist: Weil die Dinge sich geändert haben, muss er auch seinen Plan ändern.

Quelle: n-tv.de

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