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DFB-Elf und FC Bayern geschockt Süle-Ausfall trifft Löw und Kovac hart

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Im Spiel gegen Augsburg musste Süle bereits früh vom Platz.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Der Kreuzbandriss von Niklas Süle stellt gleich zwei Trainer vor Probleme. Bayern-Coach Niko Kovac muss lange auf seinen Abwehrchef verzichten, Nationaltrainer Joachim Löw gehen die Innenverteidiger aus. In beiden Teams könnte ein Weltmeister von 2014 plötzlich wieder wichtig werden.

Der Schock um Niklas Süle saß tief. Auf Krücken hatte der Abwehrchef von Bayern München die Arena in Augsburg verlassen und bekam die Wende im Derby beim FCA zum 2:2 (1:1) gar nicht mehr mit. Trainer Niko Kovac war angesichts des späten Ausgleichstreffers und Süles Verletzungspech "doppelt tieftraurig". Am Sonntag herrschte nach einer eingehenden Untersuchung durch Bayern-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt Klarheit um Süle, der einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie erlitten hat und noch am Sonntag operiert wurde.

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Ein halbes Jahr wird der Innenverteidiger den Bayern, aber auch der deutschen Nationalmannschaft fehlen. Kovac und Bundestrainer Joachim Löw geraten nun in Zugzwang, denn Süle war bei beiden Coaches eine feste Größe in der Defensive.
Immerhin hat der Bayern-Cheftrainer Kovac noch einen 2014er-Weltmeister wie Jerome Boateng in der Hinterhand. Außerdem verfügt der Bayern-Coach über die Weltmeister Lucas Hernandez und Benjamin Pavard sowie Javi Martinez, drei weitere überaus namhafte Akteure, die problemlos als Innenverteidiger aufgeboten werden können.

Kehrt Hummels doch zurück?

Löw muss hingegen befürchten, dass die Rufe nach dem Dortmunder Mats Hummels, der vom Bundestrainer zusammen mit Boateng und Thomas Müller aus der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu Jahresbeginn aussortiert wurde, wieder lauter werden. Im "Kicker" hatte Löw unlängst nochmals betont, dass Hummels und Sami Khedira immer noch in der Lage seien, "Weltklasse zu spielen". Allerdings habe er den beiden "in aller Offenheit gesagt, dass wir jetzt jüngeren Spielern Raum zur Entwicklung geben wollen". Schon zuletzt hatte Löw trotz des Ausfalls von zahlreichen Stammkräften gegen Argentinien (2:2) und Estland (3:0) auf eine Rückholaktion in Sachen Hummels verzichtet.

Am Wochenende kam von den potenziellen Alternativen in der Bundesliga nur Robin Koch (SC Freiburg) zum Einsatz. Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach/Schulterverletzung), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen) und Niklas Stark (Hertha BSC) spielten nicht. Emre Can (Juventus Turin) kam in der Serie A nicht zum Zuge, saß auf der Bank. Verletzt sind auch noch Thilo Kehrer (Paris St. Germain) und Antonio Rüdiger (FC Chelsea).

Für Süle ist es die zweite schwere Verletzung im linken Knie

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Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hatte dem Bundestrainer hingegen Hummels ans Herz gelegt. "Ich würde immer die Besten spielen lassen. Und wenn Mats mit dem BVB eine überragende Rückrunde spielt und der Bundestrainer vor der EM die gleiche Situation vorfindet wie aktuell, sollte er zum Hörer greifen und Hummels anrufen, nominieren und mitnehmen", schrieb der Weltmeister-Kapitän von 1990 in seiner Kolumne "So sehe ich das" bei "Sky". Bei der Europameisterschaft 2020 sollte aber Süle wieder zur Verfügung stehen.

Dieser wurde in Augsburg zum großen Pechvogel. Der Nationalspieler musste bereits in der zwölften Minute ausgewechselt werden, nachdem er bei einem Laufduell mit Augsburgs Florian Niederlechner ohne ersichtliche Gegnereinwirkung zu Boden gegangen war und sich sofort an das linke Knie fasste. Als Süle nach der unglücklichen Szene behandelt wurde, hielt er sich zeitweise die Hände vor das Gesicht. Im Anschluss humpelte er gestützt von Bayern-Betreuern vom Feld und wurde durch den Österreicher David Alaba ersetzt. Zu Beginn der zweiten Halbzeit verließ der Bayern-Star auf Krücken die Arena. Einen Kreuzbandriss im linken Knie hatte sich Süle bereits einmal in der Saison 2014/15 als 19 Jahre alter Profi der TSG Hoffenheim zugezogen. In der laufenden Saison stand Süle bisher bei jedem Bayern-Pflichtspiel in der Startformation.

Quelle: n-tv.de, tsi/dpa

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