Fußball

Vereinswechsel empfohlen Löw wird bei Draxler ungewohnt deutlich

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Geht's um Löw, sollte Draxler sich schleunigst einen neuen Arbeitgeber suchen.

(Foto: dpa)

Er ist Weltmeister und Confed-Cup-Sieger, er ist französischer Meister und Pokalsieger. Doch Julian Draxler ist auch nur noch Edelreservist bei Paris St. Germain. Bundestrainer Joachim Löw macht dem 26-Jährigen deswegen eine klare Ansage.

Joachim Löws offene Botschaft an Julian Draxler kam überraschend - und war doch unmissverständlich. "Es wäre wichtig, einen Schritt (zu einem Verein) zu machen, wo er regelmäßig spielt", sagte der Bundestrainer nach einem "längeren Gespräch" mit dem 26-Jährigen: "Für Julian wäre es gut, wenn er Woche für Woche im Einsatz ist." Also: Nichts wie weg von Thomas Tuchel und Paris St. Germain!

Dort kommt der Rio-Weltmeister und Kapitän der Confed-Cup-Sieger von 2017 nicht über die Rolle des Edelreservisten hinaus. In der vergangenen Saison brachte es Draxler - auch wegen einer Fußverletzung und einer Viruserkrankung - auf nur 22 Pflichtspiele (kein Tor), lediglich zwölf bestritt er von Beginn an.

Im Champions-League-Finale gegen Bayern München (0:1) wechselte Tuchel den Offensivspieler erst spät ein (72.). "Neymar, Mbappe - Thomas Tuchel setzt logischerweise auf diese Spieler", sagte Löw. Deshalb würde Draxler ein Abschied aus der französischen Hauptstadt "wahrscheinlich entscheidend helfen". Vor allem mit Blick auf seine Position in der DFB-Auswahl, wo die Konkurrenz kaum weniger groß ist.

"Dass er viel kann, weiß man"

Die Frage sei nun, meinte Löw, ob Paris den 52-maligen Nationalspieler (sechs Tore) gehen lasse. Der Vertrag des früheren Schalkers und Wolfsburgers läuft 2021 aus. Er werde sich in diesen Tagen "auf den DFB konzentrieren, und danach wird man sehen, wie es weitergeht in Sachen Klub", sagte Draxler nach dem 1:1 in der Nations League gegen Spanien. Beim Neustart der Nationalmannschaft hatte er nach über einem Jahr sein Comeback in der DFB-Elf gegeben. "Er hat das sehr gut gemacht und seine große Klasse gezeigt", lobte Löw und betrieb Werbung für seinen Schützling: "2017 war er beim Confed Cup der Spieler des Turniers. Dass er viel kann, weiß man."

Auch Tuchel. "Er ist für mich sehr wichtig, ich mag es, mit ihm zu arbeiten", sagte Tuchel vor dem Finalturnier der Königsklasse und versprach: "Ich werde in den nächsten Wochen auf ihn zählen." Danach aber, so kündigte Tuchel an, "müssen wir reden und uns über die Situation unterhalten". Dieses Gespräch dürfte Draxler bei seiner Rückkehr nach dem Nations-League-Spiel in Basel gegen die Schweiz (20.45 Uhr/ZDF sowie im ntv.de-Liveticker) umgehend suchen.

Er könnte mit seiner neuen Vielseitigkeit für sich werben, Draxler sieht sich längst nicht mehr nur als Mann für die Offensive. "Ich bin inzwischen ein Achter und habe in der vergangenen Saison teilweise auf der Sechs neben Marco Verratti gespielt", sagte er unlängst: "Ich bin bei PSG ein ganz anderer Spieler geworden."

Dennoch: Der feine Techniker steht am Scheideweg seiner Karriere. Gibt er sich weiter mit der Rolle als erster Vertreter der Topstars zufrieden? Oder wagt er einen Neuanfang, um woanders zur tragenden Säule zu werden? Wer Löw genau zuhörte, verstand: Will Draxler im kommenden Sommer zum fünften Mal nacheinander bei einem großen Turnier dabei sein, muss er wechseln.

Quelle: ntv.de, Marco Mader und Jörg Soldwisch, sid

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