Fußball

Schneider nicht mehr Ko-Trainer Löw zum WM-Auftritt: "Fast schon arrogant"

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Sind kein Team mehr auf der Trainerbank: Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und sein bisheriger Assistent Thomas Schneider.

(Foto: imago/Moritz Müller)

Lange schweigt Bundestrainer Joachim Löw zum Debakel seines Teams bei der Fußball-WM in Russland. In seiner Analyse gesteht er nun einen unangepassten Spielstil und eigene Fehler. Dennoch bleibt er. Dafür muss Thomas Schneider seinen Job beim DFB wechseln.

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat das Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft in Russland als "absoluten Tiefschlag" bezeichnet. Es gebe nichts zu beschönigen, sagte er auf einer Pressekonferenz in München und fügte hinzu: "Wir sind weit unter unseren Möglichkeiten geblieben und haben zu Recht die Quittung dafür bekommen."

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Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der WM-Blamage hat Löw auch eigene Fehleinschätzungen eingestanden. "Mein allergrößter Fehler war, dass ich geglaubt habe, dass wir mit unserem dominanten Stil durch die Vorrunde kommen. Wenn wir dieses Spiel spielen, müssen alle Rahmenbedingungen stimmen, damit wir dieses hohe Risiko auch tolerieren können. Diese Rahmenbedingungen haben in diesen Spielen bei uns nicht gepasst", sagte er.

"Es war fast schon arrogant", räumte der 58-Jährige im Stadion des FC Bayern mit Blick auf das Spiel der Nationalmannschaft ein. "Ich wollte das auf die Spitze treiben und es noch mehr perfektionieren. Ich hätte die Mannschaft vorbereiten müssen, so wie es 2014 der Fall war, als es eine Ausgewogenheit gab zwischen Offensive und Defensive." Die ersten Tage nach dem Ausscheiden seien von Frust, Niedergeschlagenheit und einer großen Portion Wut geprägt gewesen.

Schneider leitet das Scouting

Als eine Konsequenz aus dem desaströsen WM-Auftritt kündigte er die Trennung von seinem bisherigen Ko-Trainer Thomas Schneider an. Er soll die Leitung der Scouting-Abteilung des DFB übernehmen. Der Trainerstab soll künftig neben Löw aus Assistent Marcus Sorg und Torwarttrainer Andreas Köpke bestehen. "Wir wollten ganz bewusst einen Fachmann im Scouting-Team haben, was die Gegneranalyse betrifft. Urs Siegenthaler wird selbstverständlich weiter in diesem Bereich zuständig sein", sagte Löw. Auch der Betreuerstab solle deutlich kleiner werden.

Im Vergleich zum WM-Aufgebot werden demnach elf, im Vergleich zu normalen Länderspielen sieben Person weniger im Einsatz sein, erläuterte Manager Oliver Bierhoff. Deutschland bestreitet am 6. September in München in der neuen Nationenliga gegen Weltmeister Frankreich das erste Länderspiel nach dem WM-Aus. Drei Tage später geht es in Sinsheim im Testspiel gegen Peru. Details zum Aufgebot für diese Spiele erfahren Sie hier.

Quelle: ntv.de, cri/dpa