Sport
Sonntag, 15. April 2018

WM-Countdown (60): M - eine Stadt sucht ihre U-Bahn

Von Katrin Scheib, Moskau

Rund die Hälfte der WM-Austragungsorte hat eine Metro. Wer sie sucht, hält Ausschau nach einem Logo, das oft ähnlich aussieht. Ein Hauch sowjetische Tradition - als gute Orientierungshilfe.

Wer sich in den russischen WM-Gastgeberstädten orientieren will, braucht im Zweifel nur nach einem Buchstaben Ausschau zu halten: dem M wie Metro. Rund die Hälfte der Austragungsorte hat eine U-Bahn; das Schild zum nächsten Zugang in den Untergrund sieht dank sowjetischer Tradition oft recht ähnlich aus: ein M, meist unten ein wenig breiter als oben, gerne in kommunistischem Signalrot.

Gut zeigen kann man das am Beispiel des Moskauer Metro-Logos, das in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Designs durchlaufen hat - aber alle waren sie rot, und alle wurden sie nach oben schmaler.

So steht es nun also beleuchtet an Moskauer Straßenrändern, das M, hängt an Fassaden, leuchtet von Hinweisschildern in Einkaufszentren.

(Foto: Wikipedia)

Am Austragungsort Nischni Nowgorod hat die Metro zwar bisher nur zwei Linien, beim Logo geht die U-Bahn aber konform mit ihrer großen Schwester in der Hauptstadt. Der zusätzliche Wildwechsel auf dem Schild ist vom Stadtwappen abgeleitet, ansonsten aber: ein recht traditionelles Logo.

Interesse an etwas Bunterem? In St. Petersburg ist das Metro-Logo nicht nur blau, sondern erinnert auch entfernt an einen Torbogen (oder eine Zwille, aber vielleicht geht das nur mir so). Klares Signal aus Russlands früherer Hauptstadt: Ihr da in Moskau habt uns mal gar nichts vorzumachen!

Kasans Metro-Schilder sind grün, aber immerhin unten breiter, wie es sich gehört. Ein grünes Symbol auch in Jekaterinburg, und über das seltsame Logo der Wolgograder U-Bahn, die offiziell “Metrotram” heißt, soll hier mal lieber der Mantel des Schweigens gebreitet werden. Kein M, nirgends - wer hat das erlaubt?

(Foto: Wikipedia)

Besser wieder zurück zur traditionellen Variante also: In der WM-Gastgeberstadt Samara können WM-Reisende diesen Sommer einem ganz klassischen Metro-Symbol folgen: rot und unten breit. So muss das sein!

Besonders nah ans Stadion kommt man in Samara mit der Metro übrigens nicht. Dafür sollen Schiffe auf der Wolga Fans ins Stadion bringen. Praktisch, denn dann hat man im Gegensatz zur Metro sicher permanent Handyempfang. Und kann mobil auf dieser Seite  rumstöbern, die das Design von mehr als 200 Metro-Logos in aller Welt präsentiert.

Unsere Kolumnistin

Katrin Scheib ist Journalistin, Schalke-Fan und kommt aus dem Rheinland. Als die deutsche Mannschaft 2014 in Brasilien Fußball-Weltmeister wurde, war sie gerade nach Moskau gezogen. Seitdem bloggt sie unter kscheib.de über ihren Alltag und informiert mit ihrem "Russball"-Newsletter jede Woche über den Fußball und die WM-Vorbereitungen in Russland. Und nun schreibt sie für n-tv.de den Countdown, bis das Turnier am 14. Juni beginnt.

Alle Folgen des WM-Countdowns finden Sie hier

Quelle: n-tv.de