Fußball

Mach's noch einmal, JogiHach, wenn dann Löw bei der WM die Engländer rauskegelt

03.04.2026, 13:50 Uhr
imageEine Glosse von David Bedürftig
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Jogi Löw am Strand von Santo Andre während der WM in Brasilien 2014. (Foto: picture alliance / HJS-Sportfotos)

Strandspaziergänge, Gewinner-Pulli, Favoritenschreck: Das wilde Gerücht um Joachim Löw und Ghana ist so aberwitzig wie schön. Wenn Jogi die Black Stars bei der WM zum Sieg führt und mit cooler Sonnenbrille seinen Espresso schlürft, werden sich alle wundern.

Es ist bisher zwar nur ein Gerücht. Doch welch ein aberwitziges. Welch ein schönes! Du, Jogi Löw, übernimmst die ghanaische Nationalmannschaft. Lediglich für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Ein WM-Mini-Job. Kurz den Titel holen und dann reicht es auch wieder.

Ach Jogi, Du und eine WM mit besonderen Herausforderungen, das passt einfach. Das weiß natürlich auch der Verband Ghanas. Hitze, Schwüle, riesige Entfernungen, das alles hast Du bereits in Brasilien gemeistert. Dort gewannst Du 2014 mit der deutschen Elf als erste europäische Mannschaft auf dem amerikanischen Kontinent den WM-Titel. Warum also nicht jetzt mit einem afrikanischen Team?

So richtig Lust auf den Trainerjob hast Du zwar nicht mehr. Das weiß jeder, mehrere Gerüchte verpufften über die Jahre schnell. Aber erst kürzlich zeigtest Du wieder Interesse an der Übernahme eines Nationalteams. Und nur mal kurz so ein Turnierchen? Da kann doch nichts schiefgehen.

Wieder im Wet-Look oder mit Sieger-Pulli?

Du warst zwar nie der Sympathieträger à la Jürgen Klopp noch der Menschenfänger à la Hansi Flick. Aber dafür ein fürsorglicher, fast schon zärtlicher Trainer, der sich immer vor seine Spieler stellte. Das können die Black Stars gebrauchen, da so kurz vor der WM, nur wenige Stunden nach dem 1:2 gegen Deutschland am Montag, Trainer Otto Addo gefeuert wurde.

Trägst Du einen neuen, erfolgreichen Lieblingspulli, wie bei der WM 2010? Oder feierst Du die Erfolge im Hemd und Wet-Look wie in Brasilien? Oder gibt es diesmal ein ganz anderes Gewinner-Kleidungsstück, das in der westafrikanischen Nation schnell zum Kult-Objekt aufsteigt und überall von den grünen Weiten des Mole Nationalparks bis zum bunten Treiben im Makola Market im Stadtzentrum von Accra stolz getragen wird. Es kann nur legendär werden!

Ach, und dann kegelst Du gleich zu Beginn mal eben so die Engländer raus. Den Titelfavoriten, der nach den Rumpel-Freundschaftsspielen auch gegen Kroatien und Panama nicht über ein Unentschieden hinauskommen und gegen das blitzschnelle Konterspiel Deiner Black Stars keine Chance hat. Thomas Tuchel schäumt vor Wut auf der Pressekonferenz, Du schlürfst gelassen Deinen Espresso.

Löw mit Strandspaziergang, dann gegen Brasilien

Das Base Camp Deines vielleicht schon bald neuen Teams liegt an der Bryant University in Providence, Rhode Island. Im Nordosten der USA, gleich am Meer. Das erinnert Dich an das legendäre Campo Bahia in Brasilien. Vielleicht hast Du Dir den Minijob auch deshalb ausgesucht. Schon bald flimmern die Bilder des Strand-Flaneurs im weißen, engen Shirt mit modischer Sonnenbrille über alle Bildschirme von ESPN, CNN und Fox News. Endlich kannst Du wieder Mensch sein, kannst Du Du sein. Kraft tanken und kurz mal abschalten beim Strandspaziergang vor dem hitzigen Viertelfinale in Miami, bei dem Deine Black Stars mit Carlo Ancelottis Brasilianern allein schon wegen deren Albtraumerinnerungen an das 7:1 leichtes Spiel haben.

Die freundliche, kultivierte Kleinstadt Providence, bekannt für die Eleganz der Ivy-League-Uni Brown und eine edle Gastroszene, passt zu Dir. Ein bisschen Freiburg in den USA. Ein elitärer Ruhepol abseits der massigen Metropolen New York oder Los Angeles, ganz ohne die Südstaaten-Hitze, die in Atlanta oder Miami herrscht.

Zusammen mit Jürgen Klinsmann schicktest Du bei der WM 2006 Deutschland ins kollektive Fußballfieber. Innerhalb kurzer Zeit basteltest Du einen Titelkandidaten und führtest die DFB-Elf auch langfristig zurück in die Weltspitze. Bei der WM 2010 in Südafrika spielte Deine Elf vielleicht ihren schönsten Fußball, 2014 folgte die Krönung.

Auch Trump bekommt sein Fett weg

Nun hättest Du bei Ghana noch viel weniger Zeit. Und klar, die "Bild"-Zeitung schreibt nun, dass es gar keinen Kontakt zu Ghana gibt. Auch Winfried Schäfer, technischer Direktor des ghanaischen Verbandes, gibt sich auf dpa-Anfrage hin überrascht. Aber das hält einen Jogi Löw doch nicht auf.

Nach den Engländern in der Gruppe haust Du in der K.-o.-Phase auch etliche andere Top-Nationen raus. Das Duell mit dem DFB-Team bleibt Dir glücklicherweise erspart. Es hätte Dir auch nicht gefallen, in 90 Minuten die Schwächen der Deutschen knallhart offenzulegen.

Hach, und nach dem Finale - nach dem WM-Sieg - rügst Du dann zum Abschluss öffentlich Donald Trumps US-Regierung und ihre Politik. Nachdem Du ja letztens bereits besorgt auf die Entwicklungen in den USA und den Krieg im Iran geblickt hattest.

Mach's noch einmal, Jogi.

Quelle: ntv.de

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