Fußball

Bremen und Stuttgart weiter Mainz 05 taumelt zum nächsten Tiefpunkt

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Konsternierte Mainzer.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Aufstieg, Platz sieben in der Bundesliga zu Weihnachten und der Einzug ins Pokal-Achtelfinale - der VfB Stuttgart steht zum Abschluss des Jahres 2020 glänzend da. Krisenklub Mainz 05 wirkt erst souverän, gibt den Sieg aber völlig unnötig aus der Hand - und macht ein Katastrophenjahr perfekt.

VfB Stuttgart - SC Freiburg 1:0 (1:0)

Sturm-Turm Sasa Kalajdzic und der VfB Stuttgart haben Christian Streich das kleine Pokal-Jubiläum verdorben und dem Kult-Trainer das Weihnachtsfest verhagelt. Der Bundesliga-Aufsteiger setzte sich im 42. schwäbisch-badischen Duell mit dem SC Freiburg dank Kalajdzics frühem Treffer verdient mit 1:0 (1:0) durch und zog damit wie im Vorjahr ins Achtelfinale ein. Streich musste in seiner 25. Pokalpartie als Chefcoach den 25. Stuttgarter Pflichtspielsieg im Derby erleben. Seine Mannschaft ließ die Stärken, die ihr zum Jahresabschluss drei Ligasiege in Serie gebracht hatten, viel zu lange vermissen und scheiterte zum dritten Mal hintereinander in Runde zwei.

Dem Tor von Kalajdzic (15.) hatte der SC zunächst nichts entgegenzusetzen. Orel Mangala (54.) hatte zunächst noch die Chance zum 2:0 für den VfB, doch so langsam legte Freiburg seine Scheu angetrieben von Vincenzo Grifo ab. Nach einem Fehler von Torwart Fabian Bredlow hatte der eingewechselte Ermedin Demirovic (60.) den Ausgleich auf dem Fuß. Kalajdzic (72.), der mehr Torraumszenen hatte als alle Freiburger zusammen, hätte für die Vorentscheidung sorgen können, Sekunden später rettete Uphoff gegen Mangala. In der Schlussphase riskierte der SC mehr, doch Demirovic vergab per Kopf (88.).

Hannover 96 - Werder Bremen 0:3 (0:2)

Verkorkstes Jahr, versöhnlicher Abschluss: Werder Bremen ist locker ins Achtelfinale spaziert. Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt gewann in der 2. Runde völlig verdient mit 3:0 (2:0) beim Zweitligisten Hannover 96. Theodor Gebre Selassie (30.) und Josh Sargent (32.) brachten Werder am Tag vor Heiligabend mit einem Doppelschlag früh in Führung, Jean-Manuel Mbom (60.) machte dann alles klar. Hannover blieb insgesamt blass.

Damit endet das Jahr, in dem Werder im Sommer nur über den Umweg der Relegation in der Bundesliga geblieben war, für den Traditionsklub mit einem kleinen Happy End. Den Hanseaten gelang nach vier Niederlagen in den letzten fünf Bundesliga-Spielen dabei nicht alles, aber am Ende biss sich der Favorit im Nordduell durch und kann an Weihnachten nun durchatmen.

1. FSV Mainz 05 - VfL Bochum 2:2 (1:0) n.V., 0:3 i.E.

Der krisengeschüttelte FSV Mainz 05 hat nach turbulenten Tagen in einem Elfmeterkrimi den Einzug ins Achtelfinale verpasst. Einen Tag nach der Trennung von Sportvorstand Rouven Schröder unterlagen die Rheinhessen dem Zweitligisten VfL Bochum 0:3 im Elfmeterschießen. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte die Begegnung 2:2 gestanden. Für den schwer angezählten Jan-Moritz Lichte dürfte es das letzte Spiel als Cheftrainer gewesen sein.

Nach Treffern von Jean-Paul Boetius (7.) und Kapitän Danny Latza (55.) sah es einen Tag vor Heiligabend lange nach einem Erfolgserlebnis für die verunsicherte Mainzer Mannschaft aus. Gerrit Holtmann (66.) und Robert Tesche (90.+4) retteten jedoch die Gäste, die nach der Roten Karte gegen Torhüter Manuel Riemann (95., Notbremse) in Unterzahl spielten. Bei Mainz versagten Adam Szalai, Kevin Stöger und Jean-Philippe Mateta im Drama vom Punkt die Nerven.

SV Wehen Wiesbaden - Jahn Regensburg 0:0 (0:0) n.V., 2:4 i.E.

Jahn Regensburg steht nach 17 Jahren wieder im Achtelfinale. Der Zweitligist gewann ein ausgeglichenes Zweitrundenspiel beim klassentieferen SV Wehen Wiesbaden nach 120 torlosen Minuten mit 4:2 im Elfmeterschießen. Das Viertelfinale hat der SSV Jahn noch nie erreicht.

Das Spiel war kämpferisch intensiv, aber auch zäh. Beide Mannschaften wollten zugunsten der Offensive nicht ihre Abwehr entblößen, zu verlockend waren die Hoffnung auf ein großes Spiel und die 700.000-Euro-Prämie für den Einzug in die nächste Runde. Ein Klassenunterschied zeigte sich nicht.

Phillip Tietz (30.) für Wiesbaden und Regensburgs Max Besuschkow (45.+1) hätten den Gegner zu mehr Initiative zwingen können, hätten sie ihre Chancen genutzt. Alexander Meyer parierte dann den entscheidenden Elfmeter von Dominik Prokop, Tietz hatte zuvor an die Querlatte geschossen.

Quelle: ntv.de, tno/ter/sid/dpa