Fußball

"Irgendwann vor die Fresse" Modestes Kaffee-Jubel sorgt für Ärger

imago1011506542h.jpg

Anthony Modeste wirbt nicht nur sportlich für sich.

(Foto: IMAGO/Chai v.d. Laage)

Anthony Modeste schießt den 1. FC Köln immer näher an eine Teilnahme am internationalen Geschäft, doch trotz seines nächsten Treffers sorgt der Torjäger für Unstimmigkeiten: Sein Tor gegen Arminia Bielefeld nutzt er für eine Werbeaktion in eigener Sache. Seinem Trainer stinkt das.

Schleichwerbung oder Kultjubel? Anthony Modeste vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln hat mit seinem Torjubel beim 3:1 gegen Arminia Bielefeld für Diskussionen gesorgt und sich einen kräftigen Rüffel von seinem Trainer eingefangen. Der Franzose war nach seinem Treffer zum 2:1 in der 43. Minute hinter das Tor gelaufen, wo er in einer FC-Tüte aus dem Fan-Shop eine Packung des von ihm produzierten Kaffees deponiert hatte und hielt diesen in die Kamera. Danach warf er das Paket in die Ränge. "Ich vergesse nie, wo ich herkomme", sagte Modeste nachher mit einem Augenzwinkern: "Das war ein kleines Dankeschön, weil die Fans uns immer unterstützen. Also habe ich ein bisschen Kaffee geschenkt. Mein Trikot kann ich nicht geben."

Sein Coach Steffen Baumgart fand die Aktion aber weniger lustig. "Das ist immer dünnes Eis", sagte er: "Du darfst nicht überdrehen, sonst kriegst du meistens - etwas hart ausgedrückt - irgendwann vor die Fresse. Mehr will ich dazu nicht sagen." Sky-Experte Dietmar Hamann rechnet mit weiterem Ärger für den Torjäger. "Er wird eine Strafe bekommen, auch zurecht", sagte der frühere Nationalspieler. "In der heutigen Zeit, wo es viel um Kommerz geht, wo das Verhältnis zwischen Fans und Spielern angekratzt ist, ist das wenig sensibel. Da habe ich wenig Verständnis für." Im Dezember hatte Modeste seine eigene Kaffee-Marke vorgestellt.

"Ziemlich tief klaffende Wunde"

Eine andere Personalie sorgte beim 1.FC Köln nicht für Ärger, sondern vielmehr für Sorgen: Der frühere Nationalspieler Jonas Hector hat sich nach einem Zusammenprall zu Beginn des Spiels in der Kabine nähen und dann doch freiwillig auswechseln lassen. "Er hatte eine ziemlich tief klaffende Wunde", sagte Thomas Kessler, Leiter des Lizenzspielerbereichs beim FC: "Wir haben ihn in den Katakomben genäht und ihn Checks unterzogen. Die hat er bestanden und hat gesagt, dass es geht. Deshalb ist er zurück aufs Spielfeld gekommen. Dann hat er aber gemerkt, dass er ein bisschen Kopfschmerzen bekommt und etwas Schwindel verspürt. Und dann ist es vorbildlich, wenn er von selbst sagt, dass es nicht funktioniert."

Trainer Steffen Baumgart erklärte, Hector habe "das Gefühl gehabt, dass er bei einigen koordinativen Sachen wie beim Einschätzen des Balles Probleme hat". Der Kölner Kapitän war nach drei Minuten mit dem Bielefelder Alessandro Schöpf zusammengeprallt, danach für neun Minuten in der Kabine verschwunden und mit einem Kopfverband zurückgekommen. Eine Viertelstunde nach seiner Wiederkehr verließ er das Spielfeld. "Wir werden ihn nun noch mal genaueren Checks unterziehen. Wenn Spieler über Übelkeit und Schwindel klagen, haben wir eine Sorgfaltspflicht", sagte Kessler: "Aber ich hatte nach dem Spiel den Eindruck, dass es ihm besser geht."

Für Schöpf ging die Sache glimpflicher aus, er stand bis zur 85. Minute auf dem Platz. "Es war eine Art Boxer-Cut, aber zum Glück nicht so schlimm", sagte Interimstrainer Marco Kostmann: "Es wurde über dem Auge geklebt. Da bleibt eine kleine Narbe, aber das ist der Reiz des Makels." Bei Bielefeld herrschte auch deshalb so große Erleichterung, weil in den vergangenen drei Spielen Fabian Klos, Cedric Brunner und Fabian Kunze mit Kopfverletzungen ausgewechselt werden mussten.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen