Fußball

Brügge kassiert herbe Klatsche Nkunkus siebter Treffer krönt Leipzigs trainerlose Gala

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Fünf Spiele, sieben Tore: Christopher Nkunku hat seine Champions-League-Reife nachgewiesen.

(Foto: dpa)

Im fünften Versuch gelingt RB Leipzig der erste Erfolg in der Champions-League-Vorrunde. Bei Club Brügge erarbeitet sich der Bundesligist ohne seinen positiv auf Corona getesteten Cheftrainer die Chance, aus eigener Kraft zumindest in der Europa League zu überwintern.

RB Leipzig hat mit einem Klub-Rekord in der Champions League auf den Corona-Schock um Trainer Jesse Marsch reagiert. Ohne den mit dem Coronavirus infizierten Chefcoach und den ebenfalls betroffenen Kapitän Peter Gulacsi gewann Leipzig das "Finale um Platz drei" beim FC Brügge äußerst souverän mit 5:0 (4:0) und hat das Überwintern im Europapokal wieder in der eigenen Hand. Für den deutschen Vizemeister war es der bislang höchste Sieg in einem europäischen Wettbewerb.

"Das war eine überragende Leistung, gerade auch angesichts der schwierigen Situation. Es ist sehr befreiend", sagte Mittelfeldspieler Kevin Kampl, "wir mussten dem Trainer und den Jungs zu Hause zeigen, dass sie sich auf uns verlassen können. Wir haben in der ersten Halbzeit ein Feuerwerk abgebrannt."

FC Brügge - RB Leipzig 0:5 (0:4)

Brügge: Mignolet - Van der Brempt (60. Mechele), Hendry, Nsoki (46. Ricca), Clinton Mata - Vanaken, Balanta - De Ketelaere (82. Wesley) - Lang, Dost (46. Rits), Sowah (82. Izquierdo); Trainer: Clement
Leipzig: Martinez - Mukiele, Klostermann (62. Henrichs), Gvardiol (80. Bonnah), Angelino - Laimer (62. Moriba), Kampl - Nkunku, Forsberg - Silva, Brobbey (66. Novoa); Trainer: Beierlorzer
Schiedsrichter: Davide Massa (Italien)
Tore: 0:1 Nkunku (12.), 0:2 Forsberg (17., Foulelfmeter), 0:3 Silva (27.), 0:4 Forsberg (45.+1), 0:5 Nkunku (90.+3)
Zuschauer: 26.000
Gelbe Karten: Lang (2), Balanta (4), Wesley - Moriba

Leipzig, das von Co-Trainer Achim Beierlorzer an der Seitenlinie betreut wurde, zog in der Tabelle der Gruppe A an den Belgiern vorbei und hat zudem den direkten Vergleich klar gewonnen. Im letzten Gruppenspiel am 7. Dezember gegen Manchester City könnten die Sachsen unter Umständen sogar eine Niederlage zum Einzug in die Europa League reichen. Leipzigs Dauerbrenner Christopher Nkunku (12.), Emil Forsberg (17., Foulelfmeter/45.+1) und Andre Silva (27.) sorgten schon vor dem Seitenwechsel für klare Verhältnisse. Nkunku (90.+3) setzte auch den Schlusspunkt, es war sein siebter Treffer in der laufenden CL-Spielzeit.

Eine derart dominante Leistung kam überraschend, denn Leipzig trat personell geschwächt an. Nachdem Coach Marsch und Torhüter Gulacsi die Reise gar nicht erst hatten antreten können, klagte Abwehrspieler Willi Orban am Mittwoch über Unwohlsein. Ein Coronatest fiel negativ aus, dennoch kehrte Orban vorzeitig zurück nach Leipzig. In Dominik Szoboszlai, Amadou Haidara (beide Sprunggelenk), Mohamed Simakan (Erkältung) fehlten weitere Leistungsträger.

Einfachste Mittel reichen viel zu oft

Die sportliche Ausgangslage - nur ein Sieg hielt die Chance auf die Europa League aufrecht - zwang den Bundesligisten dennoch zum Handeln. Leipzig musste das Spiel gestalten und nahm diese Aufgabe bestens an. Die Sachsen waren vor allem im Mittelfeld enorm präsent und überzeugten mit herausragender Balleroberung. Brügge kam mit dem druckvollen Beginn des Bundesligisten überhaupt nicht zurecht und lud Leipzig mit Defensivpatzern zu Chancen ein. Nordi Mukiele (6.) scheiterte zunächst, kurz darauf staubte Nkunku ab.

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Leipzig setzte nach. Mit guten Kombinationen näherten sich die Gäste dem Strafraum und wurden belohnt. Forsberg erhöhte per Foulelfmeter. Defensiv ließ RB kaum etwas zu. Der frühere Bundesligaprofi Bas Dost (25.) scheiterte bei der einzig gefährlichen Offensivaktion der Belgier vor der Pause am sicheren Gulacsi-Vertreter Josep Martinez.

Die Führung gab Leipzig zusätzlichen Rückenwind. Gegen einen zunehmend verunsicherten Gegner reichten allerdings oft einfachste Mittel. Silva traf nach einer durchaus zu verteidigenden Hereingabe von Angelino. Forsberg wurde bei seinem zweiten Treffer kurz vor dem Seitenwechsel kaum gestört. In der zweiten Halbzeit änderte sich wenig. Leipzig kontrollierte das Geschehen und erspielte sich Chancen für weitere Tore. Zwingend wurden die Aktionen der Sachsen aber nur noch selten. Brügge blieb offensiv harmlos.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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