Fußball

Kuriose Rote Karte für Aue Noch mehr Corona-Chaos in Liga zwei

imago0048932006h.jpg

Steffen Baumgarts SC Paderborn steckt nach dem Abstieg auch in der 2. Fußball-Bundesliga erstmal unten fest.

(Foto: imago images/foto2press)

In der 2. Fußball-Bundesliga sorgen widersprüchliche Coronatests für Verwirrung, auch beim 1. FC Heidenheim, der kurzfristig doch auf ursprünglich positiv getestetes Personal zurückgreifen kann. Auch ohne Corona-Verwirrung sortieren sich die Bundesliga-Absteiger unten ein.

VfL Bochum - Erzgebirge Aue 2:0 (0:0)

Der VfL Bochum hat Anschluss an die Spitzengruppe der 2. Fußball-Bundesliga hergestellt. In mehr als einstündiger Überzahl bezwang der VfL am Sonntag Erzgebirge Aue 2:0 (0:0) und zog dank der Tore von Robert Zulj (74.) und Silvere Ganvoula (82.) mit acht Punkten aus fünf Spielen am Gegner (7) vorbei.

Beide Mannschaften hatten zuletzt ihre erste Saisonniederlage kassiert und wollten einen weiteren Rückschlag um jeden Preis vermeiden. Der VfL war engagierter und hatte die besseren Torchancen, wenn auch zumeist nach Standards oder bei Fernschüssen (Danilo Soares, 45.).

Eine kuriose Rote Karte brachte Aue enorm in Bedrängnis. Calogero Rizzuto sollte gegen Soma Novothny nachgetreten haben, es wirkte aber eher, als hätten sich nur die Schuhe beider Spieler in einem Zweikampf verhakt (28.).

Zuvor hatte Novothny für die überlegenen Bochumer ein Abseitstor erzielt (17.). Der VfL drängte nach der Pause auf den Führungstreffer, den Simon Zoller hätte köpfen müssen (52.). Aues Torhüter Martin Männel reagierte glänzend. Zulj gelang das 1:0 dann mit etwas Glück. Joker Ganvoula sorgte für die Entscheidung.

1. FC Heidenheim - VfL Osnabrück 1:1 (0:0)

Nach zwei turbulenten Tagen hat der 1. FC Heidenheim seinen zweiten Saisonsieg verpasst. Im Duell der Corona-Geschädigten mit dem VfL Osnabrück kamen die Gastgeber trotz des Führungstors von Christian Kühlwetter (54.) nur zu einem 1:1 (0:0). Die Gäste, die nach einer zweiwöchigen Quarantäne für 18 Spieler erst seit Donnerstag wieder komplett trainieren, trafen in einem packenden Spiel durch Etienne Amenyido zum verdienten Ausgleich (61.).

Die Vorbereitung der Heidenheimer war zwei Tage vor dem Spiel empfindlich gestört worden. Am Freitag hatte der Verein sechs Corona-Infizierte gemeldet, die Befunde waren aber offenkundig falsch: Zwei weitere Testungen am Freitag und Samstag durch das Klinikum Heidenheim ergaben dann ausschließlich negative Befunde. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt trainierten die Heidenheimer am Samstagnachmittag wieder.

Viel heftiger hatte es allerdings die Osnabrücker getroffen. Nachdem Anfang Oktober zwei Spieler der Niedersachsen positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, mussten gleich zwei Drittel des Kaders für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Das abgesagte Heimspiel gegen Darmstadt 98 soll am Mittwoch nachgeholt werden. Trainer Marco Grote hatte seine Mannschaft dennoch für "konkurrenzfähig" erklärt.

SV Sandhausen - SC Paderborn 1:1 (1:1)

Der jüngste Aufwärtstrend von Bundesliga-Absteiger SC Paderborn hat einen Dämpfer erhalten. Eine Woche nach dem ersten Punktspielsieg seit Januar musste sich das Team von Trainer Steffen Baumgart am 5. Spieltag beim SV Sandhausen mit einem 1:1 (1:1) zufrieden geben. Paderborn ist zwar nun seit drei Spielen ungeschlagen, verbleibt aber mit nur fünf Punkten im unteren Tabellendrittel und zwei Zähler hinter Sandhausen (7). Dennis Srbeny (28.) brachte die Ostwestfalen in dem Geisterspiel mit einem umstrittenen Handelfmeter in Führung, Robin Scheu (37.) glich aus.

Baumgart vertraute der gleichen Startelf, die am vergangenen Sonntag 1:0 gegen Hannover 96 gewonnen hatte. Der SCP kontrollierte die Partie, gefährliche Aktionen gab es auf beiden Seiten aber zunächst nicht. Dann spitzelte Kai Pröger den Ball im Strafraum SVS-Verteidiger Denis Linsmayer aus kurzer Distanz an die Hand - Schiedsrichter Benjamin Cortus (Röthenbach) zeigte trotz heftiger Proteste auf den Punkt.

Nur wenig später nutzte aber Scheu eine missglückte Abwehr des Paderborner Torwarts Leopold Zingerle zum Ausgleich. Direkt vor dem Pausenpfiff hatte Paderborn Glück, dass ein Distanzschuss von Alexander Esswein (45.+2) nur an der Latte landete. Auch in der chancenarmen zweiten Halbzeit taten sich die Gäste gegen den tief stehenden SVS schwer.

"Falsch positive" Tests in Würzburg

Fußball-Zweitligist Würzburger Kickers hatte nach eigenen Angaben in der Partie beim Hamburger SV wegen falsch positiver Corona-Testergebnisse auf Profi Douglas sowie die Co-Trainer Kurtulus Öztürk und Philipp Eckart verzichten müssen. Das Trio sei zunächst positiv getestet worden, nach der 1:3-Niederlage am Samstag sei der Klub aber vom zuständigen Labor mündlich informiert worden, dass die Ergebnisse "falsch positiv" gewesen seien. Das teilten die Kickers am Abend mit.

Der Klub habe "vollstes Vertrauen" in die Deutsche Fußball Liga bei der Aufarbeitung des Vorgangs. Zuvor hatte der Klub erklärt, dass alle drei keine Symptome zeigen würden und noch in der Nacht umgehend isoliert worden seien. Daraufhin seien am Vormittag Schnelltests bei Mannschaft, Trainerteam und Betreuerstab durchgeführt worden. Diese seien ebenso wie die turnusmäßigen Tests negativ ausgefallen. Auch die Ergebnisse der Schnelltests von Douglas sowie der beiden Co-Trainer seien negativ gewesen. Das Trio konnte nun bereits wieder am Sonntag am Mannschaftstraining teilnehmen.

Quelle: ntv.de, ter/sid