Fußball

Hannover bejubelt Slapsticktor HSV siegt nach Würzburger Corona-Krimi

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Simon Terodde schoss den HSV nach Rückstand noch zum

(Foto: imago images/Eibner)

In der Nacht wird Fußball-Zweitligist Würzburger Kickers über drei positive Coronatests informiert, eilig durchgeführte Schnelltests ergeben das gegenteilige Ergebnis. Die Aufregung macht sich erst nicht bemerkbar, am Ende unterliegt man aber dem HSV. Absteiger Fortuna Düsseldorf verliert deutlich und muss mit Spott und Häme rechnen.

Hamburger SV - Würzburger Kickers 3:1 (0:1)

Torjäger Simon Terodde hat Spitzenreiter Hamburger SV vor einer Blamage in der 2. Fußball-Bundesliga bewahrt. Die Gastgeber gewannen am Samstag mit 3:1 (0:1) gegen den frechen Tabellenletzten Würzburger Kickers und bauten ihren Saisonstartrekord damit auf fünf Siege aus. Nach seinen beiden Toren (65./82. Minute) steht Terodde nunmehr bei sechs Saisontreffern. Tim Leibold erhöhte in der Nachspielzeit auf 3:1 (90.+2). Würzburg war durch Lars Dietz (40.) in Führung gegangen.

Wegen positiver Corona-Tests musste Würzburg auf seinen Profi Douglas sowie die Co-Trainer Kurtulus Öztürk und Philipp Eckart verzichten. Alle drei zeigten keine Symptome und seien noch in der Nacht umgehend isoliert worden, hieß es weiter. Der Klub war um 1 Uhr morgens über die Ergebnisse informiert worden. Daraufhin seien am Vormittag Schnelltests bei Mannschaft, Trainerteam und Betreuerstab durchgeführt worden. Diese seien ebenso wie die turnusmäßigen Tests negativ ausgefallen. Auch die Ergebnisse der Schnelltests von Douglas sowie der beiden Co-Trainer seien negativ. Das Ergebnis von Profi Leroy Kwadwo lag noch nicht vor, er kam nicht zum Einsatz. Sein Laborergebnis sei negativ gewesen, erklärten die Kickers.

Hannover 96 - Fortuna Düsseldorf 3:0 (0:0)

Hannover 96 hat die Misere beim Bundesliga-Absteiger gegen Fortuna Düsseldorf mit einem klaren Sieg verschärft. Das Team von Trainer Kenan Kocak besiegte die Rheinländer verdient mit 3:0 (0:0) und feierte damit den dritten Sieg im dritten Saisonheimspiel. Florent Muslija (57. Minute) und Marvin Ducksch (63./Foulelfmeter) waren die Torschützen für die Gastgeber, die zudem von einem Eigentor des Düsseldorfer Torwarts Florian Kastenmeier (84.) profitierten. Kastenmeier ließ einen harmlosen Rückpass über den Fuß rutschen, beim Klärungsversuch spitzelte er den Ball dann selbst noch unbedrängt ins Tor.

Die Fortuna, die erst vier Punkte geholt hat, musste große Teile der zweiten Hälfte in Unterzahl bestreiten. Der erst zum zweiten Durchgang eingewechselte Matthias Zimmermann sah nach einem Foul an Kingsley Schindler Gelb-Rot (52.) - eine harte Entscheidung. Vor 8900 Zuschauern, die trotz auch in der Region Hannover steigender Corona-Infektionszahlen ins Stadion durften, war 96 von Beginn an stärker. Die Niedersachsen waren im Mittelfeld überlegen und hatten in der 16. Minute die erste große Torchance. Ducksch traf aus kurzer Distanz jedoch nur die Latte. Schon kurz nach dem Düsseldorfer Platzverweis nutzte Hannover seine zahlenmäßige Überlegenheit aus. Nach dem Elfmetertreffer des früheren Düsseldorfers Ducksch war die Partie entschieden.

Holstein Kiel - Greuther Fürth 1:3 (0:2)

Holstein Kiel hat die erste Saisonniederlage kassiert. Das Team von Trainer Ole Werner unterlag gegen Greuther Fürth mit 1:3 (0:2), bleibt aber vorerst Tabellen-Zweiter. Alexander Mühling (65. Minute) erzielte das Tor für die Norddeutschen, die die Partie nach der Roten Karte für Fabian Reese (72.) dezimiert beenden mussten. Paul Seguin (7. Minute), Branimir Hrgota (29.) und Havard Nielsen (61.) trafen für die Gäste zu deren erstem Sieg in diesem Spieljahr.

Mit dem nach einem Muskelfaserriss wieder genesenen Rechtsaußen Fin Bartels in der Startelf verschliefen die Hausherren die erste Halbzeit. Die "Störche" ließen den spielerisch starken Gästen zu viel Spielraum. Hätte KSV-Keeper Gelios nach 42 Minuten nicht glänzend gegen den durchgebrochenen Havard Nielsen gerettet, wäre die Partie wohl schon zur Pause entschieden gewesen. Nach einer Stunde aber war vor 2239 Zuschauern im Kieler Holsteinstadion alles geklärt. Nielsen köpfte nach einem Freistoß wuchtig ein.

Mühlings Treffer nach Vorarbeit des kurz zuvor eingewechselten Fabian Reese nährte noch einmal leise Hoffnungen auf eine Wende. Als Reese aber nach einem groben Foul Rot sah, waren auch die dahin.

Darmstadt 98 - FC St. Pauli 2:2 (1:0)

Ein umstrittener Foulelfmeter hat dem FC St. Pauli in letzter Sekunde einen Punktgewinn beim SV Darmstadt 98 beschert. Rodrigo Zalazar (90. Minute+5) sorgte mit der letzten Aktion des Spiels für den 2:2 (0:1)-Endstand. Zuvor hatte Torjäger Serdar Dursun die Darmstädter per Doppelpack (45./Foulelfmeter, 76.) verdient in Führung geschossen, Rico Benatelli (80.) gelang wenige Minuten vor dem Abpfiff der Anschlusstreffer. Dann entschied Schiedsrichter Marco Fritz nach Sichtung der Videobilder kurz vor Schluss noch auf Elfmeter für die Gäste - eine sehr harte Entscheidung.

Kurz vor der Halbzeit ging das Team von Trainer Markus Anfang eher glücklich in Führung, weil Finn Ole Becker sich zu einem Foul an Tobias Kempe hinreißen ließ. Dursun lief vor dem fälligen Strafstoß kurios an und sprang kurz vor dem Schuss hoch - verwandelte aber souverän. In der zweiten Halbzeit mussten die Gäste noch offener spielen und ermöglichten den Südhessen immer wieder Konterchancen, die diese jedoch lange schlecht ausspielten. Doch dann traf erneut Dursun. Benatelli brachte die Hamburger zurück ins Spiel, und dann folgte der umstrittene Elfmeter.

Quelle: ntv.de, ter/dpa