Fußball

Harte Kontrollen in Wolfsburg Pistorius will Polizei-Einsatz gegen Werder-Fans aufklären

309283922.jpg

Was passierte am Wolfsburger Hauptbahnhof wirklich?

(Foto: picture alliance / nordphoto GmbH / Kr?ger)

Vor dem 2:2 des VfL Wolfsburg gegen Bundesliga-Rückkehrer Werder Bremen kommt es am Bahnhof zu einem Polizei-Einsatz. Dabei werden zahlreiche Anhänger des SVW mutmaßlich grundlos durchsucht. Vereine und Fans reagieren verärgert, Niedersachsens Innenminister Pistorius verspricht Aufklärung.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat eine konsequente Aufarbeitung des Vorgehens der Wolfsburger Polizei gegen Bremer Fans angekündigt. "Es kristallisiert sich heraus, und das werden wir sorgfältig prüfen und entsprechend Schlüsse ziehen, dass man möglicherweise nicht alles so hätte machen müssen, und vor allem hätte man es besser kommunizieren müssen als es geschehen ist", sagte er in Hannover.

Werder-Ultras waren am Samstag aus Protest nicht zu dem Spiel in Wolfsburg (2:2) gekommen. Am Samstag hatten die Fans Durchsuchungen und Personalienbestimmungen der Beamten am Wolfsburger Hauptbahnhof als unverhältnismäßig empfunden.

"Das muss aufgearbeitet werden, und das werden wir sorgfältig tun, weil ich ein großes Interesse daran habe, Sicherheit in den Stadien zu gewährleisten", versprach Pistorius. Derzeit werde ein Bericht im Landespolizeipräsidium ausgewertet.

Der Innenminister verteidigte die grundsätzliche Einschätzung der Polizei und verwies auf den Einsatz von Pyrotechnik durch Bremer Fans im DFB-Pokal eine Woche zuvor. "Und ich darf daran erinnern, dass es bei dem Spiel Cottbus gegen Bremen heftigste Exzesse mit Pyrotechnik gegeben hat und dass die Polizei Grund zu der Annahme hatte, dass sich das in Wolfsburg wiederholen könnte."

Risikospiel oder nicht? Wer sagt die Wahrheit?

Zuvor hatte das niedersächsische Innenministerium bereits den Aussagen der beiden Bundesliga-Vereine widersprochen und erklärt, dass das Spiel bereits in der Vergangenheit als Risikopartie angesehen worden sei. "In den Spielzeiten 2018/2019 und 2019/2020 waren die Begegnungen dieser beiden Mannschaften in Wolfsburg durch die Polizei bereits als sogenanntes "Rot-Spiel" eingestuft", teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Beide Klubs hatten laut Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald "im Vorfeld eine Einschätzung der Sicherheitslage vorgenommen und hatten dieses Spiel als grün eingeschätzt".

Videos in den Sozialen Medien hatten Fans gezeigt, die von mehreren Polizisten vor Einsatzfahrzeugen umgeben sind und die Ansage der Beamten erhalten, dass die Anhänger sich nicht im Stadtgebiet aufhalten und nur zum Stadion gehen dürften. Die Wolfsburger Polizei teilte am Sonntag mit, dass sich Bremer Fans im Stadtgebiet hätten aufhalten dürfen. Die Aktion sollte "Auseinandersetzungen von Fangruppierungen" verhindern, schrieb die Behörde auf Twitter.

Mehr zum Thema

Die Verantwortlichen beider Klubs kritisierten das Vorgehen der Polizei und konnten auch die Risiko-Einschätzung nicht nachvollziehen. Bremens Profifußball-Leiter Clemens Fritz sagte: "Wenn man die letzten Jahre nimmt, es war immer ruhig. Ich habe da kein Verständnis." VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke nannte den Polizeieinsatz "eine Blamage für den Fußball-Standort Wolfsburg".

Scharfe Kritik äußerte ebenfalls der Wolfsburger Profi Max Kruse. "Das, was die Polizei mit den Fans von Werder gemacht hat, ist ein absolutes Unding", sagte er auf Instagram. "Wo leben wir denn?", fragte der 34-Jährige. "Ich finde es komplett in Ordnung, dass sie sich dagegen gewehrt haben", sagte er in Richtung der Werder-Ultras, die aus Protest nicht zum Spiel zwischen Wolfsburg und Bremen am vergangenen Samstag erschienen waren. "Wir leben in einer freien Welt und nur, weil ich irgendwo hinfahre, muss ich nicht meinen Ausweis zeigen und sagen, wer ich bin", schob Kruse hinterher.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen