Fußball

"Frechheit", "Unding", "Blamage" Werder und Wolfsburg kritisieren Polizei scharf

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Für Clemens Fritz war der Einsatz gegen Werder-Fans in Wolfsburg ein "absolutes Unding".

(Foto: picture alliance / nordphoto GmbH / Kr?ger)

Zahlreiche Anhänger von Werder Bremen werden am Samstag mutmaßlich grundlos am Wolfsburger Bahnhof durchsucht. Die Werder-Verantwortlichen reagieren sauer, für den Wolfsburger Geschäftsführer Schmadtke stellt das sogar "die gesamte Polizeiarbeit infrage".

Werder-Verantwortliche haben das Vorgehen der Polizei am Wolfsburger Hauptbahnhof gegen Bremer Ultras kritisiert und enttäuscht auf Kontrollmaßnahmen der Beamten reagiert. "Ich verstehe es nicht. Ich weiß nicht, wer das entschieden hat und ich weiß auch nicht, wer sich da verwirklichen wollte, aber ich finde es eine Frechheit", sagte Profifußball-Leiter Clemens Fritz nach dem 2:2 zum Saisonauftakt am Samstag beim VfL Wolfsburg. Er sprach von einem "absolutem Unding".

Mehrere Ultras hatten vor der Partie in der Fußball-Bundesliga Durchsuchungen und Personalien-Bestimmungen der Beamten als unverhältnismäßig empfunden, waren aus Protest nicht zum Spiel erschienen und hätten sich laut Klub auf den Rückweg nach Bremen gemacht. Videos in den Sozialen Medien zeigen Anhänger, die von mehreren Polizisten und Einsatzfahrzeugen umgeben sind und die Ansage der Beamten erhalten, dass sie sich nicht im Stadtgebiet aufhalten und nur zum Stadion gehen dürften. Die Wolfsburger Polizei verwies auf die Notwendigkeit der Durchsuchungen zur Gefahrenabwehr. Der Einsatz könnte ein juristisches Nachspiel haben. Die Fanhilfe Bremen kündigte eine Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Vorgehens seitens der Ordnungskräfte an.

Die Abreise der Ultras stelle für die Partie "einen klaren Wettbewerbsnachteil" dar, twitterte Werder. Fritz sagte, man sei sich vorher mit den Wolfsburgern eigentlich einig gewesen, dass die Partie kein Risiko darstelle. "Unsere Fans einzukesseln, am Bahnhof zu durchsuchen und die Personalien aufnehmen zu wollen. Ich meine: Keiner hat etwas gemacht." In den vergangenen Jahren sei es bei dem Duell "immer ruhig" gewesen. "Ich habe da kein Verständnis", fügte er hinzu.

"Ich bin bestürzt"

Trainer Ole Werner zeigte sich enttäuscht: "Sicherlich schade, dass unsere Ultras nicht dabei waren. Umso schöner wird es hoffentlich nächste Woche", sagte er hinsichtlich des ersten Saison-Heimspiels gegen den VfB Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr/Sky). Der Coach freute sich aber auch über die Bremer Anhänger, die in der Volkswagen-Arena dabei waren. "Das zeigt sicherlich auch, was der Klub für eine Wucht hat und die werden wir auch dieses Jahr brauchen."

Nach den Verantwortlichen von Werder hat auch der Geschäftsführer Jörg Schmadtke des VfL Wolfsburg mit deutlichen Worten das Vorgehen der Wolfsburger Polizei kritisiert. "Wenn diese Gangart der Beamten Standard ist, stellt das für mich die gesamte Polizeiarbeit infrage. Es kann doch nicht sein, dass die Polizei eingreift, bevor du überhaupt etwas getan hast", sagte der Fußball-Manager der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung". "Ich habe mir die Bilder von dem Einsatz angesehen. Ich bin bestürzt. Das ist eine Blamage für den Fußball-Standort Wolfsburg."

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

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