Fußball

Konter auf die Ignoranz Rangnick watscht Ibrahimovic amtlich ab

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Mit dem Konter muss er leben.

(Foto: imago images/LaPresse)

Ralf Rangnick und der AC Mailand - da schien sich lange etwas anzubahnen. Doch im Klub regte sich Widerstand. Auch bei Starstürmer Zlatan Ibrahimovic. Wer dieser Rangnick denn eigentlich sei, fragte er. Nun weiß er zumindest: Es ist gut, dass Rangnick nicht sein Coach geworden ist.

Stefano Pioli bleibt Trainer des AC Mailand. Das haben die Italiener schon vor Wochen entschieden. Und das Bekenntnis zum Coach, mit dem die Mannschaft erfolgreich arbeitet, hatte Folgen für Ralf Rangnick. Aus seinem Engagement beim Traditionsklub der Serie A wurde nichts. Eine Entscheidung, die der 62-Jährige indes gut nachvollziehen kann. "Milan war die beste Mannschaft in der Zeit nach dem Lockdown. Alles zu ändern, wäre weder weise noch respektvoll gewesen", erklärte Rangnick der "Gazzetta dello Sport". Und weiter sagte er: "Pioli hat die Vertragsverlängerung verdient (...). Ob dies auch mittel- und langfristig der richtige Beschluss ist, ist eine andere Angelegenheit."

In Mailand wäre Rangnick ohnehin nicht überall willkommen gewesen. Unter anderem hatte sich Vereinslegende Paolo Maldini offen gegen den Deutschen positioniert. Auch von Starstürmer Zlatan Ibrahimovic, der derzeit um einen neuen Vertrag pokert, gabs nur wenig empathische Grüße in Richtung Rangnick. "Wer ist Rangnick? Ich weiß nicht, wer Rangnick ist", hatte er noch im Juli auf eine entsprechende Frage im Interview mit der "Gazzetta dello Sport" gesagt. Nun spätestens mit Verlängerung von Piolo durfte der 38 Jahre alte Schwede das Thema endgültig für sich abhaken.

"Nicht mein Stil, auf 38-Jährige zu setzen"

Nun allerdings, mit reichlich Verzögerung, kassiert der extrovertierte Stürmer einen amtlichen Konter von Rangnick. Auf die Frage der "Gazzetta dello Sport", ob er als Milan-Trainer den Vertrag des schwedischen Altstars verlängert hätte, antwortete er nonchalant: "Ich arbeite für das Wachstum, und jüngere Spieler lernen viel schneller. Es ist nicht mein Stil, auf 38 Jahre alte Spieler zu setzen, nicht, weil sie nicht gut sind - Ibrahimovic ist es -, sondern weil ich es bevorzuge, Talente zu entwickeln."

In dem Gespräch mit der italienischen Zeitung sprach Rangnick über seine Zukunft. "In den letzten 36 Jahren war ich immer am erfolgreichsten, wenn ich sowohl als Trainer, als auch als Manager arbeiten konnte", sagte er. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" hatte er Anfang des Monats etwas präziser erklärt: "In meinem Alter wäre es schön, wenn der nächste Klub einer wäre, der von Anfang an Titel gewinnen kann." Ihm gehe es dabei auch nicht um "Ämter oder Macht als Selbstzweck". Er wolle Dinge beeinflussen können. "Dafür braucht es im ultraschnellen Fußballgeschäft kurze Entscheidungswege. Du musst heute ein Schnellboot sein, kein Frachter, um sich bietende Gelegenheiten zu nutzen."

Quelle: ntv.de, tno