Fußball

Kroos trauert Ronaldo nach Real ohne Schonfrist gegen Atlético

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"50 Tore pro Saison sind nicht einfach zu übertragen": Toni Kroos, seit dem 15. Juli Ex-Weltmeister.

(Foto: imago/Action Plus)

Real oder Atlético Madrid - erstmals entscheidet ein Stadtderby über den Sieger des europäischen Fußball-Supercups. Dabei muss der königliche Champions-League-Sieger fortan auf Cristiano Ronaldo verzichten. Ex-Kollege Toni Kroos vermisst ihn jetzt schon.

Für den deutschen Nationalspieler Toni Kroos und seine Kollegen von Real Madrid wird es ernst. Mit dem Spiel um den europäischen Fußball-Supercup gegen den Stadtrivalen Atlético startet der Champions-League-Sieger der vergangenen drei Jahre an diesem Mittwoch (ab 21 Uhr bei Sky) in Tallinn in das Jahr eins nach CR7. Erstmals seit 2009 muss der Klub ohne Weltfußballer und Tormaschine Cristiano Ronaldo auskommen. Kroos sagte vor wenigen Tagen im Interview mit dem "Kicker": "50 Tore pro Saison sind nicht einfach zu übertragen."

Real - Atlético, 21 Uhr

Real Madrid: Navas - Carvajal, Ramos, Varane, Marcelo - Casemiro, Kroos, Isco - Bale, Benzema, Vinicius. - Trainer: Lopetegui
Atlético Madrid: Oblak - Arias, Gimenez, Godin, Luis - Thomas, Rodri, Koke, Niguez - Griezmann, Costa. - Trainer: Simeone
Schiedsrichter: Szymon Marciniak (Polen)

Aber nicht nur der in Unfrieden verabschiedete Ronaldo wird fehlen. Auch Erfolgstrainer Zinédine Zidane verließ Real nach der vergangenen Saison auf eigenen Wunsch. Werden die verwöhnten Fans in der Übergangsphase Geduld aufbringen? Julen Lopetegui erwartet keine Schonfrist. "Real Madrid hat die Pflicht, alles zu gewinnen", sagte der Mann, der im Juni kurz vor WM-Start wegen seines Wechsels zu Real als Spaniens Nationaltrainer gefeuert wurde.

Schon vor dem Wechsel von Ronaldo für 112 Millionen Euro nach Turin hatte Klubchef Florentino Pérez vergeblich versucht, einen seiner beiden Wunschstürmer, den Brasilianer Neymar oder den französischen Weltmeister Kylian Mbappé von Paris Saint-Germain loszueisen. Zur Freude des neuen PSG-Trainers Thomas Tuchel ließen sich die katarischen Clubchefs aber nicht erweichen. Auch andere namhafte Profis wie Harry Kane, Eden Hazard, Mohamed Salah und auch Bayern-Stürmer Robert Lewandowski waren im Gespräch.

Simeone sitzt auf der Tribüne

Verpflichtet wurden bislang aber nur Torwart Thibaut Courtois, Außenverteidiger Álvaro Odriozola und der erst 18 Jahre alte Stürmer Vinicius Júnior. Die Fans in Madrid sind nervös und skeptisch. Denn nun lastet die Verantwortung vorne auf den Schultern von zwei Profis, die bisher nur selten den hohen Erwartungen gerecht wurden: Karim Benzema und Gareth Bale. Der Franzose traf vorige Saison in 47 Pflichtspielen nur zwölf Mal. Bale zeigte zwar einige sehr gute Leistungen, fiel aber auch durch Verletzungen und Lustlosigkeit auf. Für Tore könnten auch Asensio und vielleicht Vinicius Jr. sorgen. Aber spanische Medien berichten, Lopetegui wisse und fordere auch, dass ein treffsicherer Stürmer geholt werden müsse. Es heißt, der 51-Jährige schwärme für Valencias Mittelstürmer Rodrigo Moreno.

Eine Pleite gegen Atlético könnte Pérez dazu bewegen, doch noch auf Einkaufstour zu gehen. Der Bauunternehmer wolle aber nur für einen absoluten Topspieler zum Scheckheft greifen, heißt es. In der kleinen, nur 13.000 Zuschauer fassenden A.-Le-Coq-Arena der estnischen Hauptstadt, wo er 2012 als Trainer der spanischen U-19-Auswahl die EM gewann, muss Lopetegui im 216. offiziellen Madrider Stadtderby auf den verletzten Odriozola verzichten. Kroatiens WM-Star Luka Modric sitzt wegen späten Trainingsbeginns zunächst auf der Bank.

Europaligasieger Atlético um Trainer Diego Simeone, der wegen einer Sperre auf der Tribüne Platz nehmen muss, setzt wie meist auf eine starke Abwehr sowie auf seine Doppelspitze mit Weltmeister Antoine Griezmann und Diego Costa. Wer auch immer den 58 Zentimeter hohen und 12,2 Kilogramm schweren Pokal in die Höhe recken wird, zum fünften Mal hintereinander wird ein Verein der Primera División den Titel holen, zum insgesamt 15. Mal. Die spanischen Teams werden dann neun der letzten zehn Spiele um den Supercup gewonnen haben. In diese Phalanx drang nur 2013 der FC Bayern ein. In den vergangenen neun Jahren siegten Real und der FC Barcelona dreimal, zweimal gewann Atlético.

Quelle: n-tv.de, Emilio Rappold, dpa

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