Fußball

"Übernehme die Verantwortung"Reals Gelb-Rot-Sünder Camavinga meldet sich zu Wort

17.04.2026, 10:17 Uhr
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Für Camavinga endete das Spiel vorzeitig. (Foto: IMAGO/Anadolu Agency)

Erst kassiert Eduardo Camavinga Gelb-Rot, dann geht es für sein Real Madrid endgültig dahin. Nach dem Viertelfinal-Aus in der Champions League gegen den FC Bayern sucht der Sünder die Schuld bei sich. Anders als sein Team, das über den Schiedsrichter wütete.

Eduardo Camavinga hat sich nach seiner Gelb-Roten Karte im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Bayern München reumütig zu Wort gemeldet. "Ich übernehme die Verantwortung für meinen Teil. Ich möchte mich bei meinem Team und allen Madridistas entschuldigen. Danke für eure Unterstützung", schreib Camavinga in einer Instagram-Story.

Camavinga musste beim Stand von 3:2 für Real in der 86. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Er hatte Harry Kane gefoult und anschließend den Ball mitgenommen. Wenige Minuten zuvor hatte ihm Schiedsrichter Slavko Vinčić für ein taktisches Foul bereits Gelb gezeigt. Der Platzverweis wurde zum Wendepunkt des Spiels: Vor der Aktion standen die Zeichen in München auf Verlängerung, in Unterzahl verlor Real dann aber mit 3:4 und schied aus. Für die Entscheidung, Camavinga vom Platz zu stellen, wurde Vinčić scharf kritisiert, auf dem Platz und auch nach dem Spiel.

"Deine verdammte Schuld!"

Jungstar Arda Güler beleidigte Schiedsrichter Vinčić und sah erst Gelb, dann Rot. Vize-Kapitän Dani Carvajal sprang von der Bank auf und keifte in Richtung des Unparteiischen: "Es ist deine Schuld, deine verdammte Schuld!" Die Presse stimmte ein. "Welch Ungerechtigkeit!", titelte "Marca", bei "AS" hieß es: "... bis der Schiedsrichter entschied".

Auch Trainer Alvaro Arbeloa erging sich in Selbstmitleid. "Es tut weh, es schmerzt. Vor allem die Art und Weise", meinte der angeschlagene Coach. Den Platzverweis "versteht keiner. Wir haben Ungerechtigkeit erfahren." Aber natürlich werde er Real "bis zum letzten Tag" dienen. Dieser könnte schon bald anstehen. Im Pokal ist Madrid unter Arbeloa an einem Zweitligisten gescheitert. Und auch in der Meisterschaft ist der Rückstand auf Erzrivale FC Barcelona wohl schon zu groß.

Klublegende Jorge Valdano sprach daher aus, was Arbeloa noch nicht wahrhaben wollte: Am Ende werde "der Trainer sicherlich einer derjenigen sein, die den Preis dafür bezahlen". Angesichts der voraussichtlich zweiten titellosen Saison in Folge - das gab es zuletzt 2009/10 - ging Valdanos Blick aber schon über das Schicksal des Trainers hinaus. "Die Mannschaft braucht Neuzugänge", sagte er, "das ist unbestreitbar" und sei schon die ganze Saison über offensichtlich gewesen, nicht erst in München.

Kylian Mbappé wird sicher weiterhin zum Kader gehören. Auf Instagram äußerte er sich wie Camavinga mit etwas Abstand zum Viertelfinal-Aus: "Es ist enttäuschend, aus einem so wichtigen Wettbewerb ausgeschieden zu sein, aber wir müssen nach vorn schauen. Wir müssen uns selbst kritisch hinterfragen, um solche Enttäuschungen in Zukunft zu vermeiden", schrieb Reals Stürmer.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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