Fußball

Irreguläres Führungstor des BVB Reus und Alcácer ernüchtern KFC Uerdingen

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Feines Füßchen, feines Törchen: Marco Reus erzielte das 1:0 des BVB.

(Foto: imago images / Team 2)

Ein feines, aber irreguläres Tor von Marco Reus und ein perfekt geschossener Freistoß von Paco Alcácer: Borussia Dortmund steht souverän in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Gegen den KFC Uerdingen und Kevin Großkreutz feiert Mats Hummels sein Pflichtspiel-Comeback - und patzt.

Beim emotionalen Wiedersehen mit Kevin Großkreutz verteilte Borussia Dortmund keine Geschenke. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre besiegte den Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen verdient mit 2:0 (0:0) und zog zum 14. Mal in Folge in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Kapitän Marco Reus (49.) sorgte gegen den Pokalsieger von 1985 für die Führung, Torjäger Paco Alcácer (70.) legte nach. "Wir wussten, was auf uns zukommt, Uerdingen hat viele ehemalige Bundesligaspieler im Team", sagte Julian Weigl später bei Sport1: "Wir mussten arbeiten, wichtig war, geduldig zu bleiben."

Mann des Spiels war aber so oder so Großkreutz: "Ich bin seit meiner Kindheit Fan des BVB und werde es immer sein. Aber für die 90 Minuten kenne ich keine Freunde", hatte der Ex-Borusse noch vor dem Spiel in Düsseldorf erklärt. Und er stand vor 32.110 Zuschauern direkt im Mittelpunkt. Nach einem Kopfball von Lukasz Piszczek rettete der Weltmeister von 2014 ebenfalls per Kopf auf der eigenen Linie (5.). In der Folge tat sich der BVB sechs Tage nach dem Supercupsieg gegen den FC Bayern (2:0) aber schwer.

KFC Uerdingen - Borussia Dortmund 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Reus (49.), 0:2 Paco Alcacer (70.)
Uerdingen:
Königshofer - Großkreutz, Lukimya, Maxsö, Dorda - Barry (76. Bittroff), Gündüz, Mbom Evina (63. Guenouche) - Rodriguez - Osawe (58. Kinsombi). - Trainer: Vogel.
Dortmund: Hitz - Piszczek, Akanji, Hummels, Schulz - Weigl, Witsel - Sancho (77. Hakimi), Reus (79. Mario Götze), Hazard (88. Bruun Larsen) - Paco Alcacer. - Trainer: Favre.
Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 32.110

Gegen die beiden Viererketten der Gastgeber fand der Favorit nur selten eine Lücke. Die Uerdinger kämpften aufopferungsvoll, warfen sich in die Schüsse und hatten in Lukas Königshofer einen starken Rückhalt. Der Torhüter parierte gegen Mats Hummels (15.), Paco Alcacer (28.) und Jadon Sancho (45.) stark. Fast wäre der viermalige Pokalsieger, der kurzfristig auf Raphael Guerreiro (Muskelverletzung) verzichten musste, sogar mit einem Rückstand in die Pause gegangen.

Osawe kann Hummels-Bock nicht nutzen

Rückkehrer Hummels unterlief nämlich ein dicker Fehler, und Osayamen Osawe stürmte alleine auf BVB-Schlussmann Marwin Hitz zu - doch dem Angreifer versagten die Nerven. Osawe schob den Ball deutlich vorbei (38.). Neben Hummels, dessen Schuss in der 39. Minute sein Ziel knapp verfehlte, standen auch die Neuzugänge Nico Schulz und Thorgan Hazard in der Startformation. Mario Götze saß wie im Supercup zunächst erneut nur auf der Bank.

Ins Spiel des Vizemeisters, der am Freitag seinen aufgeblähten Kader durch die Abgänge von Shinji Kagawa (Real Saragossa) und Maximilian Philipp (Dynamo Moskau) verschlankt hatte, kam nach der Pause mehr Bewegung. Der Tabellenelfte der 3. Liga war zwar weiter darum bemüht, die Räume eng zu machen, aber der BVB agierte nun zielstrebiger und belohnte sich schnell: Nach einem Zuspiel von Manuel Akanji traf Reus aus kurzer Distanz, Großkreutz kam zu spät. Glück für den BVB: Reus hatte den Ball wohl leicht mit dem Oberarm berührt, doch im Pokal wird der Videoassistent erst ab dem Achtelfinale eingesetzt. "Wenn ich es so sehe, ist es Handspiel", sagte er. Der Ball war ihm bei der Annahme an den angelegten Oberarm gesprungen, was nach neuer Auslegung der Regel auch bei unabsichtlichen Bewegungen abzupfeifen ist.

Mit der Führung im Rücken dominierten die Gäste nach Belieben und sorgten durch einen von Alcácer sehenswert verwandelten Freistoß für die Entscheidung. Großkreutz hatte in seinen sechs Jahren beim BVB zwei Meisterschaften und einmal den Pokal gewonnen. Das Wiedersehen mit seiner großen Liebe hatte er als "emotionalstes Spiel seit langer Zeit" bezeichnet - allerdings ohne sportliches Happy End. Dennoch war er am Ende nicht unglücklich: "Es war sehr schön, die alten Kollegen und die Fans zu sehen", sagte er nach dem Abpfiff. "Borussia Dortmund wird immer mein Verein bleiben."

Quelle: n-tv.de, tno/sid/dpa

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