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Fußballstars im Wechselmodus Ronaldo-Deal belebt Transfer-Wahnsinn neu

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Cristiano Ronaldo will mit Juventus Turin die Champions League gewinnen, sagte der 33-Jährige bei seiner Vorstellung.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Der Wechsel von Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin ist fix, nun wollen andere Fußball-Topklubs mit Mega-Transfers brillieren. Besonders begehrt sind Weltmeister Kylian Mbappé und der WM-Dritte Eden Hazard. Akuter Handlungsdruck kommt aus England.

Das Blitzlichtgewitter war gerade erst abgezogen, da war der Weltfußballer auch schon wieder weg. Nach seiner offiziellen Präsentation bei Juventus Turin verließ Cristiano Ronaldo noch am Montagabend Italien - sein Kurzauftritt im Juve-Trikot wird dennoch gravierende Auswirkungen auf den ohnehin überhitzten Transfermarkt haben. Die Bundesliga spielt dabei bislang nur eine Nebenrolle.

Die Wechselspielchen der Superstars, die Ronaldo mit seinem 112-Millionen-Transfer in Gang gesetzt haben dürfte, kann kaum ein deutscher Klub mitmachen. Und der, der es könnte, will auch in diesem Sommer nicht über Gebühr an sein sagenumwobenes Festgeldkonto gehen - sagt zumindest Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der damit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge über den Mund gefahren war.

Die großen Überweisungen werden deshalb - Stand jetzt - die anderen Anwärter auf den Champions-League-Thron tätigen. Allen voran die Königlichen von Real Madrid, die einen Ronaldo-Nachfolger brauchen. Der belgische WM-Star Eden Hazard vom FC Chelsea, wohl der Real-Favorit und selbst interessiert an einem Wechsel, würde laut englischen Medienberichten über 200 Millionen Euro kosten. Genug Geld für die Londoner, um einen Ersatz zu finden.

Steht Mbappé zu seinem Wort?

Außerdem ist da noch Kylian Mbappé, in Russland gerade zum besten Nachwuchsspieler gewählt, der zwar beteuert, beim französischen Spitzenklub Paris St. Germain bleiben zu wollen. Aber was, wenn doch Real oder der FC Barcelona anruft? Oder Josep Guardiola mit Manchester City lockt? Paris hat für den gerade einmal 19-Jährigen 180 Millionen Euro gezahlt, ein Weiterverkauf würde wohl einen ordentlichen Gewinn bescheren.

Ohnehin wird in den Transferperioden nach Weltmeisterschaften gerne viel Geld in die Hand genommen, weil so viele Spieler plötzlich im Schaufenster stehen. Vor vier Jahren nach dem deutschen Triumph in Brasilien kamen die Top-Ligen auf Ausgaben in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro. Inzwischen ist noch viel mehr Geld im Markt, der 222-Millionen-Rekord, aufgestellt bei Neymars Wechsel von Barcelona nach Paris, könnte fallen.

Mega-Transfers für Bundesligaklubs?

Davon könnte, zumindest was das Verkaufen angeht, auch die Bundesliga profitieren. Eintracht Frankfurt beispielsweise wird für Ante Rebić, der erst die Hessen zum DFB-Pokalsieg geschossen hatte und dann mit Kroatien ins WM-Endspiel einzog, einen Betrag um die 50 Millionen Euro verlangen können. Ein Wahnsinn für den Traditionsklub, der lange nur Bundesliga-Mittelmaß war. Startrainer Jose Mourinho von Manchester United soll für Rebić und Ivan Perišić von Inter Mailand angeblich rund 104 Millionen Euro Ausgaben eingeplant haben.

Die Chancen von Borussia Dortmund, Kroatiens Final-Torschützen Mario Mandžukić von Juventus Turin nach Deutschland zurückholen zu können, stehen laut der "Fußball Bild"-Zeitung hingegen schlecht. Zwar droht dem Vize-Weltmeister bei Juve wegen Ronaldo momentan die Bank, sein Sturmkollege Gonzalo Higuaín ist aber bei Chelsea im Gespräch, wo - wegen Hazard - bald Platz im Angriff sein könnte. Dann wäre der 32-jährige Kroate in Turin wieder zufrieden.

Eine ganz neue Dynamik (und Dramatik) kommt auf die Klubs durch die Entscheidung der englischen Premier League zu, den "Laden" früher dicht zu machen. Auf der Insel schließt das Transferfenster erstmals am 9. August - und damit deutlich früher als in den anderen Top-Ligen, die bis zum 31. ihr Geld verpulvern dürfen. Die wichtigsten Entscheidungen werden deshalb nicht lange auf sich warten lassen.

Quelle: n-tv.de, Jan Mies, sid

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