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Fifa kürt Weltfußballer Ronaldo macht's, wer sonst?

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Küss den Ball, schöner Mann.

AP

Die Fifa benennt ihren Weltfußballer des Jahres - schon wieder. Für den Favoriten Cristiano Ronaldo ist die Gala längst Routine. Etwas anderes aber dürfte ihn mehr ärgern - also abgesehen von dem Verdacht, er habe 15 Millionen Euro an Steuern hinterzogen.

Cristiano Ronaldo kennt das. Einen leicht extravaganten Anzug anziehen, zur Fifa-Gala gefahren werden, ein paar Selfies mit den Fans schießen, eine Dankesrede halten, vielleicht ein paar Tränen verdrücken. Doch bevor für den Superstar von Real Madrid die ganze Routine der Weltfußballer-Wahl am heutigen Montag ab 20.30 Uhr unserer Zeit in London beginnt, musste der Europameister einen kleinen Rückschlag verkraften - durch Harry Potter.

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J.K. Rowling hat ihn abgehängt.

(Foto: picture alliance / Hayoung Jeon/)

Laut des renommierten Wirtschaftsmagazins Forbes ist der 32-Jährige nicht mehr der bestverdienende Prominente Europas. Dabei soll er doch auf seine Art gespart haben. Schließlich steht der Portugiese unter dem Verdacht, knapp 15 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben - auch wenn er das bestreitet. "Was die Leute stört, ist mein Glanz. Insekten attackieren nur das Licht, das scheint", hatte Ronaldo Ende Juli verlauten lassen, nachdem er wegen der Steueraffäre vor Gericht hatte aussagen müssen. Wie dem auch sei: J.K. Rowling hat ihn abgehängt.

Die Autorin der Geschichten über den Zauberlehrling mit der Narbe auf der Stirn bekommt im Jahr 81 Millionen Euro, zwei Millionen mehr als Ronaldo, dem eine andere Statistik aber mindestens genauso wichtig sein wird. Mit seiner dann fünften Weltfußballer-Trophäe, dank des Wahl-Wirrwarrs der zweiten im laufenden Kalenderjahr, würde er als haushoher Favorit mit seinem Dauerrivalen Lionel Messi gleichziehen.

Nebenrolle für deutsche Weltmeister

Die beiden Weltstars machen die Fifa-Wahl, die seit der Ausgabe 2016 wieder in Eigenregie vom Weltverband und ohne den Goldenen Ball, den Ballon d'Or, veranstaltet wird, seit 2008 unter sich aus. Als dritter Finalist ist in diesem Jahr 222-Millionen-Mann Neymar von Paris St. Germain nominiert. Wegen dieser wahnsinnigen Summe, die Paris im Sommer an Messis FC Barcelona überwies, könnte der Brasilianer sogar eine größere Chance als sein Ex-Teamkollege haben, statt Ronaldo geehrt zu werden. Die Wahl fand vom 21. August bis zum 7. September statt. Neben den Spielführern der Nationalmannschaften, den Nationaltrainern und 200 ausgewählten Journalisten stimmten auch die Fans ab.

Ronaldo hatte bereits im Januar triumphiert - wegen seiner überragenden Leistungen im vergangenen Jahr. Im Frühjahr verteidigte er mit Real den Titel in der Champions League und wurde spanischer Meister. Warum die Fifa ihre Auszeichnung, die inzwischen schlicht "The Best" heißt, aber unbedingt noch einmal in diesem Kalenderjahr vergeben will, ist offen. Das mondäne Palladium Theatre im Londoner West End bietet immerhin etwas Abwechslung. In den vergangenen Jahren blieb die Fifa in Zürich. Deutsche Weltmeister spielen in der englischen Hauptstadt wieder einmal nur eine Nebenrolle. Nationaltorwart Manuel Neuer darf immerhin auf die neu geschaffene Auszeichnung zum Welttorhüter des Jahres hoffen. Der 31-Jährige konkurriert mit Gianluigi Buffon von Juventus Turin und Reals Keylor Navas.

Die Anhänger von Borussia Dortmund gehören zu den letzten drei Kandidaten beim Fan-Preis. Die BVB-Fans hatten nach dem Terroranschlag im April zu Tausenden den Anhängern der AS Monaco eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten, weil das Champions-League-Spiel der beiden Teams um einen Tag verschoben worden war. Als beste Spielerin des Jahres wird entweder Deyna Castellanos (Venezuela), Carli Lloyd (USA) oder die niederländische Europameisterin Lieke Martens ausgezeichnet. Bei den Trainern (Männer) stehen Massimiliano Allegri von Juventus Turin, Antonio Conte (FC Chelsea) und Ronaldos Trainer Zinedine Zidane auf der finalen Liste. Bei den Coaches einer Frauenmannschaft dürfte Sarina Wiegman nach dem EM-Titel mit den Niederlanden gute Chancen haben.

Quelle: n-tv.de, Jan Mies, sid

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