Fußball

Ajax feiert "bizarren" CL-Coup Ronaldos Juventus stürzt in die "Apokalypse"

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Cristiano Ronaldo traf wie schon im Hinspiel gegen Ajax Amsterdam. Das Viertelfinal-Aus seiner Turiner konnte er aber nicht verhindern.

(Foto: imago images / LaPresse)

Erst Real Madrid und jetzt Juventus Turin: Mit der nächsten Fußball-Sensation erreicht Ajax Amsterdam erstmals seit 22 Jahren wieder das Halbfinale der Champions League. Beim Klub von Cristiano Ronaldo wollen sie indes die Ruhe bewahren - trotz harter Medienkritik.

Die spektakuläre Champions-League-Reise von Ajax Amsterdam setzt sich bis mindestens ins Halbfinale fort - und macht die Niederländer fassungslos. "Es ist bizarr, nicht normal. Ich habe keine Worte", sagte Kapitän Matthijs de Ligt nach dem 2:1-Erfolg im Rückspiel und dem damit verbundenen Weiterkommen bei Juventus Turin. Der erst 19 Jahre alte Innenverteidiger hatte in der 67. Minute per Kopf den Siegtreffer erzielt und Ajax damit erstmals nach 22 Jahren wieder in die Vorschlussrunde der Königsklasse gebracht. "Wir haben Real und Juventus besiegt, zwei Titelkandidaten. Ich war noch gar nicht geboren, als wir zuletzt im Halbfinale waren", sagte de Ligt bei BT Sport.

Juv. Turin - Ajax Amsterdam 1:2 (1:1)

Tore: 1:0 Ronaldo (28.), 1:1 van de Beek (34.), 1:2 de Ligt (67.)

Turin: Szczesny - De Sciglio (64. Joao Cancelo),  Rugani, Bonucci, Alex Sandro - Pjanic - Can, Matuidi - Bernardeschi  (80. Bentancur), Dybala (46. Kean), Ronaldo. - Trainer: Allegri

Amsterdam: Onana - Veltman, de Ligt, Blind, Mazraoui (11.  Sinkgraven, 82. Magallan) - Schöne, de Jong - van de Beek - Ziyech  (88. Huntelaar), Tadic, Neres. - Trainer: ten Hag

Zuschauer: 41.445 Referee: Turpin (Frankreich)

Torschüsse: 13:15
Ecken: 4:6
Zweikämpfe: 106:96

Auch sein Trainer Erik Ten Hag geriet nach dem nächsten Coup ins Schwärmen. "Es ist ein fantastischer Abend für Ajax und den niederländischen Fußball. Mit unserer Philosophie können wir unsere Grenzen überschreiten", sagte der 49-jährige Niederländer. Die Turiner Führung durch Superstar Cristiano Ronaldo (28.) hatte Donny van de Beek (34.) egalisiert, ehe de Ligt (67.) den zuvor überragenden Torwart Wojciech Szczesny überwand und den furios aufspielenden Underdog in die Vorschlussrunde köpfte. Dort kommt es dann in zwei Wochen zum Duell mit dem Sieger der Begegnung zwischen Manchester City und Tottenham Hotspur (Hinspiel 0:1). Für Ronaldo, der die letzten vier Treffer der Turiner in der Königsklasse erzielt hatte, platzte damit der Traum vom vierten Gewinn (dreimal mit Real Madrid) des "Henkelpotts" in Folge.

"Kinder-Champions voller Persönlichkeit"

"Apokalypse", titelte der "Corriere dello Sport" über das Aus der Turiner. "Die Wunde bleibt offen. Nicht einmal eine enorme Investition wie der Ronaldo-Transfer genügen, um den Titel zu erobern, der Juve seit 1996 fehlt", heißt es weiter. Die "Gazzetta dello Sport" schrieb derweil: "Endstation! Champions League Adieu. Verheerende Enttäuschung für Juve." Und "La Stampa" urteilt gnadenlos: "Eine junge, schnelle und technisch wendige Mannschaft aus Kinder-Champions voller Persönlichkeit versenken Ronaldos Juve." Ungeachtet des überraschenden vorzeitigen Scheiterns halten die Turiner an Trainer Massimiliano Allegri fest. "Wir machen mit Allegri weiter", sagte Klubpräsident Andrea Agnelli. Allegris Vertrag läuft bis 2020. "Das Kader ist jung und kann mit Allegri als Coach weiter wachsen", sagte Agnelli und stellte klar: "Die Champions League bleibt unser Ziel."

Der 51 Jahre alte Coach, der seit 2014 bei den Bianconeri arbeitet, gab sich ähnlich kämpferisch. "Ich bleibe, weil es noch viel Arbeit gibt", sagte er: "Hätte ich keine Motivation mehr, hätte ich längst den Klub gewechselt. Doch es ist nicht so." Superstar Ronaldo, der wie im Hinspiel (1:1) per Kopf getroffen hatte (28.), bekam vom Coach ein Sonderlob. "Er hat uns in dieser Saison viel geholfen", sagte Allegri: "Wir haben ihn unter Vertrag genommen, um unsere Erfolgschancen in der Champions League zu steigern, aber Fußball ist keine Mathematik." Das Scheitern von Juventus machte sich derweil auch an der Börse bemerkbar: Der Wert der Klubaktie fiel am Mittwochmorgen zwischenzeitlich um satte 25 Prozent und wurde mit 1,32 Euro notiert. Die Ajax-Aktie an der Amsterdamer Börse konnte sich dagegen über einen Kursanstieg von zehn Prozent auf 18,85 Euro freuen.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

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