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WM-Countdown (73) Russlands Verband warnt vor Tee-Doping

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Die russischen Nationalspieler werden von ihrem Fußballverband eindringlich gewarnt - keine Dopingmittel!

dpa

Der russische Fußballverband ruft seine Spieler vor der WM zur Vorsicht auf: Sie sollen darauf achten, nicht etwa versehentlich verbotene Substanzen zu sich zu nehmen. Tee, Rindfleisch, Wasserpfeife - alles auf der Warnliste.

Soll ja keiner sagen, dass hier nichts gegen Doping getan wird. Russlands Fußballverband hat bei Twitter einen Thread dazu veröffentlicht, also eine ganze Reihe von Posts, in diesem Fall gleich zehn.

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Unsere Kolumnistin

Katrin Scheib ist Journalistin, Schalke-Fan und kommt aus dem Rheinland. Als die deutsche Mannschaft 2014 in Brasilien Fußball-Weltmeister wurde, war sie gerade nach Moskau gezogen. Seitdem bloggt sie unter kscheib.de über ihren Alltag und informiert mit ihrem "Russball"-Newsletter jede Woche über den Fußball und die WM-Vorbereitungen in Russland. Und nun schreibt sie für n-tv.de den Countdown, bis das Turnier am 14. Juni beginnt.

"Wir sind stolz darauf, dass es bei russischen Fußballern seit vier Jahren keinen positiven Dopingtest gab. Es ist sehr wichtig, auch weiterhin absolut sauber zu bleiben. Deshalb müssen Fußballspieler daran denken: Sie sind für alles verantwortlich, was sich in ihrem Körper befindet."

Wow, da hat aber jemand die neue Zeichenzahl von Twitter sowas von ausgenutzt: 280 Zeichen, länger geht's nicht. Es folgt eine Liste von Verhaltensregeln, einige einleuchtend, einige eher überraschend. Eine Auswahl:

  • Möglichst nur in Sportkliniken behandeln lassen, nicht in regulären Polikliniken.
  • Immer den Arzt daran erinnern, dass man Athlet ist und eventuell zur Dopingkontrolle muss.
  • Alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel mit der Dopingliste der russischen Dopingagentur Rusada abgleichen.
  • Keine Wasserpfeife rauchen.
  • Keine exotischen Teesorten trinken.
  • Vorsicht bei Fleisch aus Südamerika und China: Es kann das als Dopingmittel deklarierte Kälbermastmittel Clenbuterol enthalten.
  • Unter keinen Umständen Drogen nehmen.
  • Auf keinen Fall Abnehmpräparate nehmen, denn sie enthalten oft Diuretika (Stoffe, die dem Körper Wasser entziehen).

Interessant, wie sehr hier die individuelle Verantwortung der Spieler betont wird. An systematisches, staatlich unterstütztes Doping wie bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi soll hier ganz klar möglichst nicht erinnert werden. Stattdessen wird für den Fall, dass es während der WM positive Dopingtests russischer Spieler geben sollte, der Boden vorbereitet für Erklärungen nach dem Prinzip "bedauerlicher Einzelfall."

So endet der letzte Tweet des Fußballverbandes denn auch mit einer deutlichen Mahnung an die Fußballer: "Seien Sie wachsam, Ihre Karriere hängt davon ab!"

Alle Folgen des WM-Countdowns finden Sie hier

Quelle: n-tv.de

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