Fußball

Unions Drama beim VfL Bochum SC Paderborn zittert sich in die Bundesliga

93d9a404c0fc1e8623c5e0374feabe07.jpg

Dankbar für den Aufstieg in die Bundesliga: die Fußball-Helden des SC Paderborn.

(Foto: REUTERS)

Das Aufstiegsmärchen wird wahr: Der SC Paderborn kehrt nach vier Jahren in die Fußball-Bundesliga zurück. Zwar kassieren die Ostwestfalen bei Dynamo Dresden eine deutliche Niederlage, aber Konkurrent Union Berlin verpasst im Last-Minute-Drama beim VfL Bochum den Sieg und muss in die Relegation.

Dynamo Dresden - SC Paderborn 3:1 (2:1)

Das zweite Bundesliga-Abenteuer kann starten: Der SC Paderborn verlor am letzten Spieltag der zweiten Fußball-Bundesliga zwar bei der SG Dynamo Dresden mit 1:3 (1:2), folgte aber nach dem 2:2 (0:1) des 1. FC Union Berlin in Bochum dank der besseren Tordifferenz dem 1. FC Köln als Tabellenzweiter ins Oberhaus. Damit gelang den Ostwestfalen der zweite Bundesliga-Aufstieg nach 2014 und der Durchmarsch von der dritten Liga in die Bundesliga. Philipp Klement brachte Paderborn in der zehnten Minute in Führung, ehe Baris Atik (18./37./63.) den achtmaligen DDR-Meister per Dreierpack auf die Siegerstraße führte. Vor 30.000 Zuschauern im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion verletzte sich Paderborns Keeper Leopold Zingerle nach einem Zusammenprall und musste zur zweiten Halbzeit durch Michael Ratajczak ersetzt werden.

Dynamo Dresden - SC Paderborn 3:1 (2:1)

Tore: 0:1 Klement (10.), 1:1 Atik (18.), 2:1 Atik (37.), 3:1 Atik (63.)
Dresden: Wiegers - Wahlqvist, Jannik Müller (81. Röser), Dumic - Kreuzer (67. Möschl), Burnic, Nikolaou, Hamalainen (73. Marco Hartmann) - Atik - Kone, Duljevic; Trainer: Fiel.
Paderborn: Zingerle (46. Ratajczak) - Dräger, Schonlau, Hünemeier, Collins - Klement, Gjasula (68. Zolinski) - Pröger (68. Tekpetey), Antwi-Adjej - Vasiliadis, Michel; Trainer: Baumgart
Schiedsrichter: Jablonski (Bremen)
Zuschauer: 30.575

Der SC Paderborn war anfangs spielerisch überlegen, hatte mehr individuelle Klasse und ging nach einer Einzelaktion von Klement verdient in Führung. Doch Dresden hielt mit Kampf dagegen und hatte Glück beim Ausgleich. Nach Atiks Fernschuss prallte der Ball vom Pfosten an den Rücken von SCP-Keeper Zingerle und von dort ins Tor. Paderborns Trainer Steffen Baumgart trieb seine Elf immer wieder nach vorne. Vor dem Tor agierten die Paderborner aber zu verspielt, nicht zwingend genug.

Nach einem bösen Schnitzer von Sven Michel am gegnerischen Strafraum startete erneut Atik zum Konter und schob zum 2:1 ein. Paderborn kam trotz des Torwartwechsels gut aus der Kabine und drängte auf den Ausgleich. Es folgt eine Ecke auf die nächste doch Uwe Hünemeier und Christopher Antwi-Adjei vergaben aus kurzer Distanz. In der 61. Minute dann aber die Vorentscheidung aus Sicht der Gastgeber durch Atiks dritten Streich. Paderborn will den Aufstieg ausgiebig feiern. Direkt nach dem Spiel geht es für Mannschaft und Trainerteam per Charterflug zurück nach Ostwestfalen. Dort soll am Montag ab 17 Uhr auf dem Rathausplatz die große Aufstiegsfeier starten. Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt werden die Aufstiegshelden auf einer Partybühne präsentiert. Etwa 15.000 Fans werden erwartet. Der Aufstieg ist für die Paderborner der vorläufige Höhepunkt einer wahren Odyssee durch die Ligen. Seit 2014 sind sie fünfmal auf- oder abgestiegen. 2015 sorgte das missglückte Intermezzo von Stefan Effenberg als Trainer für Wirbel, 2017 war der Klub sportlich in die vierte Liga abgestiegen. Weil aber der TSV 1860 München die Lizenz nicht bekam, blieb der SCP in Liga drei.

VfL Bochum - FC Union Berlin 2:2 (1:0)

Union Berlin hat den direkten Aufstieg trotz eines Patzers des Kontrahenten aus Paderborn verpasst und muss auf die Relegation hoffen. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer kam beim VfL Bochum nach einer späten Aufholjagd nicht über ein 2:2 (0:1) hinaus. Ein Tor fehlte den Eisernen, um den SC Paderborn von Platz zwei zu verdrängen. Union hat in der Relegation gegen den VfB Stuttgart noch immer die Chance auf den ersten Bundesliga-Aufstieg. Am Donnerstag (20.30 Uhr) treten die Berliner zunächst beim VfB an, das Rückspiel steigt vier Tage später an der heimischen Alten Försterei.

VfL Bochum - Union Berlin 2:2 (1:0)

Tore: 1:0 Losilla (24.), 2:0 Ganvoula (49. Elfmeter), 2:1 Pr?mel (83.), 2:2 Mees (86.)
Bochum:
Riemann - Soares (69. Kokovas), Bella Kotchap, Fabian, Celozzi - Losilla, Eisfeld - Pantovic (67. Tesche), Weilandt (90.+4 Baack) - Hinterseer, Ganvoula; Trainer: Dutt.
Union: Gikiewicz - Trimmel, Friedrich, Florian Hübner (74. Abdullahi), Reichel - Schmiedebach (60. Gogia) - Kroos (51. Mees), Prömel - Zulj - Andersson, Polter; Trainer: Fischer
Schiedsrichter: Osmers (Hannover)
Zuschauer: 24.500

Vor 24.500 Zuschauern, darunter über 7000 komplett in Rot gekleidete Union-Anhänger, gab Anthony Losilla mit seinem Führungstreffer vor der Pause den Stimmungskiller für die euphorischen Gäste-Fans. Nach dem Wechsel erhöhte Silvere Ganvoula mit einem verwandelten Foulelfmeter (49.), ehe er die Gelb-Rote Karte (71.) sah. In Überzahl kamen die Berliner durch Grischa Prömel (83.) und Joshua Mees (86.) zum Ausgleich, verpassten jedoch das entscheidende dritte Tor. Fünf Auswärtsspiele ohne Sieg zum Saisonende waren trotz einer Hinserie ohne Niederlage letztlich zu wenig für den direkten Aufstieg, Platz drei bedeutet aber dennoch die beste Zweitliga-Platzierung der Vereinsgeschichte.

Während die Gäste zu Beginn nervös wirkten, spielte der VfL mutig nach vorne. Milos Pantovic (5.) und Ganvoula (19.) zielten zunächst knapp vorbei, ehe Losilla nach Pass von Danilo Soares aus zwölf Metern flach ins lange Eck traf. Die Gäste wachten erst zehn Minuten vor der Pause auf und erarbeiteten sich leichte Feldvorteile. Sebastian Andersson scheiterte mit seinem Flugkopfball am glänzend reagierenden Manuel Riemann im Bochumer Tor (35.), ehe Prömel (37.) und erneut Andersson (43.)den Ausgleich knapp verpassten. Direkt nach dem Wechsel gab es den nächsten Nackenschlag für die Köpenicker: Ganvoula verwandelte einen von Prömel an Hinterseer verursachten Foulelfmeter eiskalt. Riemann verhinderte mit einer starken Fußabwehr gegen Polter die sofortige Antwort (51.). Union ging nun volles Risiko und wurde dominanter, das erlösende dritte Tor wollte jedoch nicht mehr fallen.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

Mehr zum Thema