Fußball

"Ohne 50 Spiele in den Knochen" Sané hätte die EM lieber 2020 gespielt

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Bei der Euro 2021 kann Bundestrainer Joachim Löw wieder auf Leroy Sané bauen, auch wenn der schon diesen Sommer fit gewesen wäre.

(Foto: imago/Horstmüller)

Nationalspieler Leroy Sané ist überzeugt, dass er trotz schwerer Verletzung auch bei einer EM in diesem Sommer "bei 100 Prozent gewesen" wäre. Aber die Verschiebung sei alternativlos. Nun will er sein Fitnesslevel hochhalten und die Saison zu Ende spielen.

Der lange verletzte Nationalspieler Leroy Sané sieht für sich sportlich keinen Vorteil in der Verschiebung der Fußball-EM ins kommende Jahr. "Nein, überhaupt nicht!", sagte der 24-Jährige in einem Interview des Deutschen Fußball-Bundes. Auch schon in diesem Sommer wäre der Flügelspieler des englischen Meisters Manchester City "wieder bei 100 Prozent gewesen". Es wäre "vielleicht sogar ein Vorteil gewesen, dass ich ohne 50 Saisonspiele in den Knochen relativ frisch in das Turnier hätte gehen können". Sein Plan war, zu den dann abgesagten Testspielen der Nationalmannschaft Ende März wieder zum DFB-Team zu stoßen.

Die EM-Endrunde, die ursprünglich vom 12. Juni bis zum 12. Juli hätte gespielt werden sollen, ist wegen der Coronavirus-Pandemie in den Sommer 2021 verlegt worden. Die Entscheidung sei alternativlos, sagte Sané. "Natürlich ist die Verschiebung schade. Dennoch bin ich mir sicher, dass ein Großteil der Fans wegen der Verschiebung erleichtert ist. Eine EM ohne Zuschauer? Das wäre schwer vorstellbar gewesen - diese EM hätte kaum jemandem Spaß bereitet."

"Saison irgendwie zu Ende spielen"

Der 24-Jährige hatte sich gerade von den Folgen einer Kreuzbandverletzung erholt und sein Pflichtspiel-Comeback in der U23 der Citizens gegeben, als der Spielbetrieb wegen der Corona-Krise ausgesetzt wurde. "Ausgebremst trifft es schon sehr gut", sagte Sané. "Dennoch kann ich das Ganze gut einordnen und weiß, dass es Schlimmeres gibt als das. Schlimmer ist es in dieser Phase beispielsweise, dass man dem Virus relativ hilflos ausgesetzt ist. Wir können nur warten, dass sich die Lage wieder entspannt."

Während der Coronavirus-Zwangspause sieht sich Sané nach seiner Kreuzbandverletzung speziell in der Pflicht. "Ich weiß natürlich, dass ich nach meiner Verletzung nun besonders gefordert bin, mein Fitnesslevel entsprechend hochzuhalten", sagte der Angreifer von City: "Sollten wir demnächst wieder auf den Trainingsplatz zurückkehren, wäre es fatal, wenn ich dann erst wieder meine ein, zwei Wochen brauchen würde, um körperlich topfit zu sein."

Ende Februar hatte Sane 208 Tage nach seiner Verletzung in der U23 von ManCity erstmals wieder gespielt, sein Comeback in der ersten Mannschaft stand vor der Aussetzung des Spielbetriebes in der englischen Premier League kurz bevor. Sollte ein normaler Liga-Spielbetrieb in naher Zukunft wieder möglich sein, rechnet Sane mit Geisterspielen: "Aber auch das wäre dann ja völlig in Ordnung." Sein Wunsch: "Aus rein sportlicher Sicht wäre es natürlich am fairsten, wenn man die Saison doch noch irgendwie zu Ende gespielt bekommt."

Quelle: ntv.de, dbe/dpa/sid