Fußball

Pokal-Eigentore schaden Kiel Schalke scheitert dezimiert bei Drittligist

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Malick Thiaw musste zu Beginn der zweiten Halbzeit frühzeitig vom Platz.

(Foto: REUTERS)

Die zweite Runde des DFB-Pokals startet mit einer Überraschung. Der FC Schalke gerät bei Drittligist 1860 München erst in Rückstand und dann in Unterzahl. Hertha BSC dagegen profitiert von einem Platzverweis, während Holstein Kiel eine Negativ-Bestmarke von 1977 einstellt.

TSV 1860 München - FC Schalke 04 1:0 (1:0)

Fußball-Zweitligist Schalke 04 hat nach seinem Höhenflug in der Liga einen Rückschlag kassiert. Die Mannschaft von Dimitrios Grammozis unterlag nach vier Siegen in Folge in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim Drittligisten 1860 München mit 0:1 (0:1) und verpasste erstmals seit sechs Jahren den Einzug ins Achtelfinale. Stefan Lex (5.) schoss den zweimaligen Pokalsieger erstmals seit der Saison 2016/17 wieder in die Runde der letzten 16. Der fünfmalige Cupgewinner Schalke spielte nach der Roten Karte gegen Malick Thiaw (48., Notbremse) fast die gesamte zweite Halbzeit in Unterzahl.

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Münchens Lex traf aus anspruchsvoller Position.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Der Außenseiter begann furios. Sascha Mölders eroberte den Ball gegen Darko Churlinov und legte für Lex auf, der durch die Beine von Torhüter Ralf Fährmann zur Führung traf. Zwei Minuten später verhinderte Fährmann gegen Merveille Biankadi einen weiteren Gegentreffer. Die Gäste taten sich ohne ihren zunächst auf der Bank sitzenden Torjäger Simon Terodde schwer. Bei einem Lattentreffer von Lex (22.) hatten die Königsblauen Glück. Die Gäste arbeiteten sich erst langsam in die Begegnung hinein. Thomas Ouwejan (30.) verpasste den Ausgleich nur knapp, dann parierte Löwen-Torhüter Marco Hiller einen Kopfball von Marcin Kaminski stark (31.).

Die zweite Halbzeit begann mit einem Rückschlag für Schalke. Thiaw foulte Lex kurz vor dem Strafraum und sah die Rote Karte. Den anschließenden Freistoß von Daniel Wein lenkte Fährmann zur Ecke. Terodde kam in der 62. Minute - die Wende blieb aber aus.

SV Babelsberg 03 - RB Leipzig 0:1 (0:1)

RB Leipzig hat mit einem mühsamen Arbeitssieg das Achtelfinale erreicht. Beim wacker kämpfenden Regionalligisten SV Babelsberg 03 gewann der Bundesliga-Vizemeister sein Zweitrunden-Duell glanzlos mit 1:0 (1:0). Dominik Szoboszlai (45.) brachte den haushohen Favoriten mit seinem goldenen Treffer in die Runde der letzten 16 (18. und 19. Januar 2022). Für die viertklassigen Babelsberger endete eine erfolgreiche Pokal-Saison, in der ersten Runde hatte das Team um den Ex-Leipziger Daniel Frahn Erstliga-Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth im Elfmeterschießen ausgeschaltet.

Ihr Offensivpotenzial ließ die RB-Mannschaft vor 6218 Zuschauern im ausverkauften Karl-Liebknecht-Stadion schnell aufblitzen. Der heranrauschende Benjamin Henrichs (9.) schoss nach Freistoß-Flanke von Szoboszlai recht frei drüber. Sieben Minuten später der Schreckmoment für Leipzig: Josep Martinez, der Kapitän Peter Gulacsi im Tor vertrat, hatte sich im Herauslaufen verschätzt und wurde von Robin Müller überspurtet. Dieser brachte jedoch keine gute Hereingabe mehr zustande. Leipzig wurde nun etwas zwingender, blieb oft jedoch zu ungenau. Und ihre Großchancen vergaben sie im ersten Durchgang lange. Henrichs fand Poulsen (20.) im Strafraum, dessen Schuss parierte Babelsberg-Torwart Jannick Theißen zwar, doch konnte der Ball erst vor der Linie von Verteidiger Marcus Hoffmann geklärt werden.

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Die Babelsberger wurden trotz Niederlage von ihren Fans gefeiert.

(Foto: dpa)

Und Theißen war gleich wieder gefragt. Als Leipzigs erst 18 Jahre alter Startelfdebütant Hugo Novoa (29.) von links frei auf ihn zu lief, rettete der Schlussmann die Gastgeber vor dem Rückstand. Besser machte es Szoboszlai unmittelbar vor der Halbzeit, als der 21-jährige Ungar von Poulsen am Strafraumrand angespielt wurde und Theißen beim Abschluss tunnelte.

Nach der Pause wollte RB unbedingt schnell für klare Verhältnisse sorgen und setzte Babelsberg noch stärker unter Stress. Szoboszlai (49.) hätte nach Poulsen-Vorlage sein zweites Tor machen müssen, scheiterte jedoch aus kurzer Distanz an Theißen. Der agile Henrichs verzog zehn Minuten danach ebenfalls knapp. Leipzig verwaltete das Spiel nun gegen Gastgeber, die weiter auf Konter lauerten. Einen solchen nutzte beinahe Müller (71.) zum Ausgleich, sein Schuss ging nur ans Außennetz.

Preußen Münster - Hertha BSC 1:2 (1:1)

Nach einem Kraftakt steht Fußball-Bundesligist Hertha BSC im Achtelfinale. Die Berliner setzten sich beim Regionalligisten Preußen Münster mühevoll mit 3:1 (1:1) durch und schafften damit zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren den Sprung unter die besten 16 Teams. Vor 11.037 Zuschauern im ausverkauften Preußenstadion trafen Stevan Jovetic (3.), Ishak Belfodil (79.) und Marco Richter (83.) für die Gäste. Thorben-Johannes Deters (41.) erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich. Der Außenseiter spielte nach Gelb-Rot gegen Nicolai Remberg (45.+1, unsportliches Verhalten) eine Halbzeit lang in Unterzahl, den Vorteil nutzte Hertha spät aus.

Nach dem glücklichen Weiterkommen durch die Wechselpanne von Bundesligist VfL Wolfsburg waren die Preußen die Partie demütig angegangen, auf dem Feld kassierte der Regionalligist schon nach etwas mehr als zwei Minuten die kalte Dusche. Davie Selke, der sein Team in der ersten Runde in Meppen mit seinem späten Siegtreffer vor der Verlängerung bewahrt hatte, flankte auf Dennis Jastrzembski. Dessen Direktablage verwandelte Jovetic, einer von gleich acht Neuen im Team gegenüber dem 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach, zur Führung.

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Nicolai Remberg musste nach einer Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz.

(Foto: imago images/Revierfoto)

Nach einer Viertelstunde wurde Münster etwas mutiger. Beim Abschluss von Deters musste Berlins Keeper Alexander Schwolow erstmals eingreifen (16.). Auf der Gegenseite verhinderte Keeper Maximilian Schulze-Niehues mit dem Fuß Jovetics zweiten Treffer (21.). Unkonzentrierte Aktionen des Regionalligisten bestraften die Berliner mit gefährlichen Kontern, doch insgesamt enttäuschte der Favorit. Mit der letzten Aktion vor dem Seitenwechsel sorgte der Außenseiter dann selbst für eine Euphoriebremse. Der bereits verwarnte Remberg sank im Hertha-Strafraum theatralisch zu Boden und sah folgerichtig Gelb-Rot (45.+1).

In Überzahl taten sich die Berliner weiterhin schwer. Anstatt sich zu verstecken, setzte Münster die ersten Nadelstiche. Der eingewechselte Suat Serdar vergab mit einem Schlenzer die erste nennenswerte Möglichkeit der Berliner in Halbzeit zwei (65.), Deyovaisio Zeefuik scheiterte an Schulze-Niehues (70.). Dann trafen die Joker Belfodil und Richter.

TSG Hoffenheim - Holstein Kiel 5:1 (2:0)

Die Störche legen sich die Eier selbst ins Nest: Mit einem kuriosen Eigentor-Doppelpack hat der kriselnde Vorjahres-Halbfinalist Holstein Kiel sein Aus in Eigenregie eingeleitet. Die Norddeutschen, die in der 2. Liga auf den viertletzten Tabellenplatz abgestürzt sind, unterlagen in der 2. Runde am Ende 1:5 (0:2) beim Bundesligisten TSG Hoffenheim. Die Kieler Johannes van den Bergh (3.) und Hauke Wahl (31.) bugsierten den Ball jeweils ins eigene Tor. Zwei Eigentore im DFB-Pokal hatte es zuletzt 1977 bei der Partie zwischen der TuS Rosenberg und dem MSV Duisburg (1:11) gegeben.

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Kiels Hauke Wahl traf, nur leider für Hoffenheim.

(Foto: imago images/Eibner)

Zudem trafen Angelo Stiller (59.), Munas Dabbur (72.) und Jacob Bruun Larsen (84.) für die Kraichgauer, die sich auf dem Weg ins Achtelfinale kaum Nachwirkungen der jüngsten Liga-Klatsche bei Bayern München (0:4) anmerken ließen. Jene Bayern hatten die Kieler im vergangenen Jahr in der 2. Runde sensationell aus dem Wettbewerb geworfen. Aus solchen Überraschungen wird diesmal nichts - trotz des Tores von Phil Neumann (47.). Zu Beginn des zweiten Durchgangs waren die Kraichgauer, die schon am Freitag wieder in der Liga gegen Hertha BSC ran müssen, mit den Gedanken noch in der Kabine. Das nutzte Neumann zum Anschlusstreffer. Bartels hatte aus der Distanz den Ausgleich auf dem Fuß.

Auf der Gegenseite vergaben die Hoffenheimer im Anschluss jede Menge Großchancen. Im Gegensatz zum Torschützen Stiller ließen Sebastian Rudy, Dabbur und Andrej Kramaric zahlreiche Hochkaräter ungenutzt. Der Israeli Dabbur sorgte dennoch für die Entscheidung.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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